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Zwei Trierer mit Landesverdienstorden ausgezeichnet

Auszeichnung : Zwei Trierer mit Landesverdienstorden ausgezeichnet

Insgesamt sind 14 Rheinland-Pfälzer für ihre Verdienste ums Land in Mainz von Malu Dreyer geehrt worden. 

Zum 38. Mal ist in Mainz der Landesverdienstorden, die höchste Auszeichnung des Landes, verliehen worden.  Ministerpräsidentin Malu Dreyer an die 14 Ausgezeichneten:  „Demokratie braucht Vorbilder, die Grenzen überwinden; sie braucht Möglichmacher und Zusammenführer. Alle, die heute geehrt werden, sind solche Vorbilder und ihre Geschichten bewegen uns alle. Denn sie verkörpern den Geist, der unsere Gesellschaft stärkt und der das Lebensgefühl in Rheinland-Pfalz ausmacht“.

Den Orden erhalten Persönlichkeiten, die Außergewöhnliches und Überdurchschnittliches für Rheinland-Pfalz geleistet haben.

Mit dem Landesverdienstorden ausgezeichnet: Franz Merod aus Trier. Foto: Staatskanzlei RLP/ Stephan F.F. Dinges

„In Rheinland-Pfalz sind tagein, tagaus Menschen besonders engagiert. Dabei kümmern sie sich ums Große, genauso wie um das Kleine. Sie stehen für ein starkes Miteinander, das Sich-Kümmern und das Mitanpacken. Sie leisten viel für unsere Gesellschaft und unsere Demokratie. Dank ihnen ist Rheinland-Pfalz ein Land des Mitgefühls und der Solidarität. Durch sie hat Hass und Hetze keinen Platz in unserer Gesellschaft. Deswegen freue ich mich, ihr sehr vielfältiges Engagement heute würdigen und vorstellen zu dürfen. Heute zeichnen wir 14 herausragende, ehrenamtlich engagierte Persönlichkeiten mit dem Landesverdienstorden aus“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Geehrt wurden unter anderem:

Franz Merod aus  Trier:

Franz Merod ist Vater von sechs Kindern und war seit 1999 im Schulelternbeirat mehrerer Trierer Schulen engagiert. Auch dem Landeselternbeirat gehörte er ab dem Jahr 2007 für drei Amtsperioden an. Von 2010 bis 2013 übte er das Amt des Landeselternsprechers aus. Parallel dazu war er ab 2008 Delegierter des Bundeselternbeirates und vertrat dort die Interessen der rheinland-pfälzischen Elternschaft. In seiner Amtszeit hat er immer für das verantwortungsvolle Miteinander zwischen Landeselternbeirat und der Landesregierung geworben, um die gemeinsame Erziehungspartnerschaft zu unterstreichen. Er war Initiator des Runden Tisches „Gemeinsam für gute Erziehung“, an dem er  Vertreter der Landesschülervertretung, des Bildungsministeriums, des Pädagogischen Landesinstituts und verschiedene Lehrerverbände zusammenbrachte und ein gemeinsames Maßnahmenpapier erarbeitete, das bis heute Bestand hat. Weitere Schwerpunkte seiner Arbeit im Landeselternbeirat waren die Verbesserung der Unterrichtsversorgung, der verantwortungsvolle Umgang der Lehrkräfte mit Nähe und Distanz, Schülerbeförderung, Schulsozialarbeit, Inklusion und Ausweitung der Elternrechte. Vieles davon hat Eingang in Schulgesetzformulierungen gefunden. Neben seinen ehrenamtlichen Aktivitäten in der Elternarbeit bringt Franz Merod sich in vielfältiger Weise auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen ein. So hat er sich von 2001 bis 2009 beim Aufbau des gemeinnützigen Vereins „Schulverein Indienpartnerschaft des Auguste-Viktoria-Gymnasiums Trier für eine nachhaltige Entwicklung e.V.“ engagiert und gründete im Jahr 2006 den „Umsonstladen“ in Trier als gemeinnützige diakonische Einrichtung. Dort war er vier Jahre als Projektleiter tätig. Seit 2017 ist er Vorstandsvorsitzender der Trierer Stiftung „Rückkehr zum Leben“, deren Zweck es ist, hilfsbedürftige Menschen zu befähigen, ihr Leben selbstbestimmt zu meistern, sie zu unterrichten, auszubilden und sie in die Selbstständigkeit zu führen.

Nancy Poser aus Trier:

Der Landesverdienstorden Rheinland-Pfalz. Foto: Staatskanzlei RLP/ Stephan F.F. Dinges

Nancy Poser war 1998 Gründungsmitglied der Deutschen Hirntumorhilfe e.V. und dort bis 2018 ehrenamtlich im Vorstand tätig. Seitdem unterstützt sie den Verein als Mitglied im Aufsichtsrat. Der Verein setzt sich für die Verbesserung der Versorgungsqualität von Hirntumorpatienten und die Förderung der Neuroonkologie ein. Bundesweite Informationstage, eine professionelle Kontaktstelle, der Aufbau eines Netzwerkes von Selbsthilfegruppen und die Information im Internet sind aus dieser Initiative erwachsen. Seit etwa zehn Jahren engagiert sie sich neben ihrer beruflichen Tätigkeit als Richterin am Amtsgericht Trier in der Behindertenbewegung mit zahlreichen öffentlichen Auftritten zum Thema Teilhabe und Inklusion. Seit 2010 ist sie Mitglied im Forum behinderter Juristinnen und Juristen und gehört seit 2012 dem Beirat der Menschen mit Behinderung der Stadt Trier an. Von 2012 bis 2014 übte sie das Amt der Behindertenbeauftragten der Stadt Trier aus. Durch die Mitinitiierung bundesweiter Kampagnen und das Einbringen von Änderungsvorschlägen hat sie zur Entwicklung des Bundesteilhabegesetzes beigetragen. Von 2014 bis 2016 war sie Sachverständige bei Anhörungen des Ausschusses für Arbeit und Soziales im Bundestag. Im Jahr 2016 war sie Gründungsmitglied von AbilityWatch e.V., einer Aktionsplattform, die sich als Teil einer modernen Behindertenbewegung in Deutschland versteht. Die Plattform soll Politik kritisch begleiten, Fragen aufwerfen und betreibt Öffentlichkeitsarbeit.