Zweimal frisch gebacken

Der Verein Karl-Marx-Viertel bemüht sich seit einigen Jahren, den Bereich in und um die Brücken- und Karl-Marx-Straße aufzuwerten. Jetzt ist er erstmals mit Wolfram Leibe zusammengetroffen - anlässlich des Namensgebers des Vereins hatten die Mitglieder einen süßen Türöffner dabei.

Trier. Obwohl er gar nicht Geburtstag hatte, durfte sich der Trierer Oberbürgermeister am Dienstagmorgen über einen Kuchen freuen: Wolfram Leibe begrüßte im Rathaus Vertreter des Vereins Karl-Marx-Viertel (KMV). Der Zusammenschluss ist seit einigen Jahren dabei, die Straßenzüge rund um die Brücken- und Karl-Marx-Straße sowohl geschäftlich als auch sozial weiterzubringen.
Zum 197. Geburtstag des Philosophen brachten sie dem Trierer Stadtchef stellvertretend eine süße Überraschung vorbei, die gleichzeitig Türöffner für erste Gespräche war: Während der Verein schon mehrfach Kontakt zur Stadtverwaltung hatte, war es für den neuen OB das erste Zusammentreffen.
Mit der durchgehenden Ausweisung der Brücken- und Karl-Marx-Straße als Tempo-30-Zone hat der Verein in der Vergangenheit schon ein wichtiges Anliegen umgesetzt gesehen. Auf der Wunschliste stehen aber noch ein paar Posten: eine Höchstparkdauer von mehr als 30 Minuten oder die kostenlose Mitnutzung von öffentlichem Raum durch Gewerbetreibende können und sollen bei dem ersten Treffen nicht geklärt werden.
Die Beschwerde, die zur Karl-Marx-Straße gelegene Rückseite des Rathauses sei heruntergekommen und unansehnlich, beantwortet Leibe allerdings mit einer konkreten Zusage: Er will den Zustand prüfen lassen und gegebenenfalls für Abhilfe sorgen.
Die KMV-Vorsitzende Brigitte Biertz bittet um einen Ansprechpartner in der Stadtverwaltung, der für alle Belange des Vereins zuständig ist, um etwa die Formalitäten bezüglich Straßensperren während des nächsten geplanten Straßenfests einfacher regeln zu können - auch da hat Leibe eine Lösung parat: "Sprechen Sie die TTM an!" Die städtische Tourismus- und Marketing-Gesellschaft habe schließlich "die Lotsenfunktion, damit sich die Bürger nicht in der Bürokratie verlieren müssen!"
Generell hält Leibe die Anwohnerinitiative für eine gute Sache: "Das ist eine tolle Idee, den prägnanten Namen fürs Marketing in diesem spannenden Stadtviertel zu nutzen", sagt er.
Das erste Zusammentreffen beendet Leibe mit dem Angebot, für Gespräche und Anregungen zur Verfügung zu stehen - und nicht nur, wenn es jedes Mal Kuchen gibt: "Den spendiere ich das nächste Mal!"
Auch im Karl-Marx-Viertel selbst wurde der Geburtstag des Philosophen gewürdigt - mit einer speziellen Freisetzung von "Kapital": Die Gewerbetreibenden waren aufgerufen, Kisten aufzustellen mit Dingen, die zu verschenken oder zu tauschen sind - am Vormittag war rund ein gutes Dutzend dem Ruf gefolgt: Bücher, Kleider, Schirme, asiatische Spezialitäten, Bilderrahmen - es gab viel zu entdecken.