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Zweite Feuerwache soll zum Hafen

Zweite Feuerwache soll zum Hafen

Die Stadt Trier reagiert auf die Gefahrenanalyse der Berufsfeuerwehr. Als Standort für die geplante Nebenwache klar im Visier: das bisherige Wasserwerk am Trierer Hafen. Zur möglichen künftigen Hauptwache fühlen sich Ausschussmitglieder schlecht informiert.

Trier. Selten geht es in einem Ausschuss des Stadtrats so lebhaft zu wie in der jüngsten Sitzung des Dezernatsausschusses II. Dabei waren sich Verwaltung und Mitglieder in einem Punkt einig: Auf dem Stadtwerke-Gelände in Ehrang, wo in Hafennähe ein Brauchwasser-Pumpwerk steht, soll eine Wache für die Berufsfeuerwehr gebaut werden. "Diese Lösung drängt sich auf", sagte Bürgermeister Georg Bernarding (CDU).

Kritische Stimmen von SPD und Grünen



Im Dezember hatte der Stadtrat auf Basis einer Gefahrenanalyse einen Grundsatzbeschluss zum Bau einer solchen zweiten Wache gefasst (der TV berichtete). Dieser Beschluss besagte jedoch auch, dass die Hauptwache auf den Prüfstand kommt. Dazu gab die Verwaltung dem Ausschuss erst zur Sitzung eine Tischvorlage über Vor- und Nachteile möglicher Standorte "zur Kenntnis" mit der Feststellung: "Die weitere vertiefende Untersuchung wird auf die Standorte Löwenbrückener Straße, Bereich Spitzmühle und Polizeipräsidium eingegrenzt."

SPD und Grüne kritisierten die ihrer Auffassung nach späte und mangelnde Information. Manfred Becker (Grüne) monierte fehlende Kostenschätzungen. Seine Fraktionskollegin Anja Matatko vermisste städtebauliche und verkehrsplanerische Aspekte.

Aus Sicht von Rainer Lehnart (SPD) müssten vor einer Entscheidung alle wesentlichen Informationen vorliegen. Bernarding erklärte, vor genaueren Untersuchungen müsste die Zahl der infrage kommenden Standorte begrenzt werden. Die Verwaltung werde zügig einen Beschlussvorschlag erarbeiten.

Meinung

Absehbarer Frust

Die Standort-Analyse der Stadtverwaltung zur Berufsfeuerwehr fiel durchaus umfangreich und nachvollziehbar aus. Der Fehler: Wer eine so komplexe Zusammenstellung bei einem so wichtigen Thema erst zur Sitzung selbst verteilt, beschwört Frust und Kritik herauf. Zudem sah sich der Ausschuss vor vollendete Tatsachen gesetzt, durfte nur "Kenntnis nehmen". Dabei macht es grundsätzlich Sinn, offensichtlich ungeeignete Standorte zu streichen. Unter den noch übrigen Varianten die am wenigsten schlechte zu wählen, wird schwierig genug. m.hormes@volksfreund.de