Zweiter Trierer Kinofilm wird ein Feuerwerk durch alle Genres
Trier ist nicht Hollywood. Dennoch hat die Moselstadt "unglaublich viele Drehorte". Erneut hat Theater-Schauspieler Tim Olrik Stöneberg einige auserwählt, um mit seiner Gang ein Jahr nach "Hotep" seinen zweiten Kinofilm "Catena" zu drehen. Mit dabei sind Manfred-Paul Hänig, Klaus-Michael Nix und das Trierer Urgestein Helmut Leiendecker.
Trier. (mehi) Überfall im Feuerhaus Hase. Drei Männer machen sich an der Ladentür zu schaffen. Der Vollmond wirft ein gespenstiges Licht. Inhaber Thomas Neises bleibt gelassen; er kocht erstmal Kaffee für die Ganoven, die Theater-Schauspieler Tim Olrik Stöneberg und Manfred-Paul Hänig sowie Helmut Leiendecker. Ihr Motiv: ein neuer Kinofilm, mit lokalem Bezug und ohne Budget. "Die Unterstützung für ‚Catena' ist Wahnsinn", sagt Stöneberg. Alle hätten unentgeltlich gearbeitet.
Kein Budget heißt jedoch nicht, dass beim Dreh gespart wurde. "Das sind alles erfahrene Leute aus Theater und Film", weiß Stöneberg. Als Produktionsleiter hat der Kölner Filmemacher Falko Jakobs - ein Kumpan Stönebergs aus Jugendtagen - Lars Ostermann engagiert, der schon eine "Tatort"-Folge ausgeleuchtet hat. Bereits 2008 hatten Stöneberg/Jakobs den Film "Hotep" ins Kino gebracht. "Danach hatten wir unwahrscheinlich viele Gespräche. Aber wir bleiben unserem Konzept treu - und unkonventionell", verspricht der Darsteller. Das Drehbuch von Jakobs und Ostermann lasse den Schauspielern die Möglichkeit, ihre Rollen frei zu interpretieren. Als "Feuerwerk durch alle Genres" bezeichnet Stöneberg sein neues Werk "Catena" (lateinisch für Kette). Einen Episodenfilm, dessen fünf Teile - zwei spielen in Trier, drei in Köln - jedes in einem anderen Genre beheimatet ist, jedoch alle miteinander verwoben sind. Zum Inhalt des Streifens schweigt der 36-Jährige. Nur so viel verrät er: "Es ist Action dabei, Comedy, Krimi, Horror und Liebe." Er selbst spielt in einer Trierer Episode mit, "einem der Herzstücke". Ebenfalls im Film zu sehen: Klaus-Michael Nix, Bruno Winzen (Faust) und Kurzfilm-Akteur Rami Abu-Issa.
"Toll war, dass die Stadt wieder alle Tore geöffnet hat", sagt Stöneberg. Eine Bar räumte ihren Keller aus - für den Horrorpart, Neises drückte ihm den Ladenschlüssel in die Hand, und auch Triers Straßen sind Schauplätze. Gesprochen wird teilweise Dialekt, "obwohl ich mich sehr angestrengt habe, ein paar Brocken Hochdeutsch zu sprechen", sagt Leiendecker scherzend. Gearbeitet wurde meist nachts. Inzwischen ist "das Ding im Kasten". Nun wird die Werbetrommel gerührt. Während "Hotep" nur in Trier und Köln zu sehen war, wird "Catena" ab Frühjahr/Sommer 2010 in mehreren Kinos laufen. "Was das Drehen angeht, werden wir dieser Stadt treu bleiben. Es liegen noch viele Ideen auf Eis." Sein Traum: in den antiken Bauten zu drehen. Noch eine Vision. Aber die war es auch, Trier als Drehort auszuwählen und Trierer als Akteure. Die hatten, so Stöneberg, gehörig Spaß am Spiel. "Wenn im Kino nur halb so viel gelacht wird wie bei den Dreharbeiten, sind wir beim deutschen Filmpreis."