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Zwischen Ikea-Wahn und Heino-Parodie

Zwischen Ikea-Wahn und Heino-Parodie

Einen kurzweiligen Abend haben die beiden Kabarettisten Peter Frohleiks und Tobias Willmann ihrem Publikum in der Tufa beschert. Unter dem Titel "Kontrollversuch" bereiteten sie in einer bunten Mischung aus szenischem Spiel, Tanz, Gesang und Pantomime aktuelles Zeitgeschehen wie auch Themen aus Familien- oder Beziehungsalltag auf.

Trier. Das hat etwas von einem Boygroup-Auftritt: Die zwei in Anzüge gekleideten Herren Tobias Willmann und Peter Frohleiks tanzen mit synchronen Bewegungen über die Bühne und singen zu "Die Da" von den Fantastischen Vier. Da sitzt und passt alles. Kein Wunder, die zwei sind in Spiel, Musik, Tanz und Bewegungstheater an der Sporthochschule Köln ausgebildet worden und haben bereits früher erfolgreich zusammengearbeitet. Von 2001 bis 2008 waren sie im Kabarett-Trio "Männerkulturen" unterwegs. Im Die-Da-Song erzählen sie, wie sie inzwischen Familien gegründet haben. Das war Grund für Willmanns Auszeit, liefert jetzt aber auch jede Menge Stoff fürs Wiedervereinigungsprogramm. Das Duo breitet in Spielszenen, Dialogen oder umgedichteten Schlagern genüsslich aus, wie drastisch sich das Leben eines Mannes durch Familie ändert. Er muss ständig Umzüge organisieren, weil das weibliche Familienoberhaupt nach diversen Ikea-Umtauschaktionen immer noch gravierende Nestbau-Mängel beklagt.
Wahnsinn des Männerlebens


Das Duo widmet sich auch dem Wahnsinn im Männerleben außerhalb der Familie. Da gibt Frohleiks eine Glanzvorstellung als Heino, der seine schwarzbraune Haselnuss in martialischen Rockklängen besingt. Beide zusammen liefern eine grandiose Sportreportagen-Nummer als Banker, die so lange mit von Angela Merkel bewilligten Hilfsgeldern zocken, bis wieder eine gigantische Blase platzt. Schön bissig geraten ist auch ihr Auftritt als Pauschaltouristen in Ägypten, die gegen den "lästigen" Aufstand dort protestieren oder ein Protestsong Berlusconis gegen seinen Ausschluss aus dem Parlament. Die Themenvielfalt macht das Programm ebenso kurzweilig, wie die vielen Stilmittel zur Umsetzung, darunter Gesang, Musikparodie, Pantomime, dialogisches oder synchrones Sprechen. Die beiden Kabarettisten geben vollen Körpereinsatz, stark sind sie vor allem tänzerisch. Mit einer geschmeidigen Rumba entfachen sie größte Begeisterung. Sehr gut kommt auch ihr mimisches Talent an, das in der Darstellung zweier tratschender Freundinnen oder eines über Putin witzelnden Schwulenpärchens Höhepunkte erlebt. ae