Zwischen Macht und Moral

Erinnerung an Vergangenes, aber auch die Orientierung für die Zukunft standen im Mittelpunkt der Feier zum 110-jährigen Bestehen der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) St. Donatus Föhren. Der Trierer Professor für christliche Sozialwissenschaften Wolfgang Ockenfels beleuchtete in einem Vortrag das Thema "Wirtschaft zwischen Macht und Moral" und kritisierte angesichts der aktuellen Finanzkrise Profitgeilheit und Gier.

Föhren. (mer) Vor der Jubiläumsfeier hatte die Pfarrgemeinde zu einem Gottesdienst eingeladen, der von Wolfgang Ockenfels und dem Föhrener Pastor Andreas Noster konzelebriert und vom Kirchenchor unter Leitung von Markus Roth mitgestaltet wurde. Bei der anschließenden Feier unter Moderation von Martin Ulrich überbrachten die Erste Beigeordnete der Ortsgemeinde Föhren, Marita Schöller, sowie der KAB-Vertreter Arthur Biesalski Grußworte und Glückwünsche an die rund 80 anwesenden Mitglieder.

In seinem Vortrag fragte Ockenfels angesichts der aktuellen Weltfinanzkrise, ob das Finanzsystem vor dem Kollaps stehe. Die Krise sei nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch geistig-moralischer Natur. Sie sei durch das moralische Versagen der Wirtschaftseliten und die Profitgeilheit und Gier nach dem eigenen Vorteil entstanden. Ockenfels sagte: "Eine neue Nachdenklichkeit über Moral und Ethik entsteht, und eine breite Diskussion in allen gesellschaftlichen Bereichen ist dringend erforderlich". Die KAB sei immer eine Gegenmacht zum reinen Markt gewesen und habe wesentlich zur Entstehung der Sozialen Marktwirtschaft beigetragen, welche den sozialen Frieden und Wohlstand gesichert habe. Heute komme es darauf an, der Marktwirtschaft einen verbindlichen weltweiten Ordnungsrahmen zu schaffen.

Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgten Hannah Noll sowie Anneliese und Monika Born; auch die KAB-Tanzgruppe "Fit und froh" (Leitung Anneliese Born) sorgte für Unterhaltung. Der Vorstand dankte Franz Noll für die Vorbereitung der Feier.