Zwischen Tradition und Moderne

Zwischen Tradition und Moderne

OLEWIG. Der Olewiger Ortsbeirat hat sich entschlossen, den beiden ortsansässigen Künstlern Guy Charlier und Franz Schönberger innerhalb des Ortes ein Podium zu bieten. Das erste der beiden Werke des gebürtigen Franzosen Charlier wird in den nächsten Tagen aufgestellt.

Kein beständig plätschernder Dorfbrunnen, keine typischen Insignien eines Weinortes oder Blumenkübel mit witterungsresistentem Pflanzenwuchs wollte der Ortsbeirat für das Erscheinungsbild der Olewiger Straße. Kunst soll in den Ort, die allerdings mit dem Trierer Stadtteil in Verbindung stehen sollte.Passend zur Substanz des Ortes

Die Künstler, die sich von dem Plan begeistert zeigten, waren schnell gefunden, musste man doch nicht lange auf die Suche in der Ferne gehen. "Das ist eine schöne Idee und eine Art Anerkennung für uns. In Trier ist mein Lebensraum, da habe ich meinen Freundeskreis, ein schönes Haus, hier fühle ich mich wohl", sagt Guy Charlier, der seit 1981 in Trier, seit 1987 in Olewig lebt und arbeitet. Seine Skulptur - ohne Titel - wird als erste an ihrem Standort an der Abzweigung "Auf der Ayl" aufgestellt werden. "Ich bin sicher, dass die Figur ganz bald von den Olewigern einen Namen bekommen wird", so der gebürtige Franzose. Außerdem ist er optimistisch, dass sich die Bürger mit seinem Werk anfreunden und identifizieren werden. "Viele haben die Figur schon vor meinem Haus gesehen. Ich finde, dass meine Arbeit durch das verwendete Material mit der Gegend verbunden ist und zur Substanz des Ortes passt." "Beide Künstler sind über Trier hinaus bekannt", erklärt Peter Terges, stellvertretender Ortsvorsteher. "Wir wollten etwas Außergewöhnliches, anderes haben als die anderen Stadtteile und sind nun sehr froh darüber." Indes gab es unter den Parteien im Ortsbeirat Diskussionen ob des vorgeschlagenen Standortes. Die SPD-Fraktion bemängelte, dass diese Stelle weder aus sicherheits- und verkehrstechnischen Gesichtspunkten in Frage käme noch aus ästhetischen Gründen passend sei. Trotz der Gegenstimmen - die Stadtverwaltung prüfte die Möglichkeiten, Guy Charlier zeigte sich einverstanden - wurde in der Sitzung des Ortsbeirates für den Aufstellungsort abgestimmt. "So können wir auch erreichen, dass die Autofahrer nicht mehr so schnell in die Ayl hineinfahren. Wenn der Bürgersteig nicht mehr auf so langer Strecke überfahren wird, sind auch die Fußgänger mehr geschützt", erklärt Peter Terges.Kalkstein, Stahl und Eiche

Geprüft wurde auch, wie die Skulptur aufgestellt werden kann, damit auch für Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer genügend Platz auf dem Gehweg vorhanden ist. Das 265 Zentimeter hohe Kunstobjekt aus Kalkstein, Stahl und Eiche wird auf einem Sockel stehen und von zwei Steinen aus Metzer Sandstein flankiert. Die verschiedenen Materialien, deren Zusammenspiel und die archaischen Formen, die Guy Charlier ihnen einhaucht, initiieren im Betrachter Assoziationen, die die Erinnerungen an alte Kulturen und Zeitalter enthalten aber auch den Weg zur Moderne spiegeln.

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