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Kultur
Zwischenlösungen für das marode Exhaus Trier (Fotos)

 Großbaustelle Exzellenzhaus: Wie einsturzgefährdet einzelne Gebäudeteile waren, ist dem Gebäude nicht anzusehen. Im sicheren Keller wird weiter gebaut.
Großbaustelle Exzellenzhaus: Wie einsturzgefährdet einzelne Gebäudeteile waren, ist dem Gebäude nicht anzusehen. Im sicheren Keller wird weiter gebaut. FOTO: Rainer Neubert
Trier. Das Open Air-Festival Sommerblast des gesperrten Jugendkulturzentrums Exhaus wird voraussichtlich vor der Arena Trier stattfinden. Auch für andere Bereiche sind  vorübergehende Lösungen gefunden worden. Von Rainer Neubert
Rainer Neubert

Es bestand Lebensgefahr. Das Exhaus musste geräumt werden. Daran hat niemand mehr Zweifel, der sich in den mittlerweile provisorisch gesicherten Mauern des ehemaligen Klostergebäudes umschaut. In Begleitung von Jürgen Eckstein von der Gebäudewirtschaft der Stadt Trier hatte der Trierische Volksfreund die Möglichkeit, alle Geschosse der riesigen Immobilie unter die Lupe zu nehmen. „So etwas habe ich in meiner langen Berufszeit noch nicht erlebt“, sagt der für die Sanierung des Exhauses zuständige Verwaltungsmitarbeiter. „Mit jeder Zwischendecke, die wir entfernt haben, und mit jedem Balken, den wir freigelegt haben, gab es neue böse Überraschungen.“

Wie groß die Schäden sind, beziehungsweise wie teuer es wäre, diese zu beseitigen, wird derzeit akribisch ermittelt. Am 17. April, in der letzten Stadtratssitzung vor der Kommunalwahl, wird der Stadtrat die schwierige Grundsatzentscheidung diskutieren, wie es mit dem Gebäude weitergeht. „Dann werden wir die Vorlage zum weiteren Vorgehen im Exhaus zur Entscheidung vorlegen“, sagte Baudezernent Andreas Ludwig gestern Abend in der öffentlichen Sitzung des Rates.

In Beantwortung einer Anfrage der Fraktion Die Linke hatten Baudezernent Andreas Ludwig und Sozialdezernentin Elvira Garbes auch Neues zu berichten. So scheint es eine Lösung für das für den Trägerverein des Exhauses als Einnahmequelle sehr wichtige Sommer Blast-Festival zu geben: Das Open Air wird voraussichtlich vor die Arena Trier ziehen. „Entsprechende Gespräche mit den zuständigen Stellen sind positiv verlaufen“, so Ludwig. „Darüber hinaus suchen wir noch einen Ersatz für die Veranstaltungen im Exil.“ Mehrere Optionen würden geprüft. Für ein Ergebnis sei es aber noch zu früh.

Impressionen aus dem Exhaus Trier im März 2019 FOTO: Rainer Neubert

Positives zu berichten ist auch von den Zwischenlösungen für andere Bereiche der Einrichtung, die im Auftrag der Stadt auch wichtige soziale Aufgaben übernommen hat. So sind die Räume des Trägervereins und der Jugendarbeit in der ehemaligen Geschwister-Scholl-Schule in Trier-Nord inzwischen auch technisch voll funktionsfähig. Auf deren Pausenhof soll auch der monatliche Flohmarkt des Exhauses über die Bühne gehen. Nicht benötigtes Material ist in der Jägerkaserne in Trier-West zwischengelagert.

Der Hort, der bereits vor einigen Monaten wegen des Baus eines neuen Notausgangs für das Kellergeschoss ausgezogen war, hat sich in Räumen der Ambrosius-Grundschule eingerichtet. Und auch für das Medienzentrum Rheinland-Pfalz zeichnet sich eine Lösung ab: Es wird Anfang April in das Robert-Schuman-Haus umziehen.

Finanziell wird sich das alles nicht positiv für den Trägerverein gestalten. Wie sich die Räumung des Exhauses konkret auf den Kosten- und Finanzierungsplan der insolventen Einrichtung auswirkt, ermittelt derzeit die insolvenzrechtliche Generalbevollmächtigte, Rechtsanwältin Christine Frosch. Ziel sei es, so Baudezernent Ludwig, dass der Träger mit den von der Stadt zugesagten Zuschüssen zumindest in diesem Jahr über die Runden komme. „Ab 2020 wird die Gestaltung der Vereinbarungen mit dem Exzellenzhaus e.V. maßgeblich von der Frage abhängen, ob es gelingt, ein Gebäude für jugendkulturelle Veranstaltungen zu finden.“

Weitere Fotos, die den erschreckenden Zustand des Exhauses dokumentieren, finden Sie unter volksfreund.de/fotos

 Hier bestand Lebensgefahr. Aktuelle Impressionen von Gebäudeschäden im Exhaus.
Hier bestand Lebensgefahr. Aktuelle Impressionen von Gebäudeschäden im Exhaus. FOTO: Rainer Neubert