Zwölf Millionen Euro für bessere Luft und Brandschutz an der Uni Trier

Forschung und Lehre : Zwölf Millionen Euro für bessere Luft und Brandschutz an der Uni Trier

Umfangreiche Sanierungsarbeiten sind auf dem Campus II angelaufen. Die Bibliothek wird aufgestockt. 120 Plätze soll der neue Studiengang für das Lehramt an Grundschulen haben, der im Jubiläumsjahr 2020 (50 Jahre Uni) startet.

Im kommenden Jahr feiert die Universität Trier den 50. Jahrestag ihrer Neugründung. „Die Vorbereitungen für das Jubiläumsjahr laufen“, sagt Präsident Michael Jäckel. „Wir werden nicht nur für unsere Studenten und Mitarbeiter interessante Angebote machen.“ Auch wer sonst nur selten den Weg auf den Campus findet, soll erleben, was Forschung und Lehre auf der Tarforster Höhe und dem Petrisberg bedeuten.

„Für das Jubiläum polieren wir die Uni auf“, kündigt Jäckel mit einem Augenzwinkern an: Zum Sommerfest am 18. Juli 2020 sollen sich die Fassaden der großen Gebäude gereinigt in neuem Glanz präsentieren. Gerüste und Bauzäune künden bereits heute von wichtigen Bauprojekten, die zumindest teilweise im kommenden Jahr abgeschlossen sein werden.

Bauprojekte Die Erweiterung der Universitätsbibliothek ist zwar nicht die teuerste der geplanten und laufenden Baumaßnahmen. Gemäß der Philosophie, das Lernen in neuen Formen möglich zu machen, ist es aber sehr wichtig. Das zusätzliche Geschoss auf dem Bibliotheksgebäude – mit elf Gruppenarbeitsräumen und einem Großraum mit bis zu 80 Arbeitsplätzen sowie offenen und geschlossenen Lernkabinen – soll genau das ermöglichen. Mehr als zwei Millionen Euro wird das kosten, überwiegend finanziert vom Land.  „Ich bin froh, dass die Bauarbeiten endlich begonnen haben“, sagt Präsident Jäckel.

Auch seine Idee von neuen Sitzgruppen unter freiem Himmel – natürlich mit Zugriff auf das schnelle Datennetz der Hochschule – soll  unter dem Begriff „Learning-Park“ in diesem Jahr realisiert werden. „Wegen des Problems mit dem Eichenprozessionsspinner werden wir zwei der Gruppen anders platzieren.“ Die Silhouetten der Köpfe großer Denker mit Bezug zu Trier, zum Beispiel Cusanus, Friedrich Spee, Karl Marx oder Oswald von Nell-Breuning,  werden aber auch dort für Inspiration sorgen.

Weniger zügig als ursprünglich geplant geht es auf Campus II voran. Ein neues Be- und Entlüftungssystem sowie umfangreiche Brandschutzmaßnahmen für das ehemalige französische Klinikgebäude werden am Ende mehr als zwölf Millionen Euro verschlingen. Bauherr ist auch hier der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) als Eigentümer der Gebäude.

Arno Hörsch kennt als Leiter der Technischen Abteilung der Universität die Details: „Derzeit werden das Dach saniert und die Abluftrohre weiter nach außen verlegt. Im kommenden Jahr werden dann die neuen Lüftungen im Gebäude angeschlossen. Dafür müssen wir aber unter anderem das Labor übergangsweise auslagern.“  Die Beschwerden wegen schlechter Raumluft – ursprünglich waren sie Auslöser für die Sanierung – hätten deutlich nachgelassen.

Lehre und Forschung Neue Entwicklungen gibt es im Studienangebot der Universität. „Wir haben das Lehramt Grundschule auf den Weg gebracht“, freut sich Präsident Michael Jäckel. Los gehen soll es im Wintersemester 2020 mit 120 Studierenden. Davor muss noch die Entscheidung fallen, welche Aspekte dieses Studienfach besonders attraktiv machen sollen. Evangelische Theologie oder Sport sind zum Beispiel in der Diskussion. Neu belebt werden soll auch der Bereich Tourismus-Geographie. Derzeit ist das kein wählbares Studienfach mehr.

Für die Forschung unverzichtbar sind die sogenannten Drittmittel. 2,26 Millionen Euro jährlich kommen auch in den kommenden vier Jahren von der Forschungsinitiative Rheinland-Pfalz. Dafür muss die Universität drei Prozent mehr Geld externer Sponsoren einwerben. „Insgesamt läuft es aber derzeit in diesem Bereich recht gut“, beruhigt Präsident Jäckel. So seien auch die Mittel aus der Deutschen Forschungsgemeinschaft in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Waren es im Jahr 2015 noch fünf Millionen Euro, die aus diesem Topf kamen, betrug sie Summe im vergangenen Jahr bereits acht Millionen Euro. Die internationale Vernetzung soll weiter ausgebaut werden.

Hochschulpolitik Die Europäische Universität in Kooperation mit den Hochschulen Lüttich, Lothringen, Saarland, Kaiserslautern und Luxemburg ist weiterhin ein wichtiges Ziel. „Wir werden in jedem Fall in die zweite Bewerbungsrunde dafür gehen“, sagt Jäckel, der als Vorsitzender der Landeshochschulpräsidentenkonferenz (LHPK) auch bei der Diskussion um die Novelle des Hochschulgesetzes Rheinland-Pfalz eine wichtige Sprecherrolle einnimmt. „Die geplante Öffnung und Modernisierung, um Menschen auch ohne Abitur ein Studium zu ermöglichen, ist sicher mehr in Richtung Fachhochschulen gerichtet. Wir verschließen uns dem nicht, aber ich sehe kaum die Möglichkeit, die Türen weit zu öffnen.“

Grundsätzlich bleibt der Trierer Unipräsident bei seiner Linie: „Wir wollen qualitativ wachsen und nicht alle Türen öffnen, um unbedingt mehr Studierende zu bekommen.“ Beim Hochschulpakt hofft er deshalb auf einen Kompromiss mit dem Land, die Haushaltsmittel nicht allein anhand der Studierendenzahlen festzulegen. Wichtig seien diese dennoch, gibt Michael Jäckel zu. Die erstmals angebotene Möglichkeit, in Trier in vielen Fächern bereits im Sommersemester mit dem Studium zu beginnen, sei gut angenommen worden. „Wir schauen jetzt gespannt auf die Anmeldezahlen für das Wintersemester.“ Stichtag dafür ist der 15. September.

Mehr zu den Hochschulen in Trier: www.volksfreund.de/campus

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