Musik: Zwölf Punkte gehen nach Trier

Musik : Zwölf Punkte gehen nach Trier

Beim MS-Benefizkonzert haben sich in der Tufa Künstler engagiert. Ein Fernsehstar spendet eine signierte Gitarre.

Das jährliche Benefiz-Konzert in Trier soll die Krankheit Multiple Sklerose bekannter machen. Der Erlös kommt örtlichen MS-Hilfeeinrichtungen und Betroffenen zugute. Das Event ist ein Garant für exzellente Musik. Bei der bereits achten Auflage füllte sich der große Saal der Trierer Tuchfabrik, die das Projekt seit Jahren unterstützt, schnell mit insgesamt 210 Besuchern.

Musiker Wolfgang Prinz ließ es sich trotz eines späteren zweiten Konzerts an diesem Abend nicht nehmen, das Programm zu eröffnen und den Zuschauern mit seinem Repertoire einzuheizen. Er fand lobende Worte für die Veranstaltung, die ehrenamtlichen Helfer, die am Abend spielenden Künstler und besonders für Tanja van der Heyde, die Initiatorin der Veranstaltung.

Unter der Führung von Claude „Sneaky Pete“ Daleiden an der Gitarre ließen sich die Gäste von der Energie der Stimme und Tanzeinlagen des Sängers Randy Melton mitreißen. Mitten in einer Gospelnummer tauchte er mit Mikrofon zwischen den Publikumsreihen auf und animierte einzelne Zuschauer zum Mitsingen. Manch einer sah sich in einen amerikanischen Sonntagsgottesdienst versetzt.

Die Band Rose Valley hat es in den vergangenen beiden Jahren direkt in die Herzen und Ohren des Benefizpublikums geschafft. Die Vorfreude auf die tolle Stimme von Katharina Kastner mit ihrer Band aus Bonn war zu spüren. Sie bot wie gewohnt eigene Interpretationen der Musiktitel.

Das Duo Wollmann & Brauner ließ den weiten Westen Amerikas aufleben. Die beiden Fingerstyle- und Slide-Virtuosen zauberten mit ihren Eigenkompositionen und Country-Bluesstücken eine stilvolle Atmosphäre.

Gastgeberin Tanja van der Heyde blieb mit ihrer Darbietung im Stil der Vorband und sang eine Country-Version des Liedes „You can sleep while I drive“ von Kult-Sängerin Melissa Etheridge. Endgültig wurde die voll besetzte Kulisse zur Musikarena, als Sänger Danny Geib und seine Band Timeless mit 80er und 90er Klassikern Stimmung machte. Die Band ist sehr verbunden mit dem MS-Benefiz-Konzert und unterstützt das Event von Anfang an.

Die Altrocker Bluesaorsch spielten Rockklassiker voller Energie. Unter dem Motto „featuring Lily“ rockte die Trierer Bluesikone Lily Remy bei einem ihrer raren Auftritte die Bühne und zeigte einen kleinen Ausschnitt ihres Programms.

Es folgte ein Wermutstropfen des Abends. Ein Raunen und „Lily“-Rufe waren zu hören, als Lili Remy verkündete, dass sie sich aus gesundheitlichen Gründen aus der Musikszene zurückziehen wird. Die Trierer Bühnen werden eine starke Frau und eine tolle Stimme der Bluesmusik verlieren. Die Fans hoffen auf weitere kleine Auftritte.

Die im Laufe des Abends eingeschobene Versteigerung einer von Günther Jauch signierten Gitarre und einer von allen Musikern signierten Musikskulptur brachte weitere Spenden für Trierer MS-Einrichtungen ein. Oberbürgermeister Wolfgang Leibe überreichte Tanja van der Heyde als Überraschung einen Scheck zur Unterstützung ihres Projektes. Fazit: ein gelungener Abend, der viel zugunsten hilfebedürftiger MS-Patienten beigetragen hat. Übertragen auf die parallele Stimmabgabe beim Eurovision Song Contest bedeutet das Zuschauervoting: zwölf Punkte und damit die maximale Ausbeute für Trier.

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