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Zwölfjährige finden scharfe Granate

Zwölfjährige finden scharfe Granate

Einen gefährlichen Fund machten zwei Kinder am Donnerstag in Trier-Olewig. Beim Spielen am Bach entdeckten sie ein etwa 35 Zentimeter großes längliches Objekt. Es entpuppte sich als eine noch scharfe Flugabwehrgranate aus dem Zweiten Weltkrieg.

Trier-Olewig. Diesen Tag werden Jan und Felix nicht so schnell vergessen. Die Zwölfjährigen spielten wie schon häufiger im schwer zugänglichen Bachlauf des Olewiger Baches, als sie gegen 12 Uhr auf ein rostiges, etwa 35 Zentimeter langes und etwa zehn Zentimeter dickes Metallobjekt stießen, das im Schlamm steckte. Ein weiteres Objekt, das einem stark verrosteten Fleischwolf ähnelte, lag unmittelbar daneben. "Wir dachten gleich, dass es eine Granate sein könnte", berichtete Jan. Wie später der Kampfmittelräumdienst aus Koblenz bestätigte, handelt es sich bei dem Fund vermutlich um eine noch scharfe Flugabwehrgranate und Reste der Abschussvorrichtung aus dem Zweiten Weltkrieg. Dennoch schleppten die Kinder die mehrere Kilogramm schweren Teile etwa 100 Meter bis zur Brücke in der Straße Zur Mühle und legten sie unter dem Bauwerk ab.
Einer der Zwölfjährigen informierte seinen Vater. Der verständigte die Polizei, nachdem er den Fund selbst in Augenschein genommen hatte. Die Beamten informierten wiederum den Kampfmittelräumdienst in Koblenz, der nach etwa zwei Stunden am Fundort eintraf. In der Zwischenzeit hatten die Polizeibeamten das Umfeld gesichert. Nach dem vorsichtigen Abtransport des Projektils war auch für die beiden Jungen aus Olewig das zeitweise gefährliche Abenteuer vorbei. "Wir waren ganz schön leichtsinnig", lautete die einsichtige Erkenntnis danach. Allerdings haben die beiden Jungen das Verhalten eines Passanten nicht verstanden, den sie nach ihrem Fund angesprochen hatten. "Der hat zu uns gesagt, wir sollen sie wieder dort hinbringen, wo wir sie gefunden haben." Im damals noch unbebauten Bereich Olewigs hinter der alten Mühle soll sich gegen Ende des Zweiten Weltkriegs eine Abwehrstellung der deutschen Reichsarmee befunden haben, um das Tal in Richtung Irsch zu sichern. Davon berichten Einheimische. r.n.