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Zwölfter Unesco-Weltkulturerbetag in Trier - Parcours mit kostenlosen Führungen an Stätten in Trier und in Igel

Zwölfter Unesco-Weltkulturerbetag in Trier - Parcours mit kostenlosen Führungen an Stätten in Trier und in Igel

Zum zwölften Mal hatten Besucher die Gelegenheit, sich am Unesco-Weltkulturerbetag bei kostenlosen Führungen über die altehrwürdigen Sehenswürdigkeiten Triers zu informieren. Der thematische Fokus des Parcours, der mit seinen acht Stationen bis nach Igel führte, lag nicht nur auf den Bauwerken an sich.

Trier. An die 40 Besucher sind am Vormittag an die Porta Nigra gekommen, um an der ersten Führung des Unesco-Weltkulturerbetags 2016 unter der Leitung von Georg Breitner in Trier teilzunehmen. Der promovierte Bauforscher und Archäologe arbeitet am Rheinischen Landesmuseum. Er freut sich über den regen Zuspruch der Besucher:

Als er die Führungen am Weltkulturerbetag 2013 zum ersten Mal leitete, hätten gerade einmal fünf Gäste seinen Ausführungen gelauscht. Das gestiegene Interesse führt er vor allem auf die Organisation der verschiedenen Führungen zurück, die inzwischen als sogenannter Parcours angelegt sind: Insgesamt acht verschiedene Stätten in Trier und in Igel können besichtigt werden, in jeweils halbstündigen, kostenlosen Führungen, die aufeinander abgestimmt sind. Wer mit Spaß und Ausdauer dabei ist, kann seinen Tag so planen, dass er alle Führungen nacheinander miterlebt. Aber jede der Führungen steht auch für sich alleine. Denn das Parcoursmodell soll ein Angebot sein, keine Hetzjagd durch die Stadt. Als "sportliches Programm" bezeichnet Breitner den gesamten Parcours trotzdem, "und am Ende hat man das Gefühl, man habe eine römische Stadt besucht".

Start der Führungsreihe ist an der Porta Nigra. Weitere Führungen gibt es am Dom, in der Liebfrauenbasilika, in der Konstantin-Basilika, in den Kaiserthermen, im Amphitheater, an der Römerbrücke, in der Stadtbibliothek, wo der Codex Egberti besichtigt werden kann, an den Barbarathermen und an der Igeler Säule.
Die Barbarathermen sind im Rahmen des Weltkulturerbetags zum ersten Mal zugänglich. An der Igeler Säule werden nach aufwendigen Restaurierungsarbeiten gar zum ersten Mal überhaupt Führungen angeboten.
Der in Trier von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) und der Trie rer Touristeninformation organisierte Weltkulturerbetag findet bereits zum zwölften Mal statt. Vier Liegenschaftsvertretungen, das Bistum, die evangelische Kirche, die Stadt und der GDKE, arbeiten zusammen, um ihn zu ermöglichen. "Erbe und Auftrag" lautet das Motto in diesem Jahr.

"Das Erbe", das sind die Stätten selbst mit ihren langen und inter essanten Geschichten. "Der Auftrag" ist es, diese so zu erhalten, dass auch nachfolgende Generationen noch von ihnen lernen können.
Die Führungen richten sich nicht nur an Touristen, sondern auch an Trierer: "Am Weltkulturerbetag geht es nicht in erster Linie um die Attraktionen an sich, sondern auch und vor allem um den Umgang mit ihnen und die Erhaltung", fasst Breitner zusammen. Er informiert über den Zustand des alten Gebäudes, über die Organisation und die Pläne der Restaurierungen, die immer wieder anfallen werden - etwa aufgrund des ständigen Winds, der durch die Porta bläst und den alten Stein langsam erodiert, aber auch wegen der menschlichen und tie rischen Besucher. Rucksäcke schaben über die Wände, Hände streichen über den Stein: alles Kleinigkeiten, die den Stein im Laufe der Zeit angreifen.

Und da sind natürlich auch die Tauben: 150 Kilogramm ätzender Vogelkot werden in einem Jahr über der Porta abgelassen, der regelmäßig entfernt werden muss. "Gerüste sind nicht immer schön", fasst Georg Breitner am Ende der Führung auf der Porta zusammen, "aber sie sind nötig und der Weltkulturerbetag ist eine gute Gelegenheit um zu erklären, warum das so ist."Extra

Georg Breitner zeigt die Reliefs, die im 18. Jahrhundert in den römischen Stein der Porta eingearbeitet wurden. Auch sie sollen erhalten werden. Foto: (h_st )

Das Trierer Stättenensemble ist seit 1986 Unesco-Weltkulturerbe. Die Ernennung jährt sich in diesem Jahr zum dreißigsten Mal. Im Herbst wird dieser Umstand groß gefeiert. Am Denkmaltag am 11. September sollen wieder Führungen in Form eines Parcours angeboten werden. daf