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1000 Bürger fordern "Mut zur Lücke"

Christina Lehmann (rechts) übergibt die Unterschriftenliste der Petition an Sozialdezernentin Angelika Birk. Ortsvorsteher Jürgen Plunien (Zweiter von links) und Oberbürgermeister Wolfram Leibe hören zu. TV-Foto: Marcus Hormes
Christina Lehmann (rechts) übergibt die Unterschriftenliste der Petition an Sozialdezernentin Angelika Birk. Ortsvorsteher Jürgen Plunien (Zweiter von links) und Oberbürgermeister Wolfram Leibe hören zu. TV-Foto: Marcus Hormes FOTO: (h_st )
Trier-Mariahof. Auf Initiative von Katrin Ehrmann-Schultze haben 1000 Bürger eine Petition an die Stadt Trier unterzeichnet. Ihr Titel: "Mut zur Lücke - Freiraum statt Bebauung am Ortseingang Trier-Mariahof". Bei der Übergabe der Liste am Montagmorgen gab es eine Zusage vom Stadtvorstand.

Trier-Mariahof. Seltener Besuch im Stadtteiltreff Mariahof: Der komplette Stadtvorstand mit Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD), Bürgermeisterin Angelika Birk (Grüne) und Baudezernent Andreas Ludwig (CDU) hält seine wöchentliche, nichtöffentliche Sitzung auch wechselweise in den Stadtteilen ab. An diesem Tag ist Mariahof an der Reihe. Das heißt, zusätzlich zur normalen Tagesordnung bekommt Ortsvorsteher Jürgen Plunien Gelegenheit, Anliegen aus seinem Stadtteil vorzubringen.
Doch zuvor will eine Gruppe von Bürgern Informationen und 1000 Unterschriften einer Petition übergeben. Sie richtet sich gegen die geplante Bebauung der Fläche östlich des Hofguts Mariahof. Dort und auf der Tarforster Höhe will die Stadt Mehrfamilienhäuser mit Sozialwohnungen errichten, die auch von Flüchtlingen genutzt werden sollen (der TV berichtete).
In Vertretung der Initiatorin Katrin Ehrmann-Schultze spricht Christina Lehmann zum Stadtvorstand: "Es geht nicht um eine generelle Ablehnung von sozialem Wohnungsbau, sondern um die Standortfrage aus städtebaulicher Sicht." Solange die Entscheidung für oder gegen ein Neubaugebiet Brubacher Hof nicht gefallen sei, sei eine umfassende Beurteilung der Gesamtentwicklung nicht möglich.
"Die Zuweisung von Flüchtlingen an die Stadt Trier ist stark zurückgegangen", stellt Lehmann fest. Die Bedingungen, unter denen der Stadtrat den Beschluss zum Bau der Wohnungen gefasst habe, hätten sich also verändert. Es müsse möglich sein, diesen Beschluss - wenn schon nicht aufzuheben - zumindest aufzuschieben. In der Petition heißt es zur Begründung: "Zwischen dem denkmalgeschützten Hofgut und den Häusern der Wolkerstraße wurde bewusst eine unbebaute Fläche freigehalten. Sie eröffnet den Blick in die Brubacher Flur und das angrenzende FFH-Gebiet Mattheiser Wald."
Die Dezernenten Ludwig und Birk verweisen auf die Auswahl favorisierter Bauentwurfspläne durch eine 24-köpfige Kommission am heutigen Dienstag und versprechen: "Im Januar werden wir die Varianten öffentlich vorstellen." Der Ortsbeirat werde sich wohl dann am 25. Januar damit befassen, der Stadtrat am 2. Fe bruar entscheiden. cus