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Handwerk
2,7 Millionen Euro fürs neue Zentrum der Handwerkskammer

FOTO: Schwadorf, Sabine
Trier. Die rheinland-pfälzische Energieministerin Ulrike Höfken hat der Handwerkskammer Trier (HWK) einen Förderbescheid in Höhe von rund 2,7 Millionen Euro übergeben.

Mit diesem Zuschuss fördert das Land den energiesparenden Neubau des HWK-Berufsbildungs- und Technologiezentrums (BTZ) in Trier-Nord (Loebstraße 18). Die Summe wird dafür verwendet, das innovative Gebäude in Passivbauweise zu errichten. Das Gesamtinvestitionsvolumen des Neubaus beträgt laut HWK 44 Millionen Euro. Der Eigenanteil der HWK liege bei 12,5 Millionen Euro. Der Bund schieße 18,5 Millionen Euro zu. Neben den 2,7 Millionen Euro für den Passivhausstandard trage das Land Rheinland-Pfalz 10,3 Millionen Euro der Baukosten.

Auf ausdrücklichen Wunsch des Landes soll das Bildungszentrum als bundesweit erstes HWK-Ausbildungszentrum im Passivhausstandard überregional ausstrahlen und damit zum Vorbild für vergleichbare Einrichtungen in Deutschland werden. Die dafür zusätzlich benötigten Kosten von rund 2,7 Millionen Euro übernimmt das Land daher selbst. Darin enthalten sind Mittel aus dem Europäischen Strukturfonds Efre.

Energieministerin Ulrike Höfken freut sich über das Engagement der Handwerkskammer Trier: „Das technische Know-how des Handwerks ist für den Klimaschutz und den Erfolg der Energiewende im Gebäudebereich unbedingt erforderlich. Dies zeigt sich gerade beim Bau der neuen Ausbildungsstätte, deren energetische Qualität bundesweit einzigartig ist“, sagte sie bei der Übergabe des Bescheids.

Das insgesamt 16 000 Quadratmeter große neue BTZ am Standort der HWK soll im Juni 2019 fertig sein. In dem energieeffizienten Ausbildungszentrum werden Lehrlinge, Meisterschüler und Fortbildungsteilnehmer unterrichtet. Im alten BTZ wurden jährlich etwa 4700 Lehrlinge und alle anderthalb Jahre rund 350 Meister ausgebildet. Mit über 400 Werkstattplätzen und nahezu 200 Unterrichtsplätzen wird das neue Bildungszentrum weiterhin Lehrangebote für Elektrotechniker, Friseure, Installateure und Heizungsbauer, Kfz-Mechatroniker, Maler und Lackierer, Metallbauer sowie ein landesweites Dentalbildungszentrum umfassen.  Die veralteten Gebäude werden nach und nach abgerissen. Bis zur Fertigstellung ist der Lehrbetrieb zum Teil auf angemietete Hallen in Standortnähe verlegt. Unterdessen geht der Innenausbau des neuen Zentrums voran. Das Passivhaus kommt ohne ein herkömmliches Heizsystem aus: Die Sonne, innere Wärmequellen und zurückgewonnene Wärme halten die Innenraumtemperatur wohltemperiert. So bleibt im Winter die Heizenergie im Gebäude und die Hitze im Sommer draußen. Der Neubau benötigt nach HWK-Angaben dadurch 90 Prozent weniger Heizenergie als ein Altbau und 75 Prozent weniger als ein konventioneller Neubau. Boden, Außenwände und Dach des Neubaus sind bereits mit einer jeweils 30 Zentimeter starken Dämmschicht versehen. Damit ist die Gebäudehülle luftdicht abgeschlossen. Die Fenster mit Dreifach-Wärmeschutz-Verglasung sind größtenteils eingebaut. Derzeit errichten Handwerker technische Anlagen, etwa die mechanische Lüftung mit Wärmerückgewinnung. „Wir freuen uns, dass das Land die Zusatzkosten für die energieeffiziente Bauweise übernimmt“, sagt Hauptgeschäftsführer Axel Bettendorf, der das Neubauprojekt zusammen mit HWK-Geschäftsführer Thomas Sandner leitet. Besonders stolz sei die Kammer auf die „Leuchtturmfunktion“ weit über die Landesgrenzen hinaus.