Jacob auf Abwegen: Biewerer zeigen bald eigenen Film

Die Idee einen Film zu drehen, entstand aus einem 20 Jahre alten TV-Bericht. Sie haben sich Zeit gelassen, die beiden Freunde Wolfgang Leinen und Egon Thull. Denn sie wollen ordentliche Arbeit liefern und einen richtig guten Film machen. Die beiden gebürtigen und leidenschaftlichen Biewerer lassen in ihrem neuen gemeinsamen Projekt den Ortspatron, den heiligen Jacobus, lebendig werden. Gemessenen Schritts kommt er die Straße entlang: großer Filzhut, warmer Wams und weiter Mantel, den Stab in der Hand, das große Buch unterm Arm und die bequemen Sandalen an den Füßen. An einer Kette trägt er sein deutlichstes Erkennungszeichen, die Jakobsmuschel. Ja, genau so könnte er ausgesehen haben, der heilige Jacobus. Zumindest sieht die lebendige Ausführung seinem steinernen Pendant auf dem Biewerer Brunnen sehr ähnlich. Dass der Heilige in diesen Wochen und Monaten vermehrt durch "seinen Stadtteil" läuft, kommt nicht von ungefähr. In Biewer wird wieder mal ein Film gedreht. Das bereits mehrfach erprobte und erfolgreiche Duo Wolfgang Leinen und Egon Thull arbeitet mit tatkräftiger Unterstützung zahlreicher Akteure vor und hinter der Kamera an einer ganz besonderen Geschichte. Einen Film über den heiligen Jacobus, den Patron ihres Heimatstadtteils, wollen die beiden drehen. Und es deutet alles darauf hin, dass dieser Wunsch Wirklichkeit wird. Idee ist bereits fünf Jahre alt Die Idee stammt schon aus dem Jahr 2006, als Wolfgang Leinen zwei TV-Berichte von 1991 in die Hände fielen. Eine Leiter am Brunnen hatte eine Redakteurin zum Schnappschuss und der Spekulation veranlasst, ob St. Jacobus etwa nachts heimlich seinen Standort verlasse und durch Biewer flaniere. Als sich dann die städtische Denkmalpflege einschaltete und besorgt nach dem rechten Halt des Brunnenheiligen schauen wollte, war die Story in Biewer perfekt. Ein Karnevalsorden, regelmäßige Auftritte von Manfred Klinkhammer in der Bütt und sein Anführen des Schärensprungs über zehn Jahre lang hielten die heitere Geschichte im Ort und darüber hinaus lebendig. Naheliegend, dass die Pläne für einen Film über den wandelnden Jacobus nicht allzu lange auf sich warten ließen. Klar auch, dass Manfred Klinkhammer seine Rolle nicht nur auf die Bühne, sondern auch auf die Leinwand bringen sollte. Seine Krankheit schob das Projekt zeitlich nach hinten. Doch nun ist es so weit: Jacobus steigt vom Brunnen und wird diesmal dabei gefilmt. "Bislang haben wir rund viereinhalb Stunden Material", berichten die Hauptfilmer Leinen und Thull. Vor allem Nachtszenen haben sie schon im Kasten. Auch der Einstieg, bei dem Charly Fuhrmann einigen Biewerer Kindern am Lagerfeuer erzählt, was es mit dem heiligen Jacobus auf sich hat, ist schon abgedreht. Nun wird sich demnächst Kommissar Silvio Lauterborn auf die Spur des Nachtwandlers machen und auf Anweisung seines Polizeichefs Otmar Cartarius herauszufinden suchen, welch dubiose Geschehnisse im idyllischen Biewer vor sich gehen. Natürlich wollen die Macher noch nicht alles verraten. "Wir haben 29 Szenen, die aber ständig noch erweitert, verändert und überarbeitet werden", berichtet Wolfgang Leinen. Und er verspricht, dass ein "spannender, lustiger, interessanter und rundum sehenswerter Streifen" entstehen wird. Bis Ende des Jahres wollen sich die Filmemacher Zeit nehmen, um Anfang 2012 ihr Werk vorführen zu können. Der Film über die nächtlichen Ausflüge des heiligen Jacobus in Biewer wird unter verantwortlicher Leitung von Rüdiger Backes vom Videostudio Trier gedreht. Fürs rechte Licht sorgt Jürgen Leinen, die notwendigen Animationen erarbeitet Patrick Leinen. Neben Hauptdarsteller Manfred Klinkhammer wirken mit Charly Fuhrmann, Silvio Lauterborn, Otmar Cartarius sowie 20 bis 30 Kinder und Erwachsene aus Biewer. Gedreht wird an Originalschauplätzen voraussichtlich bis Jahresende. Anfang 2012 soll "Jacob auf Abwegen", so der vorläufige Arbeitstitel des Films, in der Biewerer Mehrzweckhalle Auf der Kipp gezeigt werden.