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Alarmstufe Rot: Zu wenig Blutspender

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) feierte den Weltblutspendetag gestern mit der 100-millionsten Blutspende. Und obwohl die Region Trier vorbildlich mitmacht, bleibt das Problem: Es gibt zu wenig Blutspender. Von unserem Redakteur Heribert Waschbüsch

Trier. Beim Weltblutspendetag sind gestern in Berlin 66 treue Spender und Helfer ausgezeichnet worden. Aus der Region Trier wurde Alfred Rosenkranz aus Neumagen-Dhron geehrt. Doch für die Verantwortlichen vom DRK stand an diesem Tag ein Problem im Vordergrund: Es gibt deutschlandweit zu wenige Blutspender. "Der verfügbare Gesamtvorrat an Blutkonserven reicht nur noch für einen Werktag", sagt Friedrich-Ernst Düppe, Pressesprecher des DRK-Blutspendedienstes West. In Deutschland werden jährlich knapp fünf Millionen Blutspenden benötigt. Das sind elf Spenden pro Minute. In Rheinland-Pfalz wurden 2006 bei knapp 1900 Terminen von 200 000 Spendern etwa 100 000 Liter Blut gespendet, sagt Heinz-Walter Hohl vom Blutspendedienst West, Bad-Kreuznach. In der Region Trier sind die Blutspender besonders engagiert. "Wir liegen mit unserer Beteiligung in Rheinland-Pfalz und dem Saarland an der Spitze", sagt Hans-Jörg Mühlenhoff, für die Region Trier zuständiger Referent. Rein rechnerisch gehen in der Region 8,57 Prozent der Gesamtbevölkerung zum Blutspenden, weil aber viele der Freiwilligen zwei-, drei- und manche sogar sechsmal im Jahr gehen, ist die Zahl der wirklichen Spender deutlich geringer. Dennoch ist die Region besonders engagiert: Im Saarland sind es lediglich 4,66 Prozent, in Rheinland-Pfalz 4,92 Prozent. "Wir stellen auch ein großes Stadt-Land-Gefälle fest", sagt Düppe. In Trier gingen knapp 3,6 Prozent spenden, im Kreis Trier-Saarburg 8,3 Prozent, in Bernkastel Wittlich 9,34 Prozent, im Vulkaneifelkreis Daun 9,78 und im Eifelkreis Bitburg-Prüm sogar 11,84 Prozent. Größte Mühen geben sich die Verantwortlichen dabei, neue, junge Spender zu werben. "Wir gehen an Berufsschulen und an Gymnasien, an Fachhochschulen und Unis", sagt Hohl. Denn entgegen der landläufigen Meinung werden die Blutspenden heute weniger für die Unfallversorgung benötigt (nur sechs Prozent) als vielmehr für die Behandlung von Tumorerkrankungen, Leukämie oder Herz-Kreislauferkrankungen.Anmerkung der Redaktion: Dieser Text sollte gestern auf der ersten Seite erscheinen, musste aber wegen der aktuellen Entwicklungen im Vermisstenfall Tanja Gräff ersetzt werden.