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| 20:39 Uhr

Auch Hermeskeil soll im Spiel bleiben

Werden die Karten bei der Suche nach einem Fusionspartner für die VG Kell doch noch einmal neu gemischt? Das wünschen sich zumindest drei SPD-Ortsvereine im Hochwald. TV-Symbolfoto: Klaus Kimmling
Werden die Karten bei der Suche nach einem Fusionspartner für die VG Kell doch noch einmal neu gemischt? Das wünschen sich zumindest drei SPD-Ortsvereine im Hochwald. TV-Symbolfoto: Klaus Kimmling FOTO: klaus Kimmling (h_hochw )
Kell am See/Saarburg/Hermeskeil. Drei SPD-Ortsvereine in der Verbandsgemeinde Kell fordern parallel zu den fast abgeschlossenen Fusionsverhandlungen mit Saarburg auch vergleichbare Gespräche mit Hermeskeil. Dies auf politischem Weg zu erreichen, halten sie jedoch für aussichtslos. Sie hoffen nun auf die Bürger. Christa Weber

Kell am See/Saarburg/Hermeskeil Im Verbandsgemeinderat Kell hat SPD-Fraktionschef Manfred Rauber Ende August seine Zweifel geäußert. Er sei nicht sicher, ob in den Verhandlungen über eine Fusion Kells mit der Verbandsgemeinde (VG) Saarburg "das Optimum für die jetzige VG Kell" herausgeholt werde, sagte Rauber damals. Um eine Vergleichsmöglichkeit zu haben, forderte er parallel Gespräche mit der VG Hermeskeil.
Die Erklärung des Ortsbürgermeisters von Waldweiler fand damals im Rat keine Unterstützung. "Aber danach kam Bewegung in die Sache", sagt Rauber nun etwa acht Wochen später. Inzwischen gab es zwei SPD-Mitgliederversammlungen auf VG-Ebene. Dort habe eine Mehrheit die VG-Ratsfraktion aufgefordert, sich für Gespräche mit Hermeskeil einzusetzen. "Das wurde aber abgelehnt, der Ball ging zurück in die Ortsvereine."
Laut Rauber wurden für Waldweiler, Schillingen und Kell am See Unterschriftenlisten vorbereitet. Per Bürgerbegehren wollte man die Verwaltung dazu bringen, parallel zu den fast abgeschlossenen Verhandlungen mit Saarburg mit der VG Hermeskeil zu sprechen. "Man sollte uns im östlichen Teil der VG die Chance lassen, eine alternative Meinung einzuholen." Eine kommunalrechtliche Prüfung ergab jedoch geringe Erfolgsaussichten. Denn über die Annahme der Begehren müsste der VG-Rat entscheiden. "Der Raum Zerf/Greimerath tendiert klar nach Saarburg. Wir kriegen da keine Mehrheit." Dasselbe gelte für einen VG-weiten Bürgerentscheid. "Wir würden für große Unruhe sorgen - und möglicherweise scheitern." Daher komme es nun auf die Bürger an. Sie müssten sich an den bevorstehenden Veranstaltungen beteiligen und selbst entscheiden, ob das Verhandelte mit Saarburg für sie akzeptabel sei. "Wenn dem so ist, akzeptieren wir das auch."
Fest stehe, dass bei einer Fusion mit Saarburg in Kell keine eigene Fachabteilung der Verwaltung erhalten bliebe. Er wolle die Ergebnisse dennoch nicht kaputtreden, betont Rauber. "Ich kann sie aber nicht wirklich bewerten, weil der Vergleich fehlt." Auch dem Bürger wolle man einen "Abwägungsprozess" ermöglichen. Rückblickend sei es deshalb falsch gewesen, nicht auch parallel mit Hermeskeil zu verhandeln. Er bedauere, dass es dazu nun keine Bereitschaft mehr gebe. Hans-Albert Schmitt, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins in Schillingen, sieht es ähnlich. "Im Ort fragen immer wieder Bürger: Wieso Saarburg?" Es spreche nichts dagegen, sich die Hermeskeiler Angebote anzuhören. Sein Ortsverein werde die Sache aber vorerst nicht aktiv weiterverfolgen.
Patrick Kranz, neuer SPD-Vorsitzender in Kell am See, sagt: "Wir stehen nach wie vor dahinter, dass mit Hermeskeil gesprochen wird." Jeder Privatmann hole sich zwei, drei Angebote ein, bevor er entscheide. Im März beim Bürgerentscheid habe man den Menschen in der Ortsgemeinde Kell suggeriert, man spreche zunächst mit Saarburg, die Tür nach Hermeskeil sei aber weiter offen. Damals wollte eine Bürgerinitiative den Anschluss des Ortes Kell an Hermeskeil erreichen. Die Mehrheit der Bürger folgte aber dem Anliegen des Gemeinderats, die Verhandlungen mit Saarburg abzuwarten (der TV berichtete). "Es wäre bedauerlich, wenn Hermeskeil jetzt ganz außen vor bliebe", sagt Kranz.
Martin Alten (CDU), Bürgermeister der VG Kell, sieht keinen Grund dafür, eine andere VG ins Spiel zu bringen. "Anders wäre es, wenn man mit den Ergebnissen überhaupt nicht zufrieden wäre. Aber dem ist ja nicht so." Außer Rauber sei kein Mitglied der Verhandlungsgruppe unzufrieden. Und an dem VG-Ratsbeschluss, dass mit Saarburg verhandelt wird, habe sich nichts geändert. Die Ergebnisse jedes bisherigen Treffens seien auf der Internetseite <%LINK auto="true" href="http://www.saarburg-kellamsee.de" text="www.saarburg-kellamsee.de" class="more"%> nachlesbar: "Transparenter geht es nicht."
Nachfragen aus der Öffentlichkeit habe es bislang kaum gegeben. Das letzte Treffen ist laut Alten am 21. November. Der Fusionsvertrag werde vermutlich Anfang Dezember bei Einwohnerversammlungen in beiden Verbandsgemeinden vorgestellt. Ab Anfang 2018 könnten dann die Abstimmungen in den VG- und Gemeinderäten folgen.Extra: DIE EINEN ENTTÄUSCHT, DIE ANDEREN GELASSEN


"Wir können diese Initiative vom Inhalt her nur gutheißen", sagt Michael Hülpes (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil, zu dem Vorstoß der Keller SPD-Ortsvereine, Gespräche mit Hermeskeil zu fordern. "Wir bedauern es sehr, dass die Keller so einseitig in Richtung Saarburg marschieren." Wie "widersinnig" dies sei, zeige sich auch daran, dass zur Stärkung der Realschule plus in Kell gerade im Hermeskeiler VG-Gebiet "händeringend um Schüler geworben" werde. Die ursprünglichen Ziele der Kommunalreform - Einsparungen und Bürgernähe - seien mit Hermeskeil besser umzusetzen, sagt Hülpes. Die VG Hermeskeil habe angeboten, Werke und Tourismuszentrale nach Kell zu verlagern. "Der östliche Teil der VG Kell hätte bei uns eine starke Position", sagt Hülpes. Sollte es dort eine politische Wende geben, sei Hermeskeil gesprächsbereit. Der Saarburger VG-Chef Jürgen Dixius (CDU) sagt auf TV-Anfrage, dass er die Fusionsverhandlungen durch die SPD-Initiative in Kell nicht gefährdet sehe. Bis Ende des Monats lägen alle Fakten auf dem Tisch, dann könne der Vertrag ausgearbeitet werden.