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Kirche
Aufatmen in 3500-Seelen-Gemeinde

 „Weniger schlimm als befürchtet“: Küster Achim Müller zeigt Schäden an der Decke der Kirche St. Martin. Nun hat sich herausgestellt, dass nur Teile der Decke betroffen sind. 
„Weniger schlimm als befürchtet“: Küster Achim Müller zeigt Schäden an der Decke der Kirche St. Martin. Nun hat sich herausgestellt, dass nur Teile der Decke betroffen sind.  FOTO: Roland Morgen
Trier-Nord. Die Schäden in der Kirche St. Martin in der Trierer Nordstadt sind weniger gravierend als befürchtet. Dennoch bleibt  das Gotteshaus vorläufig geschlossen. Von Roland Morgen
Roland Morgen

Diese Nachricht dürfte Freude in der Pfarrgemeinde St. Martin in Trier-Nord auslösen: Befürchtungen, ihre Kirche könnte zu einem teuren Sanierungsfall werden oder gar dauerhaft geschlossen bleiben, haben sich nicht bewahrheitet. Bistumsarchitekt Josef Eltges gibt Entwarnung: „Bei Untersuchungen sind keine weiteren Schäden festgestellt worden.“ Heißt im Klartext: Das Gotteshaus lässt sich mit kleineren Arbeiten an der Kirchendecke wieder nutzbar machen.

Von dort hatte sich im Oktober ein etwa 50 Zentimeter langes Stück Fries aus Gips gelöst und war aus rund 15 Metern Höhe auf eine Bank herabgedonnert. Glück­licherweise hielt sich damals niemand in der Kirche auf. Das Bistum handelte umgehend und schloss das von 1912 bis 1915 erbaute Gotteshaus (der TV berichtete).

Die Vermutung, über undichte Stellen im Dach sei Wasser in die Decke – eine flache Betonkonstruktion mit darunter angebrachten Stuckformteilen – eingedrungen und habe den Gips aufquellen lassen, bestätigten sich bei den Untersuchungen der vergangenen Wochen nicht. Eltges: „Das Dach ist dicht: Das herabgefallene Teil hatte eine bereits 30 Jahre alte Vorschädigung durch damals eingedrungene Feuchtigkeit.“ Nun hätten Kondenswasser und die gerade im langen Sommer 2018 extremen Aufheizungen im Deckenraum den Rest gegeben.

Glück im Unglück: „Es sind nach unserem neuen Kentnisstand keine statischen oder sonstigen Probleme zu erwarten“, so Eltges.

Dennoch wird St. Martin demnächst Baustelle sein. Mürbe Stuckel­emente an der Decke müssten abgenommen und durch Neuanformungen ersetzt werden. Doch zuvor stehen die Ermittlung der Kosten (die bis zu 60 Prozent vom Bistum getragen werden) und dann die Beauftragung einer Fachfirma auf dem Programm. Wiedereröffnung? Da will sich der Bistumsarchitekt nicht festlegen: „Möglicherweise im Sommer.“

Achim Müller, Organist, Chorleiter und Küster von St. Martin, hofft darauf, dass „spätestens ab dem Pfarrfest“ (17./18. August) wieder Gottesdienste am angestammten Ort stattfinden können. Seit Oktober 2018 finden die Messen in der Krypta von St. Martin statt, bei besonderen Anlässen weicht Pastor Joachim Waldorf in die Kirche des benachbarten Krankenhauses der Barmherzigen Brüder aus.

Besonders schmerzlich: Die Christmette, zu der die 550 Sitzplätze bietende Martinskirche stets von rund 700 Gläubigen besucht wird, musste an Heiligabend  2018 ersatzlos ausfallen. Wie es an Ostern sein wird, weiß Müller „derzeit nicht. Da sind wir noch am Tüfteln.“

Immerhin wird es keine Raumprobleme am Weißen Sonntag (28. April) geben: Erstkommunion wird in diesem Jahr turnusgemäß in der Basilika St. Paulin gefeiert, der Hauptkirche der Pfarreiengemeinschaft St. Paulin, zu der die 3500 Katholiken zählende Pfarrei St. Martin gehört.