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Ausnahmezustand in Trier: Sperrung der Lindenstraße verursacht erhebliche Behinderungen

FOTO: Hans Krämer (Hjk) ("TV-Upload Kr?mer"
Trier. Tag eins der Lindenstraßensperrung in Trier begann verheißungsvoll ruhig - aber dann wurde er schnell so schlimm wie befürchtet. Auf allen Hauptachsen des Stadtgebiets und auch den Alternativstrecken bewegte sich am Dienstag zeitweise nichts mehr. Jörg Pistorius

Trier. Der Verkehr in der Römerstadt verliert schon bei kleineren Störungen wie einer gesperrten Spur schnell seine Stabilität. Eine massive Beeinträchtigung wie die Sperrung der Lindenstraße, durch die normalerweise täglich 20 000 Fahrzeuge in Richtung Moselufer und Kaiser-Wilhelm-Brücke rollen, hat negative Auswirkungen auf große Teile des gesamten Stadtgebiets.

Der Berufsverkehr: 7 Uhr morgens an der Kreuzung Porta Nigra und Paulinstraße: Der Verkehr in Richtung Moselufer läuft zwar klar langsamer als sonst, aber dennoch locker und stetig über die Friedrich-Ebert-Allee. Nur in Einzelfällen stockt der Fluss und staut sich einige Fahrzeuglängen. In der Gegenrichtung sieht es genauso aus. Es läuft langsam, aber es läuft. Das wird sich ändern.

Jetzt wird es enger: Ab acht ändert sich die Lage. Sowohl auf der Friedrich-Ebert-Allee als auch auf der Franz-Ludwig-Straße stockt der Verkehr, die Staus werden länger, die Wartezeiten größer. Der Rückstau blockiert schnell die Theodor-Heuss-Allee bis zum Bahnhof. Jetzt treffen auch Statusmeldungen aus anderen Teilen der Stadt ein. Sie sind beunruhigend.

Die Innenstadt: Saarstraße, Ostallee, Barbaraufer, Paulinstraße - es stockt überall. Die Polizei meldet keine Unfälle. Vor allem die Saarstraße ist dicht. Erst gegen 8.40 Uhr bewegt sich der Verkehr wieder, wenn auch nur langsam.

Konz: Wer am Dienstagmorgen von Konz nach Trier unterwegs ist, braucht extrem viel Geduld. Kurz vor neun Uhr staut sich der stadteinwärts laufende Verkehr bereits bis Höhe Karthaus. Erst gegen 9.15 Uhr entspannt sich die Lage. Die Polizei meldet keinen Unfall auf der Strecke. Menschen aus dem Raum Konz sind zurzeit ohnehin geplagt. Neben den Staus in Trier führt die Sperrung der B 419 jeden Tag zu Wartezeiten auf der Umleitungsstrecke über Könen und Tawern. Eine Fahrerin berichtet, dass sie für den Weg von Wasserliesch bis Trier eine Stunde und 40 Minuten gebraucht hat. Im Normalfall dauert diese Fahrt 15 Minuten.

Auch das noch: Ein Unfall mit Blechschaden auf der B 51 Höhe Hochschule sorgt ab 8 Uhr dafür, dass sich der Verkehr aus Richtung Eifel staut. Auch auf der Autobahn Richtung Luxemburg dauert es länger als gewohnt.

Staudisziplin: Auf Facebook und Twitter tobt die Wut über uneinsichtige Fahrer ohne Staudisziplin, die eine grüne Ampel als Signal und Berechtigung verstehen, auf jeden Fall fahren zu dürfen - auch wenn die Kreuzung vor ihnen völlig verstopft ist. Damit blockieren sie dann den Gegenverkehr und machen alles noch schlimmer.

Der Nachmittag: Es gibt keine Entspannung, ganz im Gegenteil: Auch die Busse kommen nicht mehr durch, Verspätungen werden zur Normalität. Der Strom der Fahrzeuge, die durch die Nordallee wollen oder müssen, reißt nicht ab. Wer sich mit dem Fahrrad oder zu Fuß durch die Innenstadt bewegt, was an diesem Tag die deutlich bessere Lösung ist, sieht endlos scheinende Blechlawinen, die sich durch die Hitze quälen.

Feierabendverkehr und Fazit: Die Lage im Norden ist nicht entspannt, aber auch nicht so übel, wie der Nachmittag vermuten ließ. Zäher, aber rollender Verkehr. "Der erste Tag ist der schlimmste" - das sagt Ralf Frühauf vom Presseamt der Stadt Trier. Laut seiner Mitteilung halten die Fachleute der Verwaltung ständig Ausschau nach Möglichkeiten der Optimierung wie eine veränderte Ampelschaltung. ,,Diese Änderungen können aber nur marginaler Natur sein, sie werden die Verkehrsführung nicht betreffen", sagt er.

Einen Liveticker lesen Sie am Mittwochmorgen hier auf volksfreund.de .

Luxemburg-Linien

Der Betreiber der Buslinien 117 und 118 nach Luxemburg hat reagiert. Wohl bis Ende August entfallen für beide Linien folgende Haltestellen: Nordallee (beidseitig) und Theodor-Heuss-Allee. Sie starten an der Ersatzhaltestelle am Hauptbahnhof (Bussteig 1, Mast 3) gemäß dem Fahrplan der Haltestelle Theodor-Heuss-Allee. Ab Donnerstag bedienen beide Linien die Haltestelle Südallee/Kaiserstraße (Linie 117 in Richtung Römerbrücke/ B51, Linie 118 Richtung Pacelliufer/ B49). har

Am Vormittag begannen Arbeiter mit dem Aufschneiden der Fahrbahndecke in der Lindenstraße (Foto oben). Viel Geduld brauchten aus Konz kommende Autofahrer. Sie standen in einem Stau, der bis Karthaus zurückreichte (links). Eine Fahrerin brauchte nach eigenen Angaben 100 Minuten für die Strecke von Wasserliesch nach Trier, die normalerweise in einer Viertelstunde erledigt ist. TV-Fotos (3): Hans Krämer (1), Jörg Pistorius (1), Michael Schmitz (1)
Am Vormittag begannen Arbeiter mit dem Aufschneiden der Fahrbahndecke in der Lindenstraße (Foto oben). Viel Geduld brauchten aus Konz kommende Autofahrer. Sie standen in einem Stau, der bis Karthaus zurückreichte (links). Eine Fahrerin brauchte nach eigenen Angaben 100 Minuten für die Strecke von Wasserliesch nach Trier, die normalerweise in einer Viertelstunde erledigt ist. TV-Fotos (3): Hans Krämer (1), Jörg Pistorius (1), Michael Schmitz (1) FOTO: (h_st )
Am Vormittag begannen Arbeiter mit dem Aufschneiden der Fahrbahndecke in der Lindenstraße (Foto oben). Viel Geduld brauchten aus Konz kommende Autofahrer. Sie standen in einem Stau, der bis Karthaus zurückreichte (links). Eine Fahrerin brauchte nach eigenen Angaben 100 Minuten für die Strecke von Wasserliesch nach Trier, die normalerweise in einer Viertelstunde erledigt ist. TV-Fotos (3): Hans Krämer (1), Jörg Pistorius (1), Michael Schmitz (1)
Am Vormittag begannen Arbeiter mit dem Aufschneiden der Fahrbahndecke in der Lindenstraße (Foto oben). Viel Geduld brauchten aus Konz kommende Autofahrer. Sie standen in einem Stau, der bis Karthaus zurückreichte (links). Eine Fahrerin brauchte nach eigenen Angaben 100 Minuten für die Strecke von Wasserliesch nach Trier, die normalerweise in einer Viertelstunde erledigt ist. TV-Fotos (3): Hans Krämer (1), Jörg Pistorius (1), Michael Schmitz (1) FOTO: (h_st )