Wir möchten auf unserer Webseite Cookies und pseudonyme Analysetechniken auch unserer Dienstleister verwenden, um diesen Internetauftritt möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.

Außerdem möchten wir und unsere Dienstleister damit die Besuche auf unserer Webseite auswerten (Webtracking), um unsere Webseite optimal auf Ihre Bedürfnisse anzupassen und um Ihnen auf unserer Webseite sowie auch auf Webseiten in verbundenen Werbenetzwerken möglichst interessante Angebote anzeigen zu können (Retargeting).

Wenn Sie dieses Banner anklicken bzw. bestätigen, erklären Sie sich damit jederzeit widerruflich einverstanden (Art. 6 Abs.1 a DSGVO).

Weitere Informationen, auch zu Ihrem jederzeitigen Widerrufsrecht, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

| 18:56 Uhr

Arbeit
Auszubildende Michelle Weis wird plötzlich Chefin

Die Auszubildende Michelle Weis begrüßt die Kunden für die nächsten zwei Wochen in ihrem eigenen Büro als Filialleiterin.
Die Auszubildende Michelle Weis begrüßt die Kunden für die nächsten zwei Wochen in ihrem eigenen Büro als Filialleiterin. FOTO: Julia Schulz
Trier. In der Sparkassenfiliale Trier-Süd tauschen Chefs und Azubis wie Michelle Weis für zwei Wochen ihre Rollen. In der Filiale hat sich seitdem einiges geändert. Von Julia Schulz

Damit hatte Michelle Weis (21) nicht gerechnet, als sie sich bei der Sparkasse Trier für das Projekt „Azubifiliale“ beworben hat. „Eigentlich wollte ich nur in die Beratung, aber dann habe ich mich einfach mal als Filialleiterin beworben und jetzt bin ich hier“, erzählt sie, während sie ihr eigenes Büro für ihre ersten Kunden bereit macht.

Michelle Weis ist in ihrem zweiten Ausbildungsjahr bei der Sparkasse Trier und wird bis zum 25. Mai in der Filiale in Trier-Süd den eigentlichen Filialleiter, Michael Müller, ersetzen.

Doch nicht nur Michael Müller muss die nächsten zwei Wochen seinen Schreibtisch räumen. Insgesamt zehn Azubis übernehmen den kompletten Betrieb der Filiale. Ganz unter dem Motto: „Vertrauen in unsere Azubis ist einfach“.

Bereits beim Betreten der Filiale fällt der Unterschied auf. Es riecht süßlich nach frisch gebackenem Kuchen. Am Eingang grüßt ein kleiner Bäckerwagen, der Amerikaner verkauft, in deren Mitte das Sparkassenlogo aus Zuckerguss sitzt. „Bei diesem Bäcker kann man sogar mit Karte zahlen“, verrät Michelle Weis.

Die Deko in der Filiale ist passend zur Jahreszeit sommerlich gestaltet. Rot-weiße Wasserbälle und Ballons kullern auf dem Boden herum und machen den Besuch bei der Sparkasse auch für kleinere Gäste attraktiv. Insgesamt wirkt die Filiale weniger streng als gewöhnlich, aber dennoch professionell.

Das liegt auch an der neuen Kleiderordnung: Hemd, Krawatte und Bluse sind erstmal Geschichte!  Stattdessen trägt jeder Mitarbeiter ein einfaches rotes Poloshirt mit seinem Namensschild und einer schwarzen Hose. „Wir wollen ausprobieren wie ein lockereres Auftreten bei den Kunden ankommt“, erzählt Michelle Weis. Von Aufregung ist bei der neuen Filialleiterin nichts zu spüren: „Ich nehme die Dinge gerne selber in die Hand und werde für meine Kollegen eine zuverlässige Ansprechpartnerin sein“.

Sie habe jedoch nicht vor, ihre Mitarbeiter herumzukommandieren. Ein bisschen verrückt fände sie es aber schon, jetzt plötzlich eine Führungsposition zu haben, erzählt sie lachend, während sie sich in ihrem Büro umsieht. Ein eigener Schreibtisch, Regale voller Ordner und sogar ein kleiner Tisch für Kundengespräche. Solch einen Luxus kennt sie als Auszubildende sonst nicht. Das Besondere an diesem Projekt sei auch, dass sie mit anderen Azubis zusammenarbeiten und ausprobieren könne, ob sie sich in einer Führungsposition wohl fühlt.

Nach Trier geholt hat das Projekt die Jugend- und Auszubildenden-Vertretung der Sparkasse Trier. In den letzten Jahren hatten deutschlandweit schon mehrere Sparkassenfilialen und andere Unternehmen Vertrauen in ihre Azubis bewiesen. „Ich hoffe, dass wir das in Zukunft auch noch öfter tun werden“, verrät Michael Müller.

Um Punkt halb neun öffnete die Filiale am Montag, den 14. Mai, nach der Schlüsselübergabe durch den Sparkassenvorstand dann endlich ihre Türen für die ersten Kunden. Auf sie warten Südbadgutscheine und andere kleine Geschenke.

Außerdem setzen die Azubis probeweise i-Pads zur Beratung ein und befragen die Kunden nach ihrer Zufriedenheit. Die Auszubildende Michelle Weis sieht den Wochen positiv entgegen und glaubt, dass sie und ihre Kollegen die Filiale gut unter Kontrolle haben werden: „Jeder hat ein Spezialgebiet, auf dem er sich besonders gut auskennt, da werden wir bestimmt gemeinsam Lösungen für Probleme finden“. Zur Not säße immer noch Michael Müller oder ein anderer Kollege im Keller, den sie aber hoffentlich nicht brauchen werden.