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Bahn will Portal des Hauptbahnhofs sanieren

Schon ein gewohntes Bild: Das Baugerüst am Trierer Hauptbahnhof. TV-Foto: Friedemann Vetter
Schon ein gewohntes Bild: Das Baugerüst am Trierer Hauptbahnhof. TV-Foto: Friedemann Vetter
Trier. Einzelne Fassadenplatten des Eingangsportals am Hauptbahnhof drohen abzustürzen. Ein Gerüst schützt Bahnreisende vor Verletzungen. Die Deutsche Bahn AG erwägt 2013 eine Sanierung für eine Million Euro. Frank Auffenberg

Trier. Anderthalb Jahre ist das Eingangsportal des Trierer Hauptbahnhofes bereits an den Seitenpfeilern mit Baugerüsten verkleidet. Die mit grünen Fangnetzen, Spanholzplatten und Werbebannern einer Gerüstbaufirma verkleideten Metallkonstruktionen wirken seit dem Aufbau verlassen. Nachbarn und Bahnreisende rätseln seitdem über ihre Funktion, dabei ist die Erklärung angesichts des maroden Eindrucks, den manche Bereiche des Bahnhofsgebäudes zeigen, denkbar naheliegend. Nicht Bauarbeiten seien der Grund für die Aufstellung der Gerüste, teilt die Pressestelle der Deutschen Bahn AG in Frankfurt auf TV-Anfrage mit. Nach einer Überprüfung der Portalfassade Ende 2010 habe sich gezeigt, dass manche Elemente der Verkleidung beschädigt seien.
"Bei einzelnen Platten wurde festgestellt, dass sie nicht mehr ganz so fest verankert sind. Als reine Vorsichtsmaßnahme wurde deshalb das Schutzgerüst errichtet, damit niemand zu Schaden kommt", sagt ein Sprecher der Bahn. Bis heute hat sich allerdings noch keine Platte gelöst.
Wie es mit dem maroden Portal weitergeht, darüber kann die Pressestelle keine Auskunft geben. 2011 sei über die Zukunft der sanierungsbedürftigen Fassade beraten worden, eine angedachte und geprüfte Variante zur Reparatur einzelner Platten sei aber verworfen worden. Aufwand und Kosten schienen unverhältnismäßig angesichts der Erwartung, dass bisher noch nicht beschädigte Verkleidungselemente in wenigen Jahren ebenfalls sanierungsbedürftig werden könnten.
Komplettsanierung angestrebt


"Man hat sich daher zu einer Komplettsanierung entschlossen. Diese ist allerdings sehr teuer, wir rechnen mit einer Investition von bis zu einer Million Euro", teilt die Bahn mit. Mittel für die Sanierung seien noch nicht genehmigt und bereitgestellt, Planung und Ausschreibung des Projekts würden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. "Wir rechnen damit, in 2013 mit der Fassadensanierung beginnen zu können und bitten Reisende und Bürger von Trier um Verständnis und noch etwas Geduld."
Extra

Das Gebäude des Trierer Hauptbahnhofs wurde zwischen 1950 und 1953 errichtet. Das Ensemble nach einem Entwurf des Architekten Thomas Hoffmann steht an der Stelle eines im Zweiten Weltkrieg zerstörten Monumentalbaus aus den 1880er Jahren. Die Eingangshalle des Bahnhofs ist circa 13 Meter breit und hat eine Fassadenhöhe von etwa elf Metern. Die Fassade des Portals ist durch vier Säulen gegliedert. In ihrer Breite zählt sie in der Höhe fünf Fensterelemente, in der Breite 18. Die Außenwände und jede Säule sind mit steinernen Fassadenverkleidungen versehen. aff