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Bahnhof Pfalzel: Immer wieder Müll und Scherben

Einer der Service- und Informationsschaukästen am Bahnhof in Pfalzel wurde von Unbekannten zerstört. Der Unmut über den von Müll und Vandalismus geprägten Zustand des Bahnhofs ist groß.
Einer der Service- und Informationsschaukästen am Bahnhof in Pfalzel wurde von Unbekannten zerstört. Der Unmut über den von Müll und Vandalismus geprägten Zustand des Bahnhofs ist groß. FOTO: Lukas Sanwald
Trier. Der Pfalzeler Bahnhof wird wiederholt Opfer von Vandalismus und Verschmutzung. Ein Leser beschwert sich über die Untätigkeit der Bahn. Von Lukas Sanwald

Wiederholt äußern Fahrgäste ihren Unmut über den Zustand der Trierer Bahnhöfe, von den kleinen Haltepunkten bis zum Hauptbahnhof. Im Januar hatte sich ein TV-Leser über die überquellenden Mülleimer am Bahnhof Trier-Süd beschwert – die Bahn reagierte und kündigte verstärkte Reinigungen an. Im aktuellen Fall geht es um den Bahnhof Trier-Pfalzel.

Dort ärgerte sich ein TV-Leser immer wieder über die Vermüllung des Bahnsteigs sowie demolierte und vollgesprühte Schaukästen. Da seine Meldungen an die zuständige Servicestelle bei der Bahn in Saarbrücken ohne Folgen blieben, wandte er sich an den Trierischen Volksfreund.

Der Trierer beklagt die zunehmende Verschmutzung des Bahnhofs, Müll werde einfach achtlos weggeworfen, die Reinigungsintervalle seien unzureichend. Sogar ein Kothaufen habe schon tagelang auf dem Bahnsteig rumgelegen. Zudem wurden die beiden Schaukästen auf dem Bahnsteig zerstört und mit Graffiti besprüht. Der Zustand sei für die Fahrgäste nicht mehr zumutbar, empört sich der Beschwerdeführer.

Auf Nachfrage des TV antwortet die Pressestelle der Deutschen Bahn: Wie in jedem Fall von Vandalismus sei auch die Sachbeschädigung am Bahnhof Pfalzel bei der zuständigen Polizeibehörde zur Anzeige gebracht worden. Vandalismus sei kein Kavaliersdelikt: In Extremfällen drohen den Tätern bis zu zwei Jahre Gefängnis.

Ein Bahn-Sprecher teilt mit: „Auch wenn die Täter strafrechtlich noch unter das Jugendstrafrecht fallen würden und daher oft ohne Strafe davonkämen, kann die Deutsche Bahn den materiellen Schaden als zivilrechtliche Forderung über 30 Jahre im Nachhinein geltend machen.“

So könnten Beträge von oft vielen Tausend Euro noch Jahre später eingefordert werden, auch wenn der Täter zum Zeitpunkt der Tat minderjährig war.

Für die Reparatur der beschädigten Service- und Informationsschaukästen am Bahnhof Pfalzel seien bereits entsprechende Fachfirmen beauftragt worden. Ob und wenn ja wie die Bahn auf die Vermüllung des Bahnsteigs reagieren wird, darüber macht die Pressestelle allerdings keine Angaben.

Auch Margret Pfeiffer-Erdel, Ortsvorsteherin von Trier-Pfalzel, sind die Probleme auf dem Bahnhof bekannt. Sie fügt hinzu, dass auch die Glasscheiben an der Treppe zum Bahnhof demoliert und mehrere Wände mit Graffiti beschmiert worden seien. Dass Reparaturarbeiten im Auftrag sind, weiß sie bereits: „Die lassen aber auf sich warten.“

 Pfeiffer-Erdel: „Im Moment ist es sehr schlimm mit der Vermüllung – nicht nur am Pfalzeler Bahnhof selbst, sondern auch um ihn herum.“ Die Ortsvorsteherin ärgert es, dass manche Leute ihren Müll einfach in der Umwelt entsorgen. „Mittlerweile kann man wirklich kaum noch spazieren gehen, ohne Müll zu finden.“

Bis Ende 2018 soll der Bahnhof barrierefrei mit einem Aufzug ausgestattet werden. Um die barrierefreie Erschließung zu erreichen, wird in dem bestehenden Zugang neben der Treppenanlage eine bereits vorgesehene Öffnung in der Decke für den Bau eines Aufzugs genutzt. Davor ist eine großzügige Bewegungsfläche vorgesehen. Zudem werden neue Leuchten im Bereich des Aufzugs und am Zuweg zum Bahnsteig errichtet.

Wann der Bau genau beginne, sei noch offen.  Margret Pfeiffer-Erdel befürchtet aber: „Wenn es so weitergeht wie im Moment, dauert es dann wohl auch nicht lange, bis der Aufzug demoliert wird.“