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| 17:22 Uhr

Tiere
Hunde bekommen in Trier bessere Chancen auf ein neues Zuhause

Bessere Aussichten auf ein neues Zuhause: Für die Hunde, die im Trierer Tierheim leben, ist die Entscheidung des Trierer Stadtrats eine gute, findet die Heimvorsitzende Inge Wanken.
Bessere Aussichten auf ein neues Zuhause: Für die Hunde, die im Trierer Tierheim leben, ist die Entscheidung des Trierer Stadtrats eine gute, findet die Heimvorsitzende Inge Wanken. FOTO: Benedikt Laubert
Trier. Der Stadtrat beschließt: Wer einen Hund aus dem Tierheim aufnimmt, zahlt nun zwei Jahre lang keine Steuer. Von Rainer Neubert und Benedikt Laubert
Rainer Neubert

Kaum eine ruhige Minute vergeht an diesem heißen Nachmittag auf dem Hof des Tierheims Trier – im Minutentakt tapsen Hundepfoten über den Asphalt. Immer wieder kläfft es aus einer anderen Ecke. 43 Hunde leben hier vorübergehend, bis sie ein neues Frauchen oder Herrchen gefunden haben. Ihre Aussichten, einen neuen Besitzer zu finden, sind endlich besser geworden, meint die Heimvorsitzende Inge Wanken.

Mit Spannung hat sie die Diskussion im Trierer Stadtrat über die Hundesteuer verfolgt – und freut sich jetzt über das Ergebnis. Trierer, die einen Hund aus dem Tierheim aufnehmen, sind nun nicht mehr ein Jahr, sondern zwei Jahre von der Hundesteuer befreit. Sie sparen also zwei Jahre lang jeweils 120 Euro, wenn sie sich nicht für irgendeinen Hund, sondern für einen Hund aus dem Tierheim entscheiden. Wanken sagt: „Das ist ein schöner Anreiz, vielleicht auch einen älteren, gebrechlichen Hund aufzunehmen. Deshalb freuen wir uns sehr über die Entscheidung des Trierer Stadtrates.“

Die überwiegend einvernehmliche Diskussion im Trierer Stadtrat am Donnerstagabend über dieses Thema hatte die FDP-Fraktion mit ihrem Antrag angestoßen. „Wir wollen, dass Bürger einen Anreiz haben, einen Hund aus dem Tierheim  zu nehmen statt vom Züchter“, begründete Katharina Haßler den Vorstoß.  Konkret geht es darum, die bereits existierende Befreiung in einem solchen Fall von einem auf zwei Jahre auszuweiten. Zudem soll die Einschränkung aufgehoben werden, dass dies nur einmal in zehn Jahren möglich ist.

„Wir wissen, dass wir damit kein Grundsatzproblem lösen, um die chronische Unterfinanzierung des Tierheims zu beseitigen“, so Haßler. „Aber für viele Menschen, insbesondere für ältere, trägt ein Hund zur Lebensfreude bei. Und für die Stadtkasse wären die finanziellen Auswirkungen gering. Wir hoffen auf eine einfachere und schnellere Vermittlung der Tiere.“

Wie viel Geld eine solche zweijährige Befreiung die Stadt kosten wird, ist noch nicht klar. Bei bislang nur insgesamt zehn Vermittlungen ist der aktuelle Aufwand überschaubar. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass dafür ein Antrag gestellt werden muss oder die Möglichkeit zur Steuerbefreiung nicht ausreichend bekannt ist.

„Wir sollten mehr dafür werben“, sagte Carl-Ludwig Centner (SPD). Dessen Fraktion verweigerte als einzige dem Vorschlag der FDP die Zustimmung. Das positive Votum von CDU, Bündnis 90/Die Grünen, UBT, AfD und Piratin Darja Henseler genügten aber, um mit 27 Jastimmen eine deutliche Mehrheit für die Ausweitung der Sonderkonditionen zu bekommen.

„Die Lage im Tierheim ist angespannt“, verdeutlichte Jörg Reifenberg den Standpunkt der CDU-Fraktion. „Es platzt aus allen Nähten. Das sind Maßnahmen willkommen, die die Situation zumindest ein Stück weit entschärfen können.“ Die Kosten, die jeder Hund im Tierheim verursache sei deutlich höher als der Betrag, der durch eine Befreiung von der Hundesteuer verloren gehe.

„Der neu aufgestellte Verein macht eine wirklich gute Arbeit“, sagt Hans-Alwin Schmitz (UBT), der dem Vorstand in einer Übergangszeit selbst angehörte. 130 bis 160 Hunde werden in jedem Jahr an neue Halter in der ganzen Region vermittelt. Dennoch seien der Platz dort eng und die finanziellen Möglichkeiten eingeschränkt. „Die Situation ist wirklich schwierig.“

Laut der Vorsitzenden des Tierheims kommen die meisten der neuen Halter aus Trier. Die Steuererleichterung der Stadt treffe also im Sinne des Tierwohles genau die richtige Gruppe. Inge Wanken: „Das gibt uns Hoffnung, dass wir auch für die Hunde, die noch hier leben, ein neues Zuhause finden.“

In zwei Jahren will die Verwaltung prüfen, wie die Befreiung ankommt und wie sich das finanziell ausgewirkt hat. Das hat Oberbürgermeister Wolfram Leibe angekündigt.