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Kurioses
Schildbürgerstreich in Trier? - Feuerwehrzufahrt mit Betonpoller

Am Weidengraben in Trier-Kürenz: Zwei massive Beton-Poller verhindern die Zufahrt zu einer Wohnanlage. Das Hinweisschild (links), die Feuerwehrzufahrt freizuhalten, macht wenig Sinn.
Am Weidengraben in Trier-Kürenz: Zwei massive Beton-Poller verhindern die Zufahrt zu einer Wohnanlage. Das Hinweisschild (links), die Feuerwehrzufahrt freizuhalten, macht wenig Sinn. FOTO: LH
Trier. Dieser Betonpoller vor einem Haus in Trier-Kürenz versperrt Rettungskräften seit Jahren die Zufahrt. Und das sagen die Verantwortlichen. Von Ludwig Hoff

In großen, roten Lettern steht auf einem Schild vor der Hausanlage Am Weidengraben 15 – 19: „Feuerwehrzufahrt – Fläche für die Feuerwehr freihalten – Die Stadtverwaltung“. Daneben: zwei massive Betonpoller, die ein Heranfahren von Rettungskräften verhindern - es sei denn, die Feuerwehr würde die Betonpoller kurzerhand umfahren.

„Entweder gehören die Poller weg oder das Schild“, moniert ein Anwohner, der den TV auf den seltsamen Zustand aufmerksam gemacht hat, seinen Namen aber nicht in der Zeitung lesen möchte. Die Maßnahme sei ein „Schildbürgerstreich, wie er im Buche steht“. Unglaublich, dass den Verantwortlichen der Missstand nicht aufgefallen sei, schimpft er, offensichtlich habe die Rechte nicht gewusst, was die Linke tat.

Der Mann fürchtet um die Sicherheit der Bewohner im Falle eines Feuers. Sein Lösungsvorschlag: die massiven Poller durch leichte Umleg-Poller ersetzen. Schild wie Poller stehen im öffentlichen Bereich. Die Poller hat die Stadt errichtet. Das Schild, heißt es bei der Wohnungs- und Treuhand AG (GBT), der das Anwesen gehört, sei in Absprache mit der Stadtverwaltung angebracht worden. Ein städtischer Stempelaufkleber auf der Rückseite des Schildes stützt diese Aussage.

Zuvor habe die GBT am Haus Rasengittersteine verlegt, um eine bessere Zufahrt zu gewährleisten, sagt GBT-Prokurist Heinrich Masselter.

Glücklich mit der Situation ist auch die GBT nicht. „Die Anordnung der Feuerwehr vom September 2015, die Beton-Poller durch herausnehmbare zu ersetzen, wurde an das Tiefbauamt der Stadt Trier weitergeleitet“, sagt Masselter. Die GBT stehe in der Angelegenheit in Kontakt mit der Berufsfeuerwehr, dem Tiefbauamt, dem Straßenverkehrsamt und dem Ortsvorsteher.

Fast drei Jahre später, im Juni 2018, stehen die Poller noch immer. Rathaussprecher Michael Schmitz bestätigt, dass sie sich auf städtischem Grund befinden. Sie müssten entfernt werden – „unverzüglich“, betont Schmitz. „Die Sorge ist berechtigt.“ Der Anwohner hofft, dass der Betonpoller nun endlich wirklich verschwindet und den Weg frei macht für die Feuerwehr.