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Neue TV-Serie
So wohnen die Trierer

Aus der Vogelperspektive ist die dichte Bebauung der Innenstadt von Trier gut zu erkennen. Im Dombering und jenseits der Ostallee gibt es grüne Oasen. Bei einer starken Verdichtung der Wohnbebauung würden viele von ihnen verschwinden.
Aus der Vogelperspektive ist die dichte Bebauung der Innenstadt von Trier gut zu erkennen. Im Dombering und jenseits der Ostallee gibt es grüne Oasen. Bei einer starken Verdichtung der Wohnbebauung würden viele von ihnen verschwinden. FOTO: Rainer Neubert
Trier. In der neuen Serie „Jedem ein Zuhause“ beleuchtet der Trierische Volksfreund ein Thema, das die Menschen in Stadt und Kreis besonders bewegt. Oberbürgermeister Wolfram Leibe hat keine Zweifel: Trier muss wachsen. Von Rainer Neubert
Rainer Neubert

Wie viel neuen Wohnraum braucht die Stadt? Diese Frage ist seit Monaten das Thema vieler Diskussionen in Trier. Wenn am Dienstag, 6. November, der Stadtrat über die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme Brubacher Hof abstimmt, wird es auch im großen Rathaussaal noch einmal emotional zugehen. Letztlich geht es dabei um die Frage, wie Trier als Oberzentrum mit bezahlbaren Wohnungen nicht nur für Besserverdiener gestärkt werden kann.

„Neben Mainz und Landau ist Trier die Stadt, die in Rheinland-Pfalz am stärksten wächst“, sagt Oberbürgermeister Wolfram Leibe. „Wir müssen schauen, dass die Menschen die Möglichkeit haben, hier zu wohnen und zu leben.“ Im Interview mit dem Trierischen Volksfreund erläutert er, wie dieses Ziel seiner Meinung nach erreicht werden kann. Aber macht die Verwaltung tatsächlich alles richtig? Das Gespräch ist der Auftakt für die neue TV-Serie „Jedem ein Zuhause – mieten.bauen.wohnen“. In den kommenden Wochen wird unsere Redaktion die Situation in der Stadt Trier und im Kreis Trier-Saarburg für Mieter und Bauherren aus unterschiedlichsten Perspektiven beleuchten.

Rege Bautätigkeit herrscht vielerorts. Welche Formen des Wohnens in Trier und im Kreis möglich sind, ist Thema der neuen Serie.
Rege Bautätigkeit herrscht vielerorts. Welche Formen des Wohnens in Trier und im Kreis möglich sind, ist Thema der neuen Serie. FOTO: Rainer Neubert

Die Marschrichtung der Stadtverwaltung scheint dabei klar. „Wir gründen eine städtische Wohnungsbaugesellschaft, um unsere fast 700 Sozialwohnungen zu sanieren“, sagt Oberbürgermeister Leibe. „Im Rahmen des Flächennutzungsplans weisen wir zudem neue Flächen für die Wohnbebauung aus. Wir ermutigen aber auch private Eigentümer, vorhandene Bestandsflächen zu bebauen.“

Von den Städten und Gemeinden im Landkreis will sich Trier, wo aktuell über 110 000 gemeldete Einwohner leben, nicht die Butter vom Brot nehmen lassen, zumal dort teilweise höhere Grundstückspreise und Mieten verlangt werden. Verantwortlich dafür ist in erster Linie Luxemburg, wo Einkommen und Wohnungspreise deutlich über denen im Trierer Land liegen.  Wie ein Blick auf das größte Immobilienportal Luxemburgs zeigt, ist im Ländchen für 500 Euro Monatsmiete nicht viel mehr als ein Schlafzimmer zu bekommen (TV-Wirtschaftsmagazin Macher vom Oktober 2018). Anita Merten-Traut, Geschäftsführerin des Mietvereins Trier, beschreibt die Folgen: „Durch die Nähe zu Luxemburg steigen die Preise in den ländlichen Orten um Trier stark an.“ Aber auch und besonders in Trier werde Wohnraum immer stärker zum Renditeobjekt.

Auch bundesweit aktive Unternehmen wie die DBA Deutsche Bauwert AG mit Sitz in Wiesbaden und Baden-Baden investieren in der Stadt. „Unser Unternehmen hält Trier für einen Standort mit Zukunft und Potenzial“, sagt Frank Hirdt, Leiter DBA-Qualitätsmanagement. „Die Einwohnerzahl steigt stetig an, und ein Ende der Tendenz ist aktuell nicht in Sicht.“ Der Blick in die Statistik bestätigt, dass die Einwohnerzahl seit 2008 um 6000 Menschen gewachsen ist. Gleichzeitig hat der Bestand an Wohnungen und Wohngebäuden von 52 847 auf 62 629 zugenommen. Diese deutliche Steigerung um 18,5 Prozent hat auch mit veränderten Ansprüchen der Gesellschaft zu tun. Denn die verfügbare Wohnfläche je Einwohner ist von 40 auf 44 Quadratmeter gestiegen.

Doch profitieren davon vor allem Gutverdiener? Wie stellt sich die Situation für Familien und Menschen mit geringem und mittlerem Einkommen dar? Welche Perspektiven haben ältere Menschen, die wegen der kurzen Wege und der besseren Infrastruktur in die Städte ziehen wollen? Welche alternativen Formen des Bauens und Wohnens gibt es? Diese und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt der neuen TV-Serie.