| 18:04 Uhr

Festival
Bierfestival in Olewig: Hoch die vollen Gläser! (Fotos/Videos)

Na dann Prost: Das Bierfestival in Olewig ist mittlerweile ein fester Bestandteil des regionalen Veranstaltungskalenders. Es findet zum fünften Mal statt und ist schon fast komplett ausverkauft.
Na dann Prost: Das Bierfestival in Olewig ist mittlerweile ein fester Bestandteil des regionalen Veranstaltungskalenders. Es findet zum fünften Mal statt und ist schon fast komplett ausverkauft. FOTO: Friedemann Vetter
Trier. Trier hat den Wein, Trier hat den Viez, und zum mittlerweile fünften Mal feiert Trier auch das Bier. In Olewig gibt’s mehr als 100 Sorten. Von Jörg Pistorius
Jörg Pistorius

Wer ein Bierfestival besucht und dabei von mehr als 100 Bieren aus den Hähnen und Fässern von 17 Brauern umgeben ist, der lernt was dabei. „Ein gutes Pils braucht sieben Minuten.“ Ein alter Spruch, an dessen Wahrheitsgehalt selten gezweifelt wird. „Doch er ist ebenso alt wie falsch“, sagt Monika Tonkaboni, Mitveranstalterin des fünften Trierer Bierfestivals und Marketingchefin der Hausbrauerei Kraft Bräu im Blesius Garten in Olewig. „Ein Bier, das so lange eingeschenkt wird, kann nicht mehr frisch sein.“

Die einzige Schwierigkeit für voraussichtlich mehrere Hundert Besucher, die gestern Abend und am heutigen Samstag in Olewig die Welt der Biere feiern, ist die Notwendigkeit, sich zu entscheiden. Was soll es sein? Ein Helles, weniger stark gehopft und ein bisschen süß. Ein Dunkles mit einem malzigen Aroma. Das beliebte Pilsner, stärker gehopft und damit herber als das Helle. Oder das aus Weizen hergestellte Weißbier. Doch das sind die Sorten, die der Bierfan schon lange kennt. In Olewig steht ihm dagegen viel Neues bevor.

Der Besucher wandert von Stand zu Stand und kann überall die Biersorten probieren, die ihm verlockend erscheinen.  Pro Probe hat er 0,1 Liter im Glas – bei größeren Portionen wäre der Festivalbesuch möglicherweise schon ungewollt früh vorbei. Denn einige der Kreationen haben es in sich.

Wer das Festival nutzt, um die bekannten Pfade der in Deutschland schon lange etablierten Braukunst zu verlassen, findet zum Beispiel das Pale Ale, das bitter und fruchtig daherkommt und auch bei Leuten beliebt ist, die normalerweise eher kein Bier trinken. Die Steigerung, noch bitterer und noch hopfiger, ist das India Pale Ale. Der Doppelbock ist dann wieder eine bekannte Marke für die deutschen Bierfans – und mit einem Alkoholgehalt von bis zu zehn Prozent so stark, wie es brautechnisch möglich ist. Vorsicht ist angebracht.

Das britische Porter war das Arme-Teufel-Bier in den harten Zeiten der Industrialisierung im Großbritannien des 18. Jahrhunderts. Da das leicht saure und herzhafte Bier aber viele Fans hatte, schufen die britischen Brauereien eine edlere und kräftigere Variante, das Stout.

25811973593629316.jpg
Bierfestival Trier FOTO:

Die Brauer und Bierprofis in Olewig teilen sehr gerne ihr Wissen, und so sieht man schon am Freitag nach der offiziellen Eröffnung um 16 Uhr schnell viele Menschen, die ebenso konzentriert zuhören wie probieren. Bachs Braumanufaktur ist mit dabei, eine 2009 gegründete kleine Brauerei im saarländischen Neunkirchen. Die Vulkan Brauerei aus der Eifel gewann 2017 die Auszeichnung „Craft Beer des Jahres“ mit ihrem Bourbon Barrel Doppelbock. Ulrich Sander kommt aus einer Winzerfamilie und macht in seiner Braumanufaktur richtig gute Sachen. Beim Schokolator werden auch Bier-Skeptiker hellhörig.

Fazit: Jeder der 17 Brauer hat eigene Geschichten, eigene Sorten, eigene Methoden, und man möchte sie am liebsten alle hören. Und probieren.