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Antikriegtag
Bürger demonstrieren auf dem Trierer Kornmarkt gegen Aufrüstung

Für eine friedlichere Welt ohne Waffen demonstrieren am Antikriegstag zirka 100 Demonstranten bei der Friedenskundgebung auf dem Kornmarkt.
Für eine friedlichere Welt ohne Waffen demonstrieren am Antikriegstag zirka 100 Demonstranten bei der Friedenskundgebung auf dem Kornmarkt. FOTO: Julia Schulz
Trier. Wie soll die Welt friedlicher werden, wenn Waffen nicht eingeschränkt, sondern in großer Stückzahl produziert und verbreitet werden? Mit ihren Themen wollen die Teilnehmer der Friedenskundgebung am Antikriegstag wachrütteln.

Deutschland ist nicht immer ein friedliches Land. Das ist durch rechtsextreme Demonstranten in Chemnitz in der vergangenen Woche vielen Bürgern wieder bewusst geworden.

Markus Pflüger von der Arbeitsgemeinschaft (AG) Frieden  Trier betont bei der Friedenskundgebung auf dem Kornmarkt, dass solch ein Ausländerhass nicht zur Normalität werden dürfe. „Das grundlegende Problem ist nicht die Migration, sondern der Rassismus“, gegen den man kämpfen müsse. Diesen Kampf wollen die AG Frieden und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Trier allerdings nicht mit Waffen, sondern mit Solidarität für die Geflüchteten gewinnen.

„Abrüsten statt Aufrüsten – Frieden beginnt hier!“, so lautet das Motto der Friedenskundgebung am Antikriegstag. „Am ersten September hat Nazi-Deutschland 1939 Polen überfallen und dadurch den Zweiten Weltkrieg ausgelöst“, sagt Pflüger.

Friedensbewegung und die Gewerkschaften nehmen das seit 60 Jahren zum Anlass, um an die Folgen von Krieg, Gewalt und Faschismus zu erinnern. Eine Kundgebung wie dieses Jahr sei dennoch eine Neuheit in Trier, berichtet Pflüger.

Zirka 100 Zuschauer und Mitdemonstranten sammeln sich vor den bunten Plakaten auf dem Kornmarkt, unter ihnen auch Ingrid Richter aus Daun. Sie sagt:“ Wir sind hier, weil es wichtig ist, deutlich zu machen, dass es eine Menge Menschen gibt, die gegen den Krieg und für Abrüstung und einen Atomwaffensperrvertrag sind“. Kajetan Weiss aus der Straßentheatergruppe Trier demonstriert hier mit seiner Gruppe gegen Faschismus und Rassismus und für den Fortbestand der Demokratie.

Das zentrale Ziel der AG Frieden ist, die Umsetzung des durch die Nato vereinbarten zwei Prozentziels zu verhindern. Das zwei Prozentziel bedeutet, dass Mitgliedsstaaten der Nato zwei Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes für ihren Militärhaushalt einsetzen müssen.

Markus Pflüger warnt, dass diese Aufrüstung nur zu einer Rüstungsspirale statt zu Frieden führen werde. „Man muss die Ursachen von Kriegen präventiv bekämpfen, anstatt neue Fluchtursachen (wie Waffen) zu schaffen und zu exportieren“, erklärt er.

Des Weiteren kritisiert die Kampagne „Krieg beginnt hier“ die Funktion des Militärs in der Region. Dazu gehören die Militärflughäfen Ramstein und Spangdahlem, die Atomwaffen in Büchel und der Werbeeinsatz der Bundeswehr bei Minderjährigen. Neben der Kundgebung in Trier gab es auch Friedensdemonstrationen in Mainz, Kaiserslautern und Saarbrücken.

Weitere Informationen zur AG Frieden unter www.agf-trier.de.