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Kirche
Tausende Sternsinger feiern in Trier (Fotos/Video)

Bundesweiter Auftakt der Sternsingeraktion erstamals im Bistum Trier. Über 2500 Sternsinger und Begleiter kamen zum Eröffnungsgottesdienst im Dom.
Bundesweiter Auftakt der Sternsingeraktion erstamals im Bistum Trier. Über 2500 Sternsinger und Begleiter kamen zum Eröffnungsgottesdienst im Dom. FOTO: Friedemann Vetter
Trier. Fast 3000 Kinder und Jugendliche aus dem Bistum Trier und acht weiteren Bistümern eröffnen in Trier die bundesweite Aktion Dreikönigssingen. Das Motto der nach Aussage der Organisatoren weltweit größten Aktion von Kindern für Kinder: „Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit - in Indien und weltweit!“ Von Rainer Neubert
Rainer Neubert

Bischof Stephan Ackermann ist begeistert. „Die Resonanz auf die erste bundesweite Eröffnungsfeier der Sternsingeraktion in Trier ist toll.“ Bereits am Vormittag bevölkern 2700 junge Gäste und ihre fast 900 Begleiter den Dom und versuchen nach entsprechender Aufforderung tatsächlich, mit ihrem Gesang die Klänge der Orgel zu übertönen. „Stern über Bethlehem“ und „Gloria“ sind an diesem Tag die Hymnen und erfüllen auch beim Aussendungsgottesdienst am Nachmittag den mächtigen Kirchenbau.

Dazwischen haben sich die Teilnehmer aus 142 Pfarreien in der ganzen Stadt verteilt, um sich in diversen Workshops mit dem Thema Kinderarbeit in Indien und weltweit zu beschäftigen. „Er habe auch einige der Angebote besucht“, sagt der Bischof beim Pressegespräch am Mittag. „Es war faszinierend zu sehen, wie fröhlich die Kinder sind, sich aber auch innerhalb kürzester Zeit mit großer Ernsthaftigkeit auf das Thema der Benefizaktion einlassen können.“

Die Hoffnung, mit dem bei der Sternsingeraktion gesammelten Geld etwas gegen Kinderarmut und  Ausbeutung beitragen zu können und gleichzeitig für einen fairen Handel zu werben, ist an diesem Tag tatsächlich die häufigste Antwort der mit goldfarbenen Kronen und bunten Gewändern ausgestatteten Sternsinger auf die Frage, warum sie an diesem Tag in Trier sind. „Ich finde es gut, Kindern zu helfen, die es nicht so gut haben wie wir“, sagt zum Beispiel Jonas (10) aus Poltersdorf an der Mosel, der gemeinsam mit Johanna (11), Theo (10) und Franz (11) gekommen ist.

Besondere Aufmerksamkeit auf dem Weg durch die Fußgängerzone zur Porta Nigra erhalten aber auch einige ältere Herren in Königstracht. „Weil wir vor fünf Jahren nicht genug Kinder im Dorf hatten, haben wir eine Senioren-Sternsingergruppe gegründet“, sagt Peter Schmitt, Ortsbürgermeister der 600 Einwohner zählenden Gemeinde Trimbs bei Mayen. In diesem Jahr gebe es zwar wieder eine Kindergruppe. „Beim Auftakt der Bundesaktion in Trier wollten wir aber auch dabei sein.“

Sternsinger versammeln sich in Trier FOTO: Von Rainer Neubert und Friedemann Vetter

Die Herren wurden ebenso wie alle jungen königlichen Gäste bei zunächst kaltem und später regnerischem Wetter bestens versorgt. 170 Frauen und Männer aus dem ganzen Bistum halfen dabei im Zelt auf dem Domfreihof ebenso wie im Schulzentrum St. Maximin, im Broadwaykino – dort wurde der Film „Willi in Indien“ zur Sternsingeraktion gezeigt – oder an den weiteren Veranstaltungsstätten. Bevor die bunte Königsschar am Nachmittag dann zum Gottesdienst zurück in den Dom pilgerte, trafen sich alle Teilnehmer an der Porta Nigra, wo trotz des inzwischen ungemütlichen Wetters  die Leiendecker Bloas für gute Stimmung sorgte.

Unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit!“ werden nun in allen 27 deutschen Bistümern wieder 300 000 Sternsinger von Tür zu Tür ziehen und darauf aufmerksam machen, wie sehr Kinder weltweit unter gefährlicher, gesundheitsgefährdender und ausbeuterischer Arbeit leiden. Die Messlatte liegt hoch, denn im vergangenen Jahr wurden 46,8 Millionen Euro gesammelt.

Fotos und Videos zum Auftakt der Aktion Dreikönigssingen finden Sie unter www.volksfreund.de