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Bundeswehr investiert 56,5 Millionen Euro auf dem Trierer Grüneberg

Die Wehrtechnische Dienststelle am Grüneberg in Trier.
Die Wehrtechnische Dienststelle am Grüneberg in Trier. FOTO: Portaflug Föhren
Trier. Verteidigungsminister Thomas de Maizière macht ernst und lässt seinen Ankündigungen Zahlen folgen: 56,5 Millionen Euro sollen bis 2016 in die Wehrtechnische Dienststelle 41 in Kürenz fließen. Allein zehn Millionen soll ein neues Klimatestzentrum kosten, 15 Millionen sind für ein neues Prüfstandsystem geplant. Jörg Pistorius

Thomas de Maizière hatte große Ankündigungen im Gepäck, als er im Juli die Wehrtechnische Dienststelle in Trier besuchte (der TV berichtete). Die Bundeswehr testet dort alle Landfahrzeuge vom Jeep bis zum Panzer, analysiert ihre Systeme und Komponenten und untersucht ihre Einsatztauglichkeit.

Der Minister sprach von Investitionen im zweistelligen Millionenbereich und kündigte ein deutschlandweit einmaliges Klimazentrum an, in dem Einsatzfahrzeuge bei Extremtemperaturen von minus 50 Grad bis plus 70 Grad getestet werden können. De Maizière bestätigte auch definitiv, was schon Monate vorher bekannt war: Die Wehrtechnische Dienststelle (WTD) 41 in Trier wird einen Großteil der Aufgaben und des Personals der WTD 51 Koblenz übernehmen.

Jetzt werden diese Ankündigungen konkret. In einer ausführlichen Antwort auf eine Anfrage des Trierer Bundestagsabgeordneten Bernhard Kaster (CDU) legt das Verteidigungsministerium dar, wie hoch die Investitionen sein werden, in welche Projekte sie fließen und wie viele Mitarbeiter von Koblenz nach Trier kommen.

Der Wechsel von Koblenz nach Trier werde zum 1. Januar 2013 erfolgen, kündigt der Verteidigungsminister im Schreiben an Kaster an. Die WTD 51 in Koblenz werde zwar aufgelöst, der Standort selbst bleibe aber dann als Bestandteil der neu strukturierten WTD 41 erhalten.

In Trier soll die Zahl der Mitarbeiter von zurzeit 350 auf 400 steigen, weitere 100 werden "zunächst", so heißt es im Schreiben des Ministers, in Koblenz bleiben. Der zukünftige Chef der neu formierten WTD 41 werde noch gesucht.

Klimazentrum kommt 2015

Es kommt - im positiven Sinn - ganz dick für Trier: Die Investitionsliste bestätigt die Ankündigungen des Verteidigungsministers nicht nur, sie übertrifft sie sogar. Das Klimatestzentrum, von dem im Sommer die Rede war, steht mit zehn Millionen Euro auf de Maizières Liste und soll im September 2015 fertig werden. Eine Halle mit einem neuen Prüfstandsystem soll zwischen 2013 und 2016 entstehen und sogar 15 Millionen Euro kosten.
Die Aufzählung enthält weitere Investitionen in Millionenhöhe. Für eine Modernisierung der Werkstätten sind zehn Millionen Euro geplant, ein neues Labor für Brennstoffzellentechnik wird drei Millionen Euro kosten. Alle bis zum Jahr 2016 geplanten und angekündigten Sanierungen, Modernisierungen und Neubauten ergeben eine Investitionssumme von 56,5 Millionen Euro.

Die Auflösung der WTD 51 ist nicht die einzige Standortentscheidung gegen Koblenz und für Trier. Auch das Wasser- und Schifffahrtsamt wird zur Trierer Außenstelle herabgestuft (der TV berichtete).

Die Bundeswehr testet ihre Fahrzeuge, Waffen, Ausrüstung und Technologien zu Wasser, zu Land und in der Luft in über Deutschland verteilten und gut ausgerüsteten Zentren, den Wehrtechnischen Dienststellen. Neben den Standorten Trier und Koblenz stehen diese Zentren in Meppen (Niedersachsen, Waffen und Munition), Manching (Bayern, Luftfahrt), Greding (Bayern, Informationstechnologie), Oberjettenberg (Bayern, Schutz- und Sondertechnik) und Eckernförde (Schleswig-Holstein, Schiffe und Waffen der Marine).

Der Grüneberg in Kürenz ist seit 1960 ein Standort der Bundeswehr. Sicherheits- und Bremstests laufen auch auf der Landebahn des Flugplatzes Föhren.