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Bunte Botschaften

Bunte Perspektive: Jürgen Etzel, Thomas Luxa und Helmut Schröer (von links) eröffnen vor der Basilika die Fahnen-Ausstellung. Foto: Cordula Fischer
Bunte Perspektive: Jürgen Etzel, Thomas Luxa und Helmut Schröer (von links) eröffnen vor der Basilika die Fahnen-Ausstellung. Foto: Cordula Fischer
TRIER. (cofi) Dort, wo eigentlich die Flaggen der Trierer Partnerstädte von grenzüberschreitenden Beziehungen künden, setzen bis zum 1. August andere Botschaften ein Zeichen. Vor der Basilika wehen elf Fahnen, die Teil einer Wanderausstellung und eines Projekts des Netzwerks Kunst und Kultur des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche im Rheinland sind.

Einen Moment verharren und den Blick in luftige Höhen richten müssen die Besucher dieser Ausstellung der besonderen Art. Elf bunte Flaggen flattern vor der Basilika im Wind. 240 Menschen aus acht Städten setzen damit ein Zeichen. Es sind Menschen mit und ohne Behinderung, die sich an einem integrativen Kunstprojekt beteiligt haben. Sie zeigen damit, dass "Menschen mit Behinderung nicht allein sind und es viele gibt, die sie nicht alleine lassen", sagt Pfarrer Guido Hepke. Das Ziel, den "Signalcharakter der Fahnen" nutzen und auf das Thema Integration und Solidarität "aufmerksam machen", habe die Trierer Evangelische Gemeinde bewogen, sich um die Wanderausstellung zu bewerben. Die leuchtenden Farben haben "etwas ungeheuer Positives", drücken "Frische und Lebendigkeit" aus, sagt Hepke. Der blaue Rahmen um jede der Flaggen sei Symbol für das Diakonische Werk, durch das die Arbeit am Kunstprojekt zustande gekommen ist. "Mehr als das", sagt Thomas Luxa, Vorsitzender des Presbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde Trier. Es sei eine "vordringliche soziale und gesellschaftspolitische Aufgabe", die "Integration von und Solidarität mit Menschen mit Behinderung" zu fördern. Die Kooperation mit der Stadt, die für die Dauer von zwei Wochen die Europa-Fahnen und Flaggen der Partnerstädte abhängen ließ, und eine Finanzspritze der Sparkasse ermöglichten die Ausstellung. Auch die Stadt Trier könne so ein Zeichen setzen, dass Menschen mit Behinderungen "nicht außen vor, sondern mittendrin" sein sollten, begründet Oberbürgermeister Helmut Schröer das Engagement der Stadt. Der Basilika-Vorplatz im Herzen Triers sei dafür ein geeigneter Ort. Von Stolz und Selbstbewusstsein künden die elf flatternden Exponate, von Orientierung und Zusammengehörigkeit. Sie zeigen Vielfalt und Einzigartigartigkeit. Sie mahnen auch, in einer "leistungsorientierten Gesellschaft Stellung zu beziehen" gegen die Kürzung finanzieller Mittel, sagt Jürgen Etzel, stellvertretender Geschäftsführer des Diakonischen Werks Trier. Die am Projekt Beteiligten haben sich das sichtbar auf ihre Fahnen geschrieben.