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Öffentlicher Dienst
Busfahrer, Müllabfuhr und Erzieher streiken heute in Trier

Unser Archivbild zeigt streikende Busfahrer am 20. März am Busdepot der Stadtwerke Trier. Am 12. April wollen Busfahrer dort erneut eine Mahnwache halten.
Unser Archivbild zeigt streikende Busfahrer am 20. März am Busdepot der Stadtwerke Trier. Am 12. April wollen Busfahrer dort erneut eine Mahnwache halten. FOTO: Friedemann Vetter
Trier/Saarburg. Der Busverkehr in Trier soll weitgehend ausfallen. Mülltonnen in der Stadt und im Landkreis bleiben wohl teilweise stehen. Und das Sinfoniekonzert des Theaters wird in die Europahalle verlegt. Auch kommunale Kitas sind betroffen. Von Marcus Hormes

Die Bilder werden sich voraussichtlich gleichen – teilweise. Vor gut drei Wochen traten die Fahrer des Stadtwerke-Verkehrsbetriebs schon einmal in einen ganztägigen Ausstand. Tausende von Kunden mussten sich Ausweichmöglichkeiten suchen, um zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen zu kommen. Auffällig dabei: Viele hatten die Ankündigung des Warnstreiks Tage vorher gar nicht mitbekommen und harrten irritiert an den Haltestellen aus. Denn es kam zu ihrer Überraschung schlicht kein Bus, in den sie hätten einsteigen können (der TV berichtete).

Für Donnerstag, 12. April, hat die Gewerkschaft Verdi im Tarifkonflikt des öffentlichen Diensts erneut Beschäftigte zum Warnstreik aufgerufen. Diesmal allerdings nicht nur den Verkehrsbetrieb, sondern weit mehr Einrichtungen in Trier. Betroffen sind auch der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (ART), das Theater, die Bundesagentur für Arbeit, die Bundeswehr (in Trier in Form der Wehrtechnischen Dienststelle 41) sowie das Wasser- und Schifffahrtsamt. Neben dem Verkehr dürften die größten öffentlichen Auswirkungen bei Müllabfuhr und Theater entstehen. Am Mittwochabend wurde zudem bekannt, dass sich auch Erzieher kommunaler Kindertagesstätten am Streik beteiligen könnten.

Verkehr Laut Stadtwerken Trier (SWT) fahren am Donnerstag nur vier Buslinien, da sie von Auftragsunternehmen bedient werden: Linie 10 (Markusberg), Linie 12 (Hauptbahnhof, Porta Nigra, Hochschule); Linie 17 (Auf der Bausch, Ehrang, Ehrang Heide) und Linie 30 (Morscheid, Ruwertal, Hauptbahnhof Trier, Pluwig, Bonerath). Da die übrigen Linien ausfallen, müssen die Fahrgäste mit Überbesetzungen und Verspätungen rechnen.

Wie beim vorigen Warnstreik im März richten SWT wieder einen Pendelverkehr mit angemieteten Bussen zwischen der Innenstadt (Nikolaus-Koch-Platz, Treviris, Porta Nigra) und dem Hauptbahnhof mit vier Abfahrten pro Stunde von 8 bis 17 Uhr ein. Da voraussichtlich viele Buskunden aufs Auto umsteigen werden, ist vor allem im Berufsverkehr mit Staus im Stadtgebiet zu rechnen. Tipp: Fahrgemeinschaften bilden, wenn möglich, und früher losfahren. Eng wird es wegen der sogenannten Elterntaxis wohl morgens und mittags vor den Schulen.

Müllabfuhr In Trier und im Landkreis Trier-Saarburg ist laut ARTbeim Einsammeln aller Abfälle mit Ausfällen und Verzögerungen zu rechnen (TV vom Mittwoch). Die Bürger werden gebeten, alle Abfälle am Donnerstag zur Abholung bereitzustellen. Falls bestimmte Straßen nicht angefahren werden können, versucht die ART dies am Samstag nachzuholen.

Kitas Die Stadt Trier hat am Mittwochabend mitgeteilt, dass auch in den vier städtischen Kitas mit Einschränkungen im Betrieb zu rechnen ist: Alt-Tarforst, Feyen, Trimmelter Hof sowie Deutsch-Französische Kita. Die Eltern werden gebeten, die Betreuung ihrer Kinder an diesem Tag soweit möglich privat zu organisieren. Auch im Landkreis könnten kommunale Kitas betroffen sein. Die meisten Kitas in der Region sind allerdings in kirchlicher Trägerschaft.

Theater Das 6. Sinfoniekonzert des Philharmonischen Orchesters der Stadt Trier geht am Donnerstag um 20 Uhr nicht wie geplant im Großen Haus des Theaters über die Bühne, sondern stattdessen in der Europahalle am Trierer Viehmarktplatz. Den Hintergrund erklärt auf TV-Anfrage Stadt-Pressesprecher Michael Schmitz: „Die Orchestermusiker selbst sind vom Streik zwar nicht betroffen, weil sie zu einem anderen Tarifvertrag gehören. Aber Bühnentechniker des Theaters streiken. Die Stadt will einerseits kein Streikbrecher sein und deshalb nicht einfach anderes Personal im Theater einsetzen. Andererseits wollen wir das Konzert an diesem Abend ermöglichen, um die Zuhörer, die schon Karten gekauft haben, nicht zu verärgern.“ Zudem habe das Theater speziell für dieses Sinfoniekonzert zusätzlich externe Solisten verpflichtet, die schon aus Termingründen nicht einfach an einem anderen Abend spielen könnten.

Daher kommt die städtische Tochter MVG (Messe- und Veranstaltungsgesellschaft) ins Spiel, die unter anderem die Europahalle betreibt. Die MVG-Mitarbeiter gehören nicht zum öffentlichen Dienst, können also in der Europahalle zum Einsatz kommen. Zu möglichen Mehrkosten durch die Verlagerung gibt es noch keine Angaben. Schmitz: „Vor dem Theatergebäude wird jemand Besucher informieren, die von der Verlagerung noch nichts mitbekommen haben. Und Kulturdezernent Thomas Schmitt wird unmittelbar vor Konzertbeginn zum Publikum sprechen.“ Vorteil des Standortwechsels: Während das Große Haus mit 600 Plätzen fast ausverkauft war,  bietet die Europahalle eine größere Kapazität. Dort wird eine Abendkasse eingerichtet, bei der Karten erworben sowie reservierte Karten abgeholt werden können.

Die Premiere des Schauspiels „Ewig jung“ ist am Donnerstag wie geplant im Kasino am Kornmarkt um 19.30 Uhr.