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Soziales
Die Hilfe zur Selbsthilfe möglich machen

Thomas Theis, Geschäftsführer des Stiftungszentrums für das Bistum Trier, und Referentin Michaela Marx. 
Thomas Theis, Geschäftsführer des Stiftungszentrums für das Bistum Trier, und Referentin Michaela Marx.  FOTO: Margaretha Müller / Medienhaus Trierischer Volksfreund
Trier . Das Zentrum für Stiftungen und Fundraising des Bistums Trier unterstützt regionale Stiftungen. Darunter auch die Carl-Theodor-Leyendecker-Stiftung, die bereits seit zehn Jahren besteht.

Die Carl-Theodor-Leyendecker-Stiftung gehört zu einer Reihe von Stiftungen im Bistum Trier, die ihr zehnjähriges Bestehen feiern (siehe Info).

Organisationsstruktur Das Zentrum für Stiftungen und Fundraising des Bistums Trier berät und betreut die zwei rechtlich selbstständigen kirchlichen Stiftungen „Menschen in Not“ und Bischof-Stein-Stiftung.

Diese Dachstiftungen vereinigen unter sich  51 Treuhandstiftungen, 14 Stiftungsfonds und 20 Stifterdarlehen.

Michaela Marx, Referentin für Stiftungswesen der Geschäftsstelle in Trier, sagt: „Wir verwalten die rechtlich eigenständigen Stiftungen und wollen sie groß machen.“ Die Dienststelle des Bischöflichen Generalvikariats Trier ist zudem mit dem Auf- und Ausbau des Fundraisings im Bistum beauftragt sowie der Qualifizierung und Begleitung Haupt- und Ehrenamtlicher bei der Organisation von lokalen Spendenprojekten.

Das Stiftungszentrum hat laut Michaela Marx ein „Rundum-sorglos-Paket“ erstellt, das verschiedenste Dienstleistungen für Treuhandstiftungen wie zum Beispiel die Carl-Theodor-Leyendecker-Stiftung beinhaltet. Sie gehört zu der Stiftung Menschen in Not, die als Treuhänder und Dachstiftung rechtliche Tätigkeiten übernimmt, wie Vermögen anzulegen, Fördermittel auszuzahlen oder mit Behörden in Kontakt zu treten.

Stiftungen Stifter und Gründer der Carl-Theodor-Leyendecker-Stiftung sind Peter und Brigitte Leyendecker vom Trierer Unternehmen Leyendecker HolzLand GmbH& Co. KG. Sie wollen damit dem Vorbild des einstigen Unternehmensgründers Carl-Theodor Leyendecker gerecht werden im Andenken an sein soziales Engagement und das der nachfolgenden Generationen.

Dem allgemeinen Stiftungswesen entsprechend übernehmen Ehrenamtliche die Arbeit. Zudem gibt es einen Stiftungsrat, darin sind die Söhne von Peter Leyendecker vertreten. Michaela Marx erklärt das Anliegen der Stiftung: „Es geht darum, in Not geratene Menschen in der Region Trier zu fördern. Dabei stehen beispielsweise auch Kinder im Fokus, aber auch ehemalige Strafgefangene werden betreut.“

Die Projekte der betreuten Stiftungen werden vom Stiftungszentrum und durch die Partner selbst ausgeführt, diese sind zum Beispiel: die Caritas Verbände, soziale Dienste, die katholischen Frauengemeinschaften, katholischen Pfarrämter, Einrichtungen und Kindergärten.

Projekte: Die folgenden Projekte wurden von der Carl-Theodor-Leyendecker-Stiftung durch Zuschüsse unter anderem unterstützt: Papillon, Bauspielplatz, Präventionsprojekt des Humboldt-Gymnasiums Trier und Einzelfallhilfen. Letzteres kann beispieweise eine Ausbildungsförderung junger Menschen sein.

Das Kuratorium der Treuhandstiftung entscheidet letztlich, ob Einzelfallhilfe geleistet wird. „Wir wollen Menschen in die Lage versetzen, ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft zu finanzieren“, erklärt Marx die Motivation.

Niedrigzinslage: Die schon länger andauernde Niedrigzinslage betrifft auch Stiftungen. Normalerweise wächst das angelegte Vermögen der Stiftung mit der Zeit durch die Zinseinnahmen, beziehungsweise die Einnahmen können investiert werden. Sind am Kapitalmarkt kaum Zinsen zu erzielen, schränkt das die Fördermöglichkeiten der Stiftungen ein.

Thomas Theis, Geschäftsführer des Stiftungszentrums: „Alle Stiftungen haben dieses Problem. Dennoch fangen sie die Niedrigzinslage nicht spekulativ auf durch Investments in riskante Anlagen. Wir haben eine zu große Verantwortung gegenüber den Stiftern.“ Theis erklärt die Maßnahmen der Geschäftsstelle: „Wir prüfen die Anlagen im Rahmen des Möglichen und versuchen, Erträge auszugleichen.“

Michaela Marx betont: „Der Kapitalstock selbst ist tabu.“ Wenn es  weniger Erträge aus den Zinsen gebe, dann könne schlimmstenfalls weniger gefördert werden. „Wir haben ja keine fixe Verpflichtung oder Vorgabe, wie viel im Jahr gefördert werden muss.“

Jubiläum: Zum zehnjährigen Bestehen der Carl-Theodor-Leyendecker-Stiftung wurde bisher noch keine besondere Veranstaltung oder Förderung organisiert. Marx: „Das wollte die Stiftung nicht, da der Stifter Peter Leyendecker Ende dieses Jahres 80 wird. Zu diesem Anlass will die Stiftung dann etwas organisieren.“