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Castel Feuvrier: Stadt am Fluss mit Steg wie an der Ostsee

Trier. Das könnte ein echtes Stück Stadt am Fluss werden: Mit Hotel, Gastronomie, einem bis auf die Mosel begehbaren Steg, neun Wohnhäusern und drei größeren Dienstleistungsgebäuden soll das Gelände Castel Feuvrier an der Zurmaiener Straße in Trier bebaut werden. Christiane Wolff

Trier. Zur einen Seite ist die Lage bestens: Nur eine Reihe großer Bäume, ein Weg für Radler und Fußgänger und die Uferböschung trennen das ehemalige französische Militärgelände Castel Feuvrier von der Mosel. Dafür rauschen am gegenüberliegenden Längsrand des gut drei Hektar großen Areals täglich Tausende Autos entlang. Die Bebauung zum Fluss zu öffnen und vor dem Lärm der Zurmaiener Straße zu schützen, war die zentrale architektonische Aufgabe, die es zu lösen galt.
Das Trierer Architekturbüro Manfred Müller, das im Auftrag der Immobiliengesellschaft Rheinland-Pfalz (IRP) entsprechende Pläne entwickelte, konnte mit seinen Ideen nicht nur die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) überzeugen, die das Gelände infolgedessen an die IRP verkauft hat (TV vom 8. Dezember). Auch Triers Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani und der städtische Architektur- und Städtebaubeirat sind zufrieden mit den Plänen (siehe Grafik).
Das Hotel: Sechs Etagen schieben sich schichtweise zur Zurmaiener Straße hin vor und schaffen so eine markante Überhangsilhouette. Etwa 140 Betten wird das Hotel, für das es nach TV-Infos schon mehrere Interessenten gibt, haben.
Schallschutzmauer: Um das Wohngebiet im Inneren des Areals von der lauten Zurmaiener Straße zu schützen, entsteht eine gut fünf Meter hohe Schallschutzmauer. Diese verläuft allerdings nicht direkt am Straßenrand, sondern ist weit zurück in das Gelände versetzt, sodass zwischen Mauer und Straße ein breiter Grünstreifen bleibt.
Bebauung vertraglich fixiert


Aufgelockert wird der Anblick der Mauer zudem durch drei Dienstleistungsgebäude: "Von außen wird es aussehen, als würden diese Gebäude auf der Mauer aufsitzen", erklärt Architekt Müller. Die drei Fassaden sind unterschiedlich ausgerichtet und ragen über die Mauer ein Stück zur Straße hin. "Dadurch wirkt die Front nicht hermetisch und monolithisch, sondern bietet dem Auge Abwechslung", erklärt Müller. In den viergeschossigen Gebäuden sollen Büros, Praxen und Räume für Dienstleister entstehen.
Die neun Wohnhäuser im Inneren des Geländes haben drei Vollgeschosse mit jeweils zwei rund 120 Quadratmeter großen Wohnungen. Dazu kommen Penthousewohnungen mit je rund 160 Quadratmetern Wohnfläche.
Ein Restaurant soll an der Geländeecke Mosel/Bolzplatz entstehen. Die städtischen Entwicklungspläne hatten einen Gastronomiebetrieb gefordert, der sich zur Mosel hin öffnet. Geplant ist nicht nur eine große Außenterrasse. "Wir wollen einen Steg bauen, wie man ihn zum Beispiel von Ostsee-Strandbädern kennt", sagt Architekt Müller. Über mehrere Stufen und Absätze soll der Steg vom Gelände über die Uferböschung bis hinaus auf die Mosel führen und zum Flanieren und Hinsetzen einladen.
Ein städtebaulicher Vertrag soll Sorge dafür tragen, dass diese ambitionierten Pläne auch wie im Entwurf versprochen realisiert werden. Außerdem stellt die Stadt in Abstimmung mit Investor und Architekten einen Bebauungsplan auf. "Aber die Details des Entwurfs einschließlich der Qualität der Materialien, die verwendet werden sollen, sind auch feste Bestandteile des Kaufvertrags zwischen der Bima und dem Investor", erklärt Dezernentin Kaes-Torchiani.
Von der Zurmaiener Straße aus müssen in beide Fahrtrichtungen Abbiegespuren auf das Areal gebaut werden. "Wir denken, dass im Herbst 2012 die Baggerarbeiten beginnen können", sagt Müller, der mit einer Gesamtbauzeit von rund zwei Jahren rechnet.