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Verkehr
Chaos auf dem Trierer Petrisberg: Die Stadt plant neue Parkplätze

Parkplätze sind Mangelware in Triers Vorzeigequartier auf dem Petrisberg. Rund ums Ärztehaus wird es immer wieder mächtig eng.
Parkplätze sind Mangelware in Triers Vorzeigequartier auf dem Petrisberg. Rund ums Ärztehaus wird es immer wieder mächtig eng. FOTO: TV / Friedemann Vetter
Trier. Die Politik hat den Verkehr und das tägliche Parkproblem in Triers Vorzeigequartier im Visier. Zwei aktuelle Diskussionen führen in völlig unterschiedliche Richtungen. Von Jörg Pistorius
Jörg Pistorius

Im Wissenschaftspark auf dem Petrisberg sitzen mittlerweile 190 Firmen mit 1300 Mitarbeitern. Sehr viele kommen mit dem Auto zur Arbeit und brauchen einen Platz, um ihr Gefährt abzustellen. Dazu kommen die Kunden und Patienten, die Anwohner und deren Besucher. Der vorhandene und zurzeit noch kostenlose Parkraum reicht längst nicht für alle. Die Konsequenz ist ein immer wieder auftretendes Parkchaos, über das sich die Menschen auf dem Petrisberg seit Jahren beschweren

Die Stadt Trier will jetzt massiv eingreifen und ihre im Frühjahr zum ersten Mal erwähnten Pläne (der TV berichtete) in die Tat umsetzen. Direkt im Wissenschaftspark im Umfeld der fünf bunten Kronengebäude sollen in einem ersten Schritt 96 neue Parkplätze entstehen.

Die Stadt will mit diesem Schritt ein akutes Problem mit einer relativ schnell umsetzbaren Aktion lösen, indem sie dem Autoverkehr mehr Platz bereitstellt. Die SPD Trier steuert dagegen in eine völlig andere Richtung. Sie will prüfen lassen, ob und wie aus der ehemaligen Wohnsiedlung Belvedere, dem sogenannten Burgunderviertel direkt neben dem Wissenschaftspark, ein autofreies Quartier werden kann (siehe Info). In einem solchen Quartier – ein Beispiel ist die Siedlung Weißenburg in Münster – dürfen nur Paketdienste und natürlich Rettungswagen über die Straßen rollen. Alle anderen Fahrzeuge bleiben draußen, auch die Autos der Anwohner, die auf Sammelparkplätzen vor der Quartiersgrenze  stehenbleiben müssen.

Der Bau neuer Parkplätze funktioniert natürlich nicht einfach so. Das Stadtplanungsamt hat ein Konzept entwickelt, auf dessen Grundlage das Bebauungsplanverfahren mit einer Bürgerinformation am Donnerstag, 20. September, 19 Uhr, im Seminarraum 13 des Wissenschaftsparks über dem Restaurant Monte Petris beginnt.

Die Stadt hat drei Varianten geprüft und eine davon zum Favoriten erklärt (siehe Grafik). Bei den fünf Kronengebäuden – früheren Kasernenanlagen, die zu gefragten und modernen Firmensitzen umgebaut wurden – im Nordosten des Wissenschaftsparks soll eine Parkanlage mit zunächst 96 Plätzen entstehen, die in einem zweiten Abschnitt auf insgesamt 192 erweitert werden kann.

Der neue Parkplatz wird über einen vorhandenen Fahrweg von der Robert-Schuman-Allee erschlossen. Das Konzept sieht außerdem eine Gliederung der Fläche durch eine Begrünung sowie eine Verbindung zu dem Fußweg an der Talkante Richtung Aveler Tal vor. Ob und wann der zweite Teil des Parkplatzes gebaut wird, hängt nach Aussage von Iris Wiemann-Enkler, der Leiterin des Trierer Stadtplanungsamts, vor allem davon ab, wie und wann weiterer Bedarf entsteht – möglicherweise für die Besitzer von neuen Kleingartenanlagen auf dem Petrisberg, die ebenfalls mit dem Auto kommen und einen Parkplatz brauchen.

Alle bisherigen Versuche der Stadt, das Parkplatzproblem auf dem Petrisberg zu lösen, sind gescheitert. Weder ein Parkhaus noch ein subventioniertes Busticket für die Verbindung von den Parkplätzen am Geo-Campus der Uni zum Wissenschaftspark hatten Aussichten auf eine stabile wirtschaftliche Basis.

Wie geht es jetzt weiter? Die  Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden läuft vom 21. September bis 22. Oktober. In dieser Zeit können auch Stellungnahmen im Internet (www.trier.de/bauleitplanung) abgegeben werden.

Der nächste Schritt ist dann im Frühjahr 2019 die Auslegung des Bebauungsplans und die damit verbundene Änderung des Flächennutzungsplans. Der Beschluss des Stadtrats soll im Sommer 2019 folgen.

Noch gibt es kein genaues Datum, ab wann die neuen Parkplätze zur Verfügung stehen werden. Aber eines steht fest: Sobald die Anlage fertig ist, sollen alle Parkplätze im Wissenschaftspark bewirtschaftet werden. Die Plätze beim Turm Luxemburg und den Sportanlagen bleiben kostenlos.

Rudolf Mangerich wohnt seit 2005 auf dem Petrisberg und ist laut eigener Aussage ein tägliches Opfer des Parkchaos. „Neue Parkplätze sind vielleicht ein erster Schritt“, sagt er. „Aber die Lage wird grundsätzlich erst dann besser, wenn der tägliche riesige Strom von Autos, der morgens kommt und abends wieder geht, endlich aufhört.“