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Unterhaltung
Circus Krone in Trier: Wo Tiger kuscheln und Menschen fliegen (Bilder)

Was für Besucher mühelos wirkt, ist das Ergebnis harter Arbeit. Zum ersten Mal seit zwölf Jahren gastiert Circus Krone wieder in Trier.
Was für Besucher mühelos wirkt, ist das Ergebnis harter Arbeit. Zum ersten Mal seit zwölf Jahren gastiert Circus Krone wieder in Trier. FOTO: Hans Krämer
Trier. Circus Krone macht mit seinem atemberaubenden Programm „Evolution“ halt in Trier – und stößt auf Protest. Von Joscha Wölbert

Der Akrobat schwebt für einen kurzen Moment in der Luft, nachdem er einen dreifachen Salto in sieben Metern Höhe absolviert hat. Das Publikum hält den Atem an. Wird er zu Boden stürzen? Genau in diesem Moment packt sein Partner ihn jedoch bei den Händen und beide schweben abenteuerlich am Trapez durch die festlich beleuchtete Manege.

Man hört die Zuschauer erleichtert und beeindruckt zugleich aufatmen und dann heftig applaudieren. Wer in den letzten Tagen am Messepark vorbeigefahren ist, dem wird es sicher aufgefallen sein, das große Zelt mit den vier Spitzen, jeweils verziert mit einer Krone.

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Circus Krone in Trier FOTO: Hans Krämer

Zwölf Jahre mussten sich die Trierer gedulden, denn so lange ist es her, dass der weltberühmte Circus Krone das letzte Mal die Stadt an der Mosel besucht hatte. Doch nun ist er zurück und will Jung und Alt mit einer spektakulären Show begeistern. Und das gelingt den Artisten, Künstlern und Tieren mit Leichtigkeit. Wer von der indischen Elefantendame, die einen Handstand vollführt noch nicht beeindruckt war, der ist es spätestens beim Auftritt von Martin Lacey JR.

Der mit seinem 26-köpfigen Raubkatzenrudel, bestehend aus Tigern und Löwen, das die Menge ehrfürchtig die Luft anhalten lässt. Spielend leicht geht er mit den gefährlichen Raubkatzen um, die sich mal wütend brüllend auf ihn stürzen zu scheinen, um im nächsten Moment wie ihre kleinen Verwandten zu Hause auf dem Sofa, zu ihm kuscheln zu kommen und sich zärtlich an ihn schmiegen.

Doch ihre schiere Größe und die Kraft ihrer Pranken und Kiefer lassen das Publikum nur schwer vergessen, wen man da vor sich hat.

Wem das zu viel Spannung ist, der braucht im Circus Krone jedoch keine Angst haben, dass nichts für ihn dabei ist. So sorgt der Clown Fumagalli immer wieder für Späße und Lacher auf Kosten seiner Mitakteure, dem Publikum und nicht zuletzt am allermeisten sich selbst.

Der unbeholfene Artist schafft es einfach nicht, einen Witz richtig wiederzugeben und taumelt am Schluss gar betrunken durch die Manege. Etwas ernster geht es zu, als der Nashornbulle Tsavo  ins Rampenlicht tritt. Das Publikum erfährt, dass er als Botschafter für die letzten seiner Art auftritt und für den Schutz der Nashörner Spenden gesammelt werden.

Auch für einen kurzfristigen Ausfall wurde ein mehr als nur würdiger Ersatz gefunden. Zwei Seilartisten zeigen ihr Können schwebend in der Mitte des Zirkuszelts. Sie vollführen Bewegungen und Haltungen an den sogenannten Strapaten, von denen die meisten Zuschauer sicher noch nicht einmal wussten, dass dies menschenmöglich ist.

Ebenso wunderlich sind die Menschentürme, die von den bärenstarken Mongolen gebaut werden. Mal liegen zwei ganz unten und tragen vier oder fünf Artisten auf ihren Körpern, mal steht einer unten und das Gewicht von drei Weiteren lastet auf seinen Schultern, während er keine Miene verzieht.

Alessio Fochesato bringt etwas ganz besonderes mit sich als er ins Rampenlicht tritt. Hinter ihm fliegen fünf Papageien in die Manege ein und kreisen im gesamten Zelt, auch über den Köpfen des Publikums, das sogar in die Show mit den bunten Vögeln mit einbezogen wird. So dürfen ein paar Kinder einem Kakadu Ringe zum hindurchfliegen hinhalten, oder einer der Aras überbringt einer Zuschauerin eine Rose im Flug als Geschenk.

Dem Publikum hat die Vorstellung sichtlich gefallen und besonders den Kindern merkt man dies an.

So sind auch Marie und Henry Witt sowie Niklas Thielen von der Vorstellung hellauf begeistert. „Das war supercool“ erzählen sie aufgeregt. „Am besten war, dass der Papagei über uns geflogen ist!“, findet Henry und die beiden anderen pflichten ihm mit heftigem Kopfnicken bei.

Wer sich Löwe, Artist und Co. ansehen möchte, hat dafür noch bis Dienstag, 22. Mai, 15.30 Uhr, Zeit, dann beginnt die letzte Vorstellung. Davor kann man die „Evolution“ werktags um 15.30 Uhr und 19.30 Uhr, sowie sonntags um 14 und 18 Uhr besuchen und sich selbst ein Bild von der Show machen.