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"City Campus trifft Illuminale" bietet am 30. September in Trier mehr als 100 Beiträge

Trier. Bis zu 15.000 Besucher werden erwartet, wenn der City Campus und das Lichterfest Illuminale in der Trierer Innenstadt ihren Mix aus Kunst und Wissenschaft bieten. Die Themen greifen viele aktuelle Diskussionen auf. Jörg Pistorius

Mit dem Eisbrecher in die Antarktis? Kein Problem. Die Entstehung von Schokolade von der Bohne bis zur Tafel? Aber gerne. Verbrauchertests, chinesische Kalligrafie, künstliche Intelligenz? Kommt sofort. Die einzelnen Beiträge des City Campus umfassen enorm viele Bereiche von Wissenschaft und Technik. Doch wer sie alle sehen will, muss präzise planen, viel laufen und sich sehr beeilen - denn der City Campus umfasst mehr als 100 Stationen.

Wissenschaftler der Universität und der Hochschule Trier werden Forschungs- und Entwicklungsfelder zeigen, deren Lerneffekt und Unterhaltungswert generell sehr hoch sind. Im Bereich Umwelt geht es unter anderem um Energiewende, Klimaforschung und Nationalparks. Im Sektor Technologie werden 3-D-Drucker, Roboter und Hackerangriffe thematisiert. Die Sparte Kultur reicht von mittelalterlicher Kampfkunst bis zur Rekonstruktion von Römerschiffen.

"Mit dem City Campus erhält die Wissenschaftsallianz Trier eine Bühne, die voll und ganz dem Gedanken einer öffentlichen Wissenschaft verpflichtet ist", sagt Universitätspräsident Professor Michael Jäckel.
"Die Hochschule Trier versteht sich als qualitativer Bildungsträger mit klarer Ausrichtung zur Innovation und zu Praxisbezug. Von daher präsentieren wir gerne unsere anwendungsorientierten Forschungsergebnisse einem breiten Publikum", betont Professor Norbert Kuhn, Präsident der Hochschule Trier.

Wer den City Campus besuchen will, sollte sich keinen zu engen Stundenplan basteln, sondern auf jeden Fall Zeit für das Lichtkunstfestival Illuminale lassen. Auf dem Augustinerhof zwischen Rathaus und Theater widmet sich die Illuminale dem Thema Upcycling und Nachhaltigkeit. An der Rathausfassade zeigt der freischaffende Fotokünstler Gery Oth aufwendige Projektionen von Naturimpressionen, die er mit einer Lochkamera aufgenommen hat.

Aus weggeworfenen Verpackungsmaterialien entstehen Flugmonster. Früchte, Pflanzen und Beete erstrahlen in neuem Licht, gestaltet von Kunst-AGs, Schulen und sozialen Einrichtungen der Region.

Auch die Pfarrkirche St. Antonius, das Humboldt-Gymnasium und der Hochbunker werden erstmals im Rahmen eines Lichterfestivals bespielt. An allen drei Orten können Zuschauer Teil des Kunstwerks werden.

Der Viehmarktplatz ist mit der Hauptbühne und dem Wissenschaftsmarkt Dreh- und Angelpunkt. Alle Wissensstationen und Lichtkunstobjekte sind von dort auf kurzen und verkehrsberuhigten Wegen zu erreichen.

Trier wird am 30. September Teil einer europaweiten Bewegung sein. "Uns freut besonders, dass wir mit dem Gesamtkonzept erneut die Europäische Union überzeugen konnten und eine Förderung erhalten haben", sagt Universitätspräsident Jäckel. Die EU unterstützt in 240 Städten Wissenschaftsnächte, die zeitgleich stattfinden. In Deutschland ist neben Trier nur Kiel beteiligt.

Der Zeitplan: City Campus trifft Illuminale beginnt am Freitag, 30. September, um 16 Uhr mit einem Programm für Kinder. Um 18 Uhr werden Ministerpräsidentin Malu Dreyer, OB Wolfram Leibe und die beiden Präsidenten das Programm eröffnen, das bis 24 Uhr dauern wird. Der TV ist Medienpartner. Eine genaue Auflistung aller Einzelbeiträge bietet die Homepage . Extra

Der Behindertenbeirat der Stadt Trier hat Kritik an der Veranstaltungsreihe "City Campus trifft Illuminale" geübt. Die Begründung: Zu den Standorten der Veranstaltungsreihe gehört auch das Humboldt-Gymnasium am Augustinerhof. Insgesamt 21 Projekte, Aktionen und Vorträge finden dort statt - doch nicht alle Räume sind barrierefrei erreichbar. Unipräsident Michael Jäckel nimmt diese Kritik an und entschuldigt sich. "Wir werden in Zukunft im Vorfeld des City Campus auch mit dem Behindertenbeirat Gespräche führen", sagt Jäckel. "Dann wird es keine Probleme mit der Barrierefreiheit an einzelnen Standorten mehr geben. Für die aktuellen Schwierigkeiten bitten wir um Entschuldigung." jp