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Kultur
Das Mutterhaus entführt ins 13. Jahrhundert

Im Musikspiel „Elisabeth von Thüringen“ geht es um  die Geschichte einer mutigen Frau, die in finsteren Zeiten ein altes Tabu bricht.
Im Musikspiel „Elisabeth von Thüringen“ geht es um die Geschichte einer mutigen Frau, die in finsteren Zeiten ein altes Tabu bricht. FOTO: Trierischer Volksfreund / Clemens Saarholz
Trier. Die Mitarbeiter des Klinikums präsentieren ein Benefizmusical über das Leben der Heiligen Elisabeth von Thüringen. Die Erlöse gehen an das Mtinko Konvent der Borromäerinnen in Tansania.

Mitarbeiter, Freunde und die Ordensgemeinschaft der Borromäerinnen des Mutterhauses erzählen in dem Musikspiel „Elisabeth von Thüringen“ von Hermann Schulze-Berndt und Peter Janssens die bewegende Geschichte einer mutigen Frau. In finsteren Zeiten, die geprägt sind von Inquisition, Kreuzzügen, Elend und Hungersnot, bricht sie ein jahrhundertealtes Tabu.

Sie, eine Adlige, geboren als Tochter des ungarischen Königs Andreas II. und seiner Frau Gertrud, entwickelt ein immer stärkeres Bewusstsein für die Ungerechtigkeiten ihrer Zeit, steigt dafür herab vom fürstlichen Thron und hilft wo sie kann. In dem Musical entwickeln sich die Szenen im Wechselspiel von Sologesängen, Chorpassagen, Instrumentalstücken und Mitsingliedern.

Das Spiel beginnt. Der Narr erzählt, wie Elisabeth schon als Vierjährige von Ungarn nach Thüringen kam. Im 13. Jahrhundert, während Hungerperioden das Land in Not und Armut versetzten, verteilte sie Getreide und Saatgut. Sie gab bedürftigen Bauern Kleidung und Werkzeug, sorgte für Kranke und ließ sogar am Fuße der Wartburg in Eisenach ein Hospiz errichten. Ihr Mann König Ludwig gewährte ihr alle Mittel, die sie dafür benötigte.

Das Auditorium singt mit: „Reichtum und Macht sind nur als Vorrecht gedacht.“ Es folgt der Abschied von ihrem Mann, der in die Kreuzzüge aufbricht, in Italien erkrankt und an Fieber stirbt. In der Kirche klingt es: „Abschied muss wehtun, Abschied ist schwer.“

Eine Frau betritt die St. Josef Kapelle am Mutterhaus. Blaues Hemd, weiße Hose. Eine Krankenschwester. Suchende Blicke. Sie findet, wen sie sucht. Nimmt die Person mit. Das Leben geht außerhalb der Kapelle weiter. Vor allem in Krankenhäusern. Wo Hilfsbedürftigkeit zum Menschsein dazu gehört. Oder auch in Drittweltländern, wie zum Beispiel in Tansania.

Dorthin haben sich die Ordensschwestern 1985 aufgemacht. Sie reisten nach Afrika, um eine Missionsstation zu errichten. Während die Nonnen vor gut 30 Jahren noch klein anfingen, stehen dort heute ein Krankenhaus, ein Kindergarten, mehrere Ambulanzstationen und eine Schule, die im Jahr 2008 zu den zehn besten Schulen Tansanias zählte. Und heute sind die Einrichtungen nicht mehr in den Händen deutscher Nonnen, sondern in den Händen der Tansanierinnen.

Für diese Einrichtungen wurden Spenden gesammelt. Mit Liebe zum Detail und Herzblut haben über 50 Sängerinnen und Sänger, Instrumentalisten und Organisatoren zusammengearbeitet und St. Josef in eine mittelalterliche Musicalkapelle verwandelt. Anlass des Konzertes war das goldene Professjubiläum von Generaloberin Schwester Elisabeth.

Wer die Ordensschwestern in Tansania unterstützen möchte, kann Spenden an dieses Konto überweisen:

Pax Bank Trier

IBAN: DE 53 3706 0193 3013 4870 13, BIC: DENODED1PAX

Kontoinhaber: Stiftung der Borromäerinnen zu Trier