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Kultur
Der Ehranger Posaunist Peter Feil ist gestorben

Peter Feil.
Peter Feil. FOTO: Karl-Heinz Breidt
Trier. Er gehört zu den wenigen Jazz-Musikern, die von Trier aus eine professionelle Karriere durchliefen, aber die Verbindung zu ihrer Heimat nie aufgaben. Ein Nachruf. Von Martin Möller

Die Jazz-Posaunist und Komponist Peter Feil ist vor wenigen Tagen gestorben. Er gehört zu den wenigen Jazz-Musikern, die von Trier aus eine professionelle Karriere durchliefen, aber die Verbindung zu ihrer Heimat nie aufgaben.

Peter Feil, geboren 1962 in Ehrang (heute Trier-Ehrang), hatte sich schon früh entschlossen, Jazzmusiker zu werden. Nach Unterricht beim Ehranger Organisten Reinhold Neisius und später bei Posaunist Günter Solga vom Trierer Städtischen Orchester trat er mit 16 Jahren ins Sinfonieorchester der Trierer Volkshochschule ein und gründete eine eigene Band. „Er schrieb schon in den Jahrgangsstufen 12 und 13 sehr gute Arrangements, die wir dann auch aufgeführt haben“, sagt Bernhard Nink, damals Musiklehrer am Trierer FWG.  Am FWG  machte Feil das Abitur.

Von 1982 studierte er Posaune und Komposition an der Kölner Musikhochschule, unter anderem bei Jiggs Wigham. 1984/85 gehörte er zum Deutsch-Französischen Jazz Ensemble unter Albert Mangelsdorff. In den 1980ern erhielt er auch den mit 1000 DM dotierten Förderpreis des Trierer Jazzclubs. 1996 wurde Feil Mitglied in der renommierten Bigband des Hessischen Rundfunks. An der Frankfurter Musikhochschule erhielt er außerdem einen Lehrauftrag. Trotz seiner Anstellung in Frankfurt blieb Feil in der Trierer Jazz-Szene präsent.

In den Jazz-Zentren Schießgraben, Aalkasten, Brunnenhof  und Tufa ist er häufig aufgetreten – zeitweise mit den Kollegen von der hr-Bigband. Seinen letzten großen Auftritt hatte Peter Feil  im Oktober 2013 auf der Session „Jazz with Friends“. „Ich habe Peter Feil  als gutmütig, freundlich und feinsinnig erlebt“, sagt Thomas Schmitt vom damaligen Jazzclub. Obwohl mit Leib und Seele Jazzer, legte sich Feil stilistisch nicht fest. Sein kompositorisches Vorbild war Hanns Eisler, der Schüler von Arnold Schönberg und Freund von Bert Brecht. Und in einem Interview antwortete er auf die Frage „Wann bekommen Sie Gänsehaut?“  „Wenn ich unter einer großen Orgel stehe, auf der gerade Bach gespielt wird“.