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Der "gute Geist" wird 80

Trier und Beruf sind Berufung für ihn: Wolfgang Binsfeld.Foto: Thomas Zühmer, Rheinisches Landesmuseum Trier
Trier und Beruf sind Berufung für ihn: Wolfgang Binsfeld.Foto: Thomas Zühmer, Rheinisches Landesmuseum Trier
Er ist einer der bedeutendsten Trierer Archäologen: Morgen, Sonntag, feiert Professor Dr. Wolfgang Binsfeld seinen 80. Geburtstag. Von unserem Redakteur Roland Morgen

Trier. Wer ihn nicht kennt, auf den wirkt Wolfgang Binsfeld wie so eine Art "Inspector Columbo": Trenchcoat, Zigarette, spezieller Humor. Und tatsächlich verfügt er über einen fast kriminalistischen Spürsinn. Aber Binsfeld ist Archäologe und Altertums-Forscher, und dazu einer der bedeutendsten, die in Trier gewirkt haben.

Für ihn waren Beruf und Trier Berufung. Geboren in Essen, aufgewachsen in Neuss, kam er bereits in Studienzeiten mit dem Trierer Landesmuseum in Kontakt. Nach der Promotion 1955 in Köln und beruflichen Stationen am Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz sowie am Römisch-Germanischen Museum in Köln heuerte Binsfeld 1965 an der Weimarer Allee an. Das Angebot der im Landesmuseum frei gewordenen Oberkustos-Stelle hatte ihn mitten in der Wüste bei Ausgrabungen im frühchristlichen Pilgerzentrum Abu Mena (Ägypten) erreicht. Binsfeld nahm dankend an und blieb seiner Wahlheimat treu. Selbst den Chefposten am Römisch-Germanischen Museum in Köln, der ihm 1971 offeriert wurde, lehnte er zugunsten seiner Arbeit in Trier ab. Dort avancierte er zum Hauptkustos und stellvertretenden Direktor. Ab dem Wintersemester 1977/78 übernahm er an der Uni Trier einen Lehrauftrag in Provinzialrömischer und Klassischer Archäologie; 1979 erfolgte die Ernennung zum Honorarprofessor.

Binsfeld leitete mehrere bedeutende Grabungen, war maßgeblich an der Ausstellung zu Triers 2000-Jahr-Feier (1984) beteiligt und ist als eifriger Schreiber in Erscheinung getreten. Seine Bibliographie umfasst rund 250 Titel.

Neben seinen fachlichen Fähigkeiten als "kompletter Archäologe" (Ausgräber, Interpret, Numismatiker und Epigraphiker) werden seine herausragenden charakterlichen Eigenschaften geschätzt. "Hilfsbereit, akkurat, pünktlich und ein Pfundskerl" charakterisierte einst Landesmuseums-Direktor Heinz Cüppers (1929 bis 2005) seinen langjährigen Wegbegleiter, dessen Größe auch in persönlicher Bescheidenheit zum Ausdruck kommt.

Im Landesmuseum gilt Wolfgang Binsfeld als "guter Geist" und "lebendes Inventar". Sehr zur Freude des Personals, darunter noch vieler alter Kollegen, ist er regelmäßiger Besucher der Bibliothek - und nie um ein "Histörchen" verlegen. Morgen, Sonntag, feiert Wolfgang Binsfeld mit Familie und Freunden seinen 80. Geburtstag.