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Der Minister, die Pleite und die Weinkönigin: Warum Mosel-Majestät Lena Endesfelder Post aus Berlin bekam

 Lena Endesfelder aus Mehring (Kreis Trier-Saarburg) ist neue Moselweinkönigin. Sie setzte sich am Freitagabend in der Europahalle in Trier gegen vier Konkurrentinnen durch. Weinprinzessinnen sind Lena Esseln (Kesten) und Kristin Weinand (Brauneberg). TV-Foto: Friedemann Vetter
Lena Endesfelder aus Mehring (Kreis Trier-Saarburg) ist neue Moselweinkönigin. Sie setzte sich am Freitagabend in der Europahalle in Trier gegen vier Konkurrentinnen durch. Weinprinzessinnen sind Lena Esseln (Kesten) und Kristin Weinand (Brauneberg). TV-Foto: Friedemann Vetter FOTO: Friedemann Vetter
Mehring/Trier/Berlin. Das war überraschende Post, die Moselweinkönigin Lena Endesfelder aus Mehring kürzlich in ihrem Briefkasten fand. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte ihr geschrieben. Der Grund: Sie war mit ihm im Bett gelandet. Hatte sie jedenfalls öffentlich herumerzählt ... Michael Schmitz

Bei der Wahl zur Moselweinkönigin am 11. September 2015 wurden die fünf Kandidatinnen aus dem gesamten Anbaugebiet mit Fachfragen, Blindverkostung und spontan zu lösenden Aufgaben auf die Probe gestellt. Teils vor einer Fachjury hinter verschlossenen Türen, teils aber auch auf großer Bühne in der Europahalle.

Eine dieser Aufgaben hat Lena Endesfelder, der an diesem Abend gewählten Moselweinkönigin aus Mehring, nun einen Brief von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble beschert. Die Aufgabe bestand für jede der Kandidatinnen darin, sich spontan eine Geschichte auszudenken, in der fünf vorgegebene Schlagworte vorkommen mussten. Lena Endesfelder wurden die Worte "Wolfgang Schäuble", "Staatspleite", "Griechenland", "Ouzo" und "Elbling" aufgetragen. Die Geschichte, die sie daraufhin in eineinhalb Minuten auf der Bühne einem johlenden Publikum erzählte, ging in Kurzfassung so: Wolfgang Schäuble habe sie angerufen und sie gebeten, ihm aus der Misere zu helfen und "ihn ein bisschen lockerzumachen". Daraufhin sei sie mit ihm nach Griechenland geflogen, um dort mit ihm Ouzo zu trinken. Morgens sei sie neben ihm aufgewacht und habe gedacht: "Ne, da hilft nur noch Elbling!" Dann seien sie wieder nach Deutschland geflogen und hätten sich mit Elbling die Staatspleite schöngetrunken. Aufgabe mit Bravour gelöst, Publikum begeistert - und Wolfgang Schäuble offenbar auch, wie sich nun zeigte.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete und Generalsekretärin Katarina Barley aus Schweich hatte Schäuble einen Videoausschnitt des Krönungsabends per Mail zugeschickt, wie sie dem TV sagte. Verbunden mit dem Hinweis, Lena Endesfelder würde sich über eine Reaktion seinerseits sicher freuen.

Die Reaktion kam nun tatsächlich per Post. Der Minister schreibt: "Liebe Frau Endesfelder. Wie ich von Frau Dr. Katarina Barley, MdB, erfahren habe, konnten Sie einen überzeugenden Sieg bei der Wahl zur Mosel-Weinkönigin 2015/16 erringen. Dass ich dazu beitragen durfte, nehme ich mit Humor zur Kenntnis. Für das neue Amt wünsche ich Ihnen alles Gute, Erfolg und Fortune."

Lena Endesfelder hat die Reaktion aus Berlin gefreut, wie sie dem TV sagte. Und auf die Frage, was sie denn mit dem Minister in echt trinken würde, sollte sie ihn bei einem ihrer Repräsentationstermine tatsächlich treffen, hatte sie gestern auch schon die passende Antwort parat, augenzwinkernd natürlich: "Erst Ouzo, dann Elbling!"