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Soziales
Beratung und Hilfe vor der Geburt

Trier. Der Sozialdienst katholischer Frauen im Bistum Trier informiert und unterstützt Schwangere – besonders auch, wenn sich im Rahmen der vorgeburtlichen Diagnostik  Probleme ergeben.

Die junge Mutter aus der Region Trier hält liebevoll ihren eineinhalb Jahre alten Sohn auf dem Schoß. Der Junge kam mit einer schweren Krankheit zur Welt und ist auf regelmäßige medizinische Hilfe angewiesen. Er ist trotzdem lebhaft und fröhlich.

Für seine 27-jährige Mutter und ihren Partner war es eine schwere Zeit, nachdem in der 30. Schwangerschaftswoche Auffälligkeiten beim ungeborenen Kind festgestellt wurden. Die Entscheidung, das Kind zu bekommen, war nicht einfach. Heute sagt die junge Mutter: „Wir haben dem Leben eine Chance gegeben. Ich bin so dankbar für meinen Sohn. Er ist eine Bereicherung und hat nur Positives in mein Leben gebracht.“

Dass die Frau überhaupt vor der Geburt von der Behinderung ihres Kindes und den Konsequenzen für ihr Leben und das ihres Kindes erfuhr, wurde durch die vorgeburtliche Diagnostik (Pränataldiagnostik) ermöglicht.

 Die Beratungsstellen des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) und der Caritas bieten im Rahmen der Schwangerschaftsberatung auch Unterstützung an, wenn Frauen zur Thematik Pränataldiagnostik Rat und Hilfe suchen. „Frauen können in jeder Situation im Zusammenhang mit Familienplanung und Schwangerschaft in unsere Beratung kommen. Wir bieten ihnen ganz besonders auch bei Fragen zur Pränataldiagnostik Hilfe und einen vertraulichen Rahmen, in dem sie zu einer Entscheidung finden können“, sagt Melanie Sachtleben, Diözesanreferentin des SkF.

Beraterin Astrid Schleich vom SkF Trier ergänzt, dass die Beratungen nach auffälligem Befund zahlenmäßig zwar überschaubar sind, dafür aber sehr komplex und zeitintensiv. „Die Diagnose, dass das gesund geglaubte Kind krank oder schwer behindert sein wird, ist für die Schwangere zunächst ein großer Schock. Wir schaffen in der Beratung einen geschützten Raum, damit sie und ihr Partner alle Fragen und Sorgen miteinander besprechen können. Wir unterstützen und beraten bis nach der Geburt des Kindes, vermitteln Therapeuten, Ärzte oder weitere Hilfen.“

Auch die junge Mutter wandte sich nach der Diagnose der Behinderung ihres Kindes an den SkF Trier: „Das war wie eine Brücke in einem dunklen Tal“, sagt sie. Die Entscheidung für ihr Kind war ein langer und schwerer Weg, geprägt von vielen Arztbesuchen und Klinikaufenthalten.

Eine sehr bittere Erfahrung war es für die 27-Jährige  und ihren Partner, dass sich Bekannte plötzlich von ihr abwandten, nachdem sie von der Krankheit ihres ungeborenen Kindes gehört hatten.

Hier sieht die junge Frau das eigentliche Problem, wenn es um behinderte Kinder geht: „Kinder werden viel zu stark unter Leistungsaspekten betrachtet. Unsere Gesellschaft sollte viel offener werden. Mein Kind ist einfach anders, warum kann man das nicht akzeptieren?“ Bald  geht es in den Regelkindergarten.

Die Mutter freut sich, denn sie weiß: „Wir können nicht in Jahren planen, denn wir wissen nicht, was noch kommt. Aber das ist doch bei gesunden Kindern genauso!“

Schwangerschaftsberatungsstellen der Caritas und des Sozialdienstes katholischer Frauen gibt an 24 Standorten im Bistum Trier.
Weitere Informationen finden Interessierte im Internet unter der Adresse www.caritas-trier.de