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Der Sozialplaner

Sozialpädagoge und Organisationsberater: Heiner Schneider.Foto: Dorothee Quaré-Odenthal
Sozialpädagoge und Organisationsberater: Heiner Schneider.Foto: Dorothee Quaré-Odenthal
TRIER. Sozialplanungsbüro Schneider und Kappenstein – das ist ein Begriff in Trier. Während Peter Kappenstein vor einigen Jahren in die Palaststraße zog, blieb Heiner Schneider mit seiner Beratungsstelle "R.A.T." in der Paulinstraße. ARRAY(0x1c7390e10)

"Wir sind landesweit tätig", erklärt der studierte Sozialpädagoge Heiner Schneider. "R.A.T." steht für "Rheinland-pfälzische Beratungsstelle, Arbeitsintegration Benachteiligter, technische Hilfe zum Europäischen Sozialfonds". Eine Filiale gibt es in Mainz. Die landesweite Beratung bei arbeitsmarktpolitischen Projekten ist einer der wichtigsten Aufträge, die er für Qualifizierungsträger wie den Bürgerservice und die Handwerkskammer in Trier, die Arbeitsagenturen (Argen) und die Landkreise ausführe. "Wir stehen in Kontakt mit allen Argen, da läuft viel", sagt Schneider. "Die Chancen der Leute am Arbeitsmarkt sollen erhöht werden, manchen fehlt es einfach an Qualifikation." Viele Fördermaßnahmen setzen am Übergang von der Schule zum Beruf an. "Es gibt eine breite Palette an Angeboten hier in der Region." Heiner Schneider kommt aus der Jugendarbeit: Nach seinem Studium in Koblenz arbeitete er in einem Heim, im Kolpinghaus in Mainz und für den Mainzer Diözesan-Caritasverband. Der frühere Schüler des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums in Trier erinnert sich an seine eigene Jugend. Viel Zeit verbrachte er im Mergener Hof, früher in der Dietrichstraße: "Gruppenstunden, Zeltlager, Handball. In dem jährlichen Pfingstlager auf dem Ferschweiler Plateau wurde immer für die Echternacher Springprozession geübt! Wir hatten den Ehrgeiz, zu den Besten zu gehören", sagt er und lacht. Im Jahr 1972 durfte er als Helfer an der Olympiade in München teilnehmen, "das war ein tolles Erlebnis". Doch auch das Olympia-Attentat erlebte er mit: "Wir gingen ins olympische Dorf hinein, konnten aber nicht an unseren Arbeitsplatz, sondern wurden den ganzen Tag festgesetzt. Am Abend hatte sich die Spannung gelöst, die Stimmung in den Gaststätten war gut. Plötzlich, spät nachts, kam einer hereingestürmt und brachte die Nachrichten vom Flugplatz Fürstenfeldbruck. Alles war total betroffen."Zum Ausgleich Jazz

Nach Trier kehrte Schneider im Oktober 1992 zurück, nachdem er mit seiner Familie einige Jahre bei Mainz und im Landkreis Bad Kreuznach gelebt hatte. "Klaus Jensen und Peter Kappenstein hatten mich gelockt", sagt er fröhlich. Schneider ergriff die Chance, sich selbstständig zu machen, und stieg in das 1987 gegründete Büro für Sozialplanung ein. "Ich fand das interessant, was sie privatwirtschaftlich auf die Beine zu stellen versuchten." Der frühere Bürgermeister Paul Kreutzer war einer der Geburtshelfer gewesen. "Das Büro hat ihm viel zu verdanken", sagt Schneider. Jensen stieg 1994 aus, er wurde Staatssekretär. Das Sozialplanungsbüro setzte in den 90er-Jahren EU-Aufträge in Thüringen und Chemnitz um, es ging um die Qualifizierung und Integration von Arbeitslosen. Kappenstein war für die Sozialplanung zuständig, Schneider für die arbeitsmarktpolitische Beratung. "Irgendwann haben wir festgestellt, dass das unter einem Dach schwer zu realisieren ist", sagt Schneider. Seit 2002 hat er deshalb seine eigene Organisationsberatung. Darüber hinaus ist er ehrenamtlich im Aufsichtsrat der Wohnungsgenossenschaft Trier-Nord tätig. Bleibt da noch Zeit für Hobbys? Schneider strahlt und sagt: "Ich bin im Jazzclub ‚EuroCore‘ aktiv. Die Musik gefällt mir sehr, ich bin ein begeisterter Hörer."