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Kommunales
Der sichere Schulweg führt durch Feyen

Die Sanierung und Erweiterung der Grundschule in Feyen ist in vollem Gange. In unmittelbarer Nachbarschaft entsteht zudem die neue Kindertagesstätte. Um einen sicheren Weg zu den Einrichtungen zu gewährleisten, wurde eine Schulwegplanung in Auftrag gegeben.
Die Sanierung und Erweiterung der Grundschule in Feyen ist in vollem Gange. In unmittelbarer Nachbarschaft entsteht zudem die neue Kindertagesstätte. Um einen sicheren Weg zu den Einrichtungen zu gewährleisten, wurde eine Schulwegplanung in Auftrag gegeben. FOTO: LH
TRIER-FEYEN-/WEISMARK. Der Stadtteil Feyen-Weismark bringt ein Pilotprojekt für sicheren Schulweg auf den Weg – mit einer Vorreiterrolle für ganz Trier. Das Zauberwort heißt Schulwegplanung. Von Ludwig Hoff

Trier-Feyen/Weismark wächst stetig – nicht zuletzt dank neuer Baugebiete. 9000 Bewohner sollen es mal werden – ausgehend von derzeit knapp 7000. Das vielleicht einzige Problem dabei: Der stark zunehmende motorisierte Individual-Verkehr. Nicht unwesentlich davon betroffen sind sowohl Grundschule wie auch Kindertagesstätte (Kita) im Estricher Weg. Erstere derzeit in Erweiterungs- und Modernisierungsphase, letztere als Neubau gleich nebenan.

Offensichtlich bahnt sich bei dem zu erwartenden Verkehrszuwachs eine Lösung an. Ortsvorsteher Rainer Lehnart (SPD) ist hoffnungsvoll, die zusätzlichen Belastungen in den Griff zu bekommen. Denn: Der Ortsbeirat hat in seiner jüngsten Zusammenkunft einstimmig ein Projekt auf den Weg gebracht, dass sogar beispielgebend für andere Stadtteile werden könnte. Ob dies tatsächlich so sein wird, wird sich nach dem Einzug von Grundschule und Kita schnell herausstellen. Beide Einrichtungen sollen im Sommer 2019 – so die Vorgaben aus dem Trierer Rathaus – an den Start gehen.

Von chaotischen Zuständen bis zu teils gefährlichen Situationen berichtet der Feyener Stadtteilchef beim Bringen und Holen der Kinder etwa durch unzählige „Eltern-Taxis“. Dabei bemüht Rainer Lehnart die Vergangenheit, denn während der Umbauphase besuchen die Erstklässler die Medard-Schule.

Doch wenn die sanierte und erweiterte Grundschule mit 240 Kindern öffnet und auch die neue Kita mit fünf Gruppen und bis zu einhundert Kindern ihren Betrieb aufnimmt, befürchtet Lehnarts Schlimmes.

Er wie auch die Leiterin des städtischen Schulamtes, Helga Schneider-Gräfer, sind „total begeistert“ von einer in anderen Städten bereits praktizierten sogenannten Schulwegplanung. Dieses Projekt soll durch ein renommiertes Büro aus Wuppertal mit Bestandsaufnahme und Analyse der Fachleute vor Ort erstellt werden.

Eigenanteil des Stadtbezirks: 6000 Euro, die vom Ortsbeirat jetzt freigegeben wurden. „Eine sinnvolle Ausgabe“, ist Rainer Lehnart überzeugt. Die wesentlichen Ziele sind: die selbstständige Mobilität der Kinder zu fördern und die Verkehrssicherheit im Kinder-Interesse nachhaltig zu verbessern.

Im Focus: Das nähere und weitere Umfeld von Schule und Kita. Gefahrenquellen können fast überall lauern, etwa an unübersichtlichen Straßenverläufen, durch parkende Autos, schmale Gehwege oder dem Fehlen von Gehwegen.

Bekannt: An Ampeln mit längeren Wartezeiten werden Kinder schon mal ungeduldig, was zu unerwarteten Reaktionen führen kann. Mit im Boot bei dem Projekt sollen Eltern, Schüler, Verwaltung, Polizei und nicht zuletzt die Verantwortlichen der beiden Einrichtungen sein.

Helga Schneider-Gräfer weist bei der Maßnahme auf die freiwillige Aufgabe der jeweiligen Schulen hin: Feyen würde auf Trier bezogen eine Vorreiterrolle zufallen mit gewolltem Nachahmer-Effekt. „Wir wären die Speerspitze“, freut sich Stadtteilchef Rainer Lehnert, dass sein Ortsbeirat das Geld bereitstellt und erinnert in dem Zusammenhang an bis heute nicht erledigte städtische Projekte aus dem „Märchenbuch“, dem MIP (mittelfristiges Investitionsprogramm).

Doch genau das soll der Feyener Schulwegplanung durch die Vorleistung des Ortsbeirates eben nicht blühen

Und weil es schön zum Thema Verkehr passt: Das „10-Jahres-Konzept Straßenbaumaßnahmen“ (der TV berichtete mehrfach) wird von den Feyener Kommunalpolitikern ausdrücklich begrüßt.

Was „Aulstraße/Südtangente“ im eigenen Beritt betrifft, sei die zeitliche Vorgabe der Verwaltung 2028 zu weit nach hinten geschoben.