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Detektive im Karl-Marx-Haus

Ganz schön knifflig: Die Geschichtsdetektive Kai und Paula lösen die Fragen im Museumsquiz. TV-Foto: Cordula Fischer
Ganz schön knifflig: Die Geschichtsdetektive Kai und Paula lösen die Fragen im Museumsquiz. TV-Foto: Cordula Fischer
Eine Straße ist nach ihm benannt, er hat ein eigenes Haus: Karl Marx. Der Mann muss etwas Besonderes sein. Aber warum? Und wer war Karl Marx eigentlich? Diesen Fragen ist Leseratte Lucky auf den Grund gegangen. Von unserer Mitarbeiterin Cordula Fischer

Trier. (cofi) Leseratte Lucky steht in der Brückenstraße in Trier. Gerade kommt eine Gruppe Chinesen dort an und hält sich vor einem Haus mit der Nummer zehn auf, alle machen Fotos, aber keiner geht rein. So sieht es hier jeden Tag aus. Was ist so besonders an diesem Haus? Ein Schild mit dem Gesicht eines Mannes hängt an der Wand, eine Fahne flattert vor dem Haus im Wind. Und überall steht der Name Karl Marx. Das macht Lucky neugierig. Er geht durch die Tür und landet in einem Museumsladen. Dort warten vor dem Tresen ein paar Kinder. Auch sie wollen wissen, wer Karl Marx war und was er mit diesem Haus zu tun hat. Prima, denkt sich Lucky, stellt sich mit an, und Studentin Ronja Kertels verteilt einige Zettel mit Fragen. "Denk-mal an Marx" heißt das Museumsquiz, das die Kinder und Lucky durch das ganze Haus, treppauf, treppab auf Entdeckungstour schickt.

Richtig hinschauen und kombinieren



Zuerst sind die Kinder schnell unterwegs. Doch wer ein richtiger Geschichtsdetektiv sein will, muss richtig hinschauen, alles genau lesen, sich viele Sachen merken und kombinieren. Zuerst geht es in den ersten Stock. Dort gibt es Informationen über den jungen Karl. Er wurde 1818 im Haus in der Brückenstraße geboren, lebte aber nur etwa ein Jahr dort und ging aufs Gymnasium. Das gibt es heute noch und heißt jetzt Friedrich-Wilhelm-Gymnasium. Dann erfährt man, dass eine von Karls Töchtern Tussy genannt wurde und der Familienhund Whiskey hieß. 1835 ist Karl zum Studieren nach Bonn gegangen.

"Später hat er Bücher geschrieben. Das sind heute historische Schriften", erklärt Paula (9). Die haben schwierige Titel: "Das Kapital" und das "Kommunistische Manifest". Karl Marx' Ideen waren neu und revolutionär. Die Schriften sind als digitale Bücher im Museum zu sehen.

Und dann gab es noch ein besonders langes und schwieriges Wort: die "Internationale Arbeiter Assoziation". "Da hat Karl Marx was für Arbeiter getan. Ihm war die Gemeinschaft sehr wichtig", sagt Paula. Er setzte sich für eine gerechtere Gesellschaft und eine bessere Welt ein.

"Irgendwann war in Deutschland nicht mehr erwünscht, was er gedacht und geschrieben hat", sagt Nina (12). Deshalb musste Karl Marx fortgehen, ins Exil. Er lebte in Paris, Brüssel und London. Dort starb er auch und ist auf dem Highgate-Friedhof begraben. "Karl Marx war ein wichtiger Mensch für die Politik. Aber es gibt auch immer Gegner, wenn jemand eine bestimmte Meinung hat." Auch das erfahren die Kinder im Quiz. Am Ende der Tour durch das Museum ergeben die Antworten ein Lösungswort. Wer das richtig hat, bekommt einen kleinen Preis. Aber wichtiger war für Lucky und die Kinder, was sie erfahren haben. EXTRA Das Quiz "Denk-mal an Marx" ist eine Veranstaltung für das Zukunftsdiplom für Kinder. Neben einem Stempel im Pass gibt es eine Urkunde und eine Überraschung. Entwickelt hat das Quiz Ronja Kertels (22). Nach dem Abitur hatte sie für drei Monate ein Praktikum im Museum Karl-Marx-Haus gemacht. Die zweite Zukunftsdiplom-Quizrunde ist am Donnerstag, 17. Juni, 15.30 bis 17 Uhr. Dafür kann man sich anmelden per E-Mail an info@fes.de. Auf der Internetseite www.fes.de gibt es ein Anmeldeformular.