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Festival
Römisches Erbe in Flammen - Dieses Jahr zwei Tage Trierer Illuminale

Die Illuminale ist eines der beliebtesten Festivals in Trier. Unser Foto zeigt eine Szene aus dem Jahr 2017.
Die Illuminale ist eines der beliebtesten Festivals in Trier. Unser Foto zeigt eine Szene aus dem Jahr 2017. FOTO: Frank Goebel (fgg)
Trier. Ein Schüler liest in einem brennenden Buch. Aus einem dunklen Brunnen dringt helles Licht. Szenen wie diese bietet die neue Illuminale in den Kaiserthermen und dem Palastgarten – zum ersten Mal an zwei Abenden. Von Jörg Pistorius
Jörg Pistorius

Die Illuminale ist seit ihrer Premiere 2011 zu einer der beliebtesten Veranstaltungen der Stadt Trier geworden. Immer im Spätsommer leuchten und strahlen Häuserfassaden der Innenstadt. Die magischen Lichtspiele werden begleitet von Tänzern und Artisten. Tausende kommen und staunen. In diesem Jahr wird die Illuminale sich völlig neu präsentieren. Zum ersten Mal findet die Show der Lichter an zwei Abenden statt – am 28. und 29. September. Ebenfalls zum ersten Mal hat sie einen künstlerischen Leiter. Fabian Lasarzik (47), ein erfahrener Kulturmanager, spricht mit dem TV über seine Pläne für Trier. Diese werden viele Fans der Illuminale überraschen.

„Ich will nichts grundsätzlich ändern oder umkrempeln, sondern den Menschen die Hand reichen“, sagt Lasarzik, der bis 2015 Leiter der Abteilung Culture & Arts des Unesco Welterbes Zollverein in Essen war. „Aber ich will nicht Kunst um der Kunst willen machen. Wir wollen das Medium Licht nicht nur museal präsentieren, sondern greifbar und erlebbar machen.“

Lasarzik verlegt den Schwerpunkt des Trierer Festivals der Lichter in die Kaiserthermen und den Palastgarten. „Wir werden dort einen von Fackeln geleiteten Rundgang installieren“, verrät der künstlerische Leiter. Die Besucher werden an Stationen vorbeigeführt. „Unser Motto lautet Industriekultur“, sagt Lasarzik. Industrie im Palastgarten? „Nur ein scheinbarer Widerspruch“, erklärt er. „Feuer ist die Grundlage unserer Zivilisation und der späteren Industrialisierung. Und diese Energie wussten auch die Römer in den antiken Thermen bereits eindrucksvoll zu nutzen.“

Für die Inszenierung des Rundgangs in den antiken Stätten holt Lasarzik ein erfahrenes Team nach Trier. Das Kollektiv Pyromancer, Büro für brenzlige Angelegenheiten, aus Berlin wird Feuerinstallationen erstellen. Zusammen mit 50 Trierer Schülern hat der Künstler und Feuerexperte Kain Karawahn aus Berlin das Programm für die römischen Stätten entwickelt. „Die Besucher sollen in den Thermen und im Palastgarten buchstäblich befeuert werden“, sagt Lasarzik. Ein Schüler liest aus einem Buch, das scheinbar in Flammen steht. Aus einem dunklen Brunnen dringt plötzlich ein heller Lichtstrahl. „Alle Aktionen finden in Sichtweite zueinander statt“, sagt der künstlerische Leiter. „Die Besucher sollen ständig Reize und Impulse erhalten, weiterzugehen und sich die Stationen näher anzusehen.“

In den Bereichen Bereich Laser und elektronische Musik laufen zurzeit Gespräche mit Robert Henke sowie Margareta Hesse. „Unterstützt werden sie wahrscheinlich von dem führenden Laser-Animationsentwickler Michael Sollinger“, kündigt Lasarzik an.

Organisiert wird die Illuminale von der Trier Tourismus und Marketing GmbH (ttm) in enger Kooperation mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE). Norbert Käthler, Geschäftsführer der ttm, betont: „Ein ganz wichtiges Instrument für das Stadtmarketing ist immer das Inszenieren der Besonderheiten einer Stadt. Und das sind in Trier natürlich die römischen Bauten. Deshalb werden wir auch in Zukunft das römische Erbe zum Thema der Illuminale machen“, sagt Norbert Käthler, Geschäftsführer der ttm.

Marcus Reuter von der GDKE ergänzt: „Die künstlerische Inszenierung ermöglicht es den Besuchern, die römische Unesco-Welterbestätte sprichwörtlich in einem neuen Licht zu entdecken.“ Auch Triers Kulturdezernent Thomas Schmitt ist zufrieden. „Mit dem Palastgarten haben wir einen Ort ausgesucht, der bei den Trierers sehr beliebt ist.“

Bereits dremal fand die Illuminale zusammen mit dem City-Campus statt, in dessen Rahmen die Universität und die Hochschule Trier aktuelle Projekte und Forschungsergebnisse lebensnah präsentierten. „Die Einbindung von Trierer Schulen und auch den beiden Hochschulen ist ein wesentlichen Element der illuminale und auch dieses Mal geplant“, sagt ttm-Geschäftsführer Käthler.

Die Illuminale 2018 wird am Freitag, 28., und Samstag, 29. September, von 19 Uhr bis Mitternacht stattfinden. Der Eintritt für Erwachsene in die Kaiserthermen kostet vier Euro.