| 15:15 Uhr

Vortrag
Die Jesuiten verlassen Trier: Verabschiedung am Freitag

Trier. Noch erscheint ein rotes Fähnchen im südwestlichen Teil der Deutschlandkarte auf der offiziellen Internetpräsenz der Gesellschaft Jesu (jesuiten.org) unter dem Menüpunkt „Wo wir sind“.

Doch das wird sich bald ändern: Ende des Jahres werden die Jesuiten Trier verlassen – und das nicht zum ersten Mal. Mit einem Gottesdienst am heutigen Freitag, 7. Dezember, um 18 Uhr, im bischöflichen Priesterseminar wird Bischof Dr. Stephan Ackermann den Orden aus der Stadt und aus dem Bistum verabschieden.
Die Geschichte der Jesuiten in Trier hat unzählige Spuren in der Stadt sowie im ganzen Bistum hinterlassen. Manchmal sind sie offensichtlich: etwa in den Namen der Jesuitenkirche oder der Jesuitenapotheke. Häufiger braucht es einen zweiten Blick, um die Überreste jesuitischen Einflusses im heutigen Trier zu entdecken. Ihr Wirken vor Ort begann im Jahre 1560, als der Trierer Erzbischof die Jesuiten „zur Festigung der Religion“ nach Trier rief.
Die Erziehung und Bildung junger Menschen war von Beginn an eine der Hauptaufgaben und -anliegen des Ordens. Der Historiker Bertram Resmini stellt fest, dass „die Geschichte des höheren Schulwesens in Kurtrier bis 1773 weitgehend identisch mit der Geschichte der Jesuitenniederlassung in der Diözese ist“. Denn im Laufe der Zeit gründeten die Jesuiten in Trier mehrere Schulen sowie die erste Universität und setzten darüber hinaus ein damals innovatives Konzept in die Tat um: Kurze Zeit, nachdem sie in Trier Fuß gefasst hatten, gründeten sie die Marianische Jünglings-Congregation (MJC) – Trierer Kindern, Jugendlichen und Studierenden besser bekannt als „die Miez“ – lange in der Dietrichstraße, seit den siebziger Jahren im Mergener Hof in der Rindertanzstraße. Erst
Anfang der 1990er Jahre schieden die Trierer Jesuiten aus der Jugendarbeit aus. Ihre Idee eines Begegnungsortes für junge Menschen in Trier, an dem die Herkunft keine Rolle spielt, lebt aber weiter und wird täglich neu in die Tat umgesetzt.

Übrig geblieben sind nach dem Tod von Superior Pater Siegmund Pawlicki im April dieses Jahres nur noch drei Jesuiten. Nach Koblenz (2003) und Saarlouis (2007) schließt jetzt auch das Trierer Ignatiushaus in der Dietrichstraße seine Pforte.