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Die Kabinenbahn ist Geschichte

Trier. Die Demontage der Trierer Kabinenbahn ist beendet. Alle vier Tragseile sind demontiert. Der Abbau wurde am Sonntag schneller beendet, als ursprünglich vorgesehen. Die Bundesstraße in Pallien war stundenlang gesperrt und auch der Schiffsverkehr wurde für Stunden eingestellt. Christa Weber

Seit Sonntagmorgen um 6 Uhr waren Spezialfirmen aus Österreich und dem Allgäu mit dem Ablassen der Zug- und Tragseile über der Mosel beschäftigt. Drei Seile sind schon gekappt. Damit niemand zu Schaden kam, waren die Bonner Straße und der Radweg am Zurlaubener Ufer seit 3 Uhr für den Verkehr komplett gesperrt.

Um 11.30 Uhr am Sonntag lagen bereits drei von vier Kabinenbahnseilen auf dem Platz vor der Talstation in der Zurmaienerstraße. Mit einem angebauten Schleppseil haben die Mitarbeiter des Ingenieurbüros Schweiger aus Sonthofen, die von Ex-Kabinenbahnbetreiber Peter Schwab mit dem Abbau beauftragt sind, die fünf Tonnen schweren Stahlseile per Seilwinde und mit Hilfe eines Krans langsam in die Mosel herabgelassen. Mit dem Traktor wurden sie anschließend aus dem Fluss gezogen, beobachtet von rund 20 Schaulustigen, die sich am Ufer versammelt hatten.

"Es läuft gut", lautete das erste Zwischenfazit von Arno Schweiger, der für das Ingenieurbüro Schweiger die Arbeiten koordiniert. "Bis Mittag wollten wir die ersten drei Seile abgelassen haben. Das haben wir geschafft und liegen jetzt gut im Zeitplan."

Und es lief sogar noch besser: Bereits kurz nach 14.30 Uhr war auch das letzte Tragseil herabgelassen und die gesperrte Bundesstraße wieder für den Verkehr freigegeben.

Ab drei Uhr am Morgen war der Verkehr in Höhe von Weißhaus und Zurlaubener Ufer komplett eingestellt. Die Bonner Straße und der untere Radweg im Bereich der Talstation waren gesperrt. Mitarbeiter des technischen Hilfswerks passten auf, dass kein Schaulustiger die Absperrung übertrat.

Auch der Schiffsverkehr war ab 3 Uhr eingestellt. Dennoch mussten die Mitarbeiter am frühen Morgen bereits eine Schrecksekunde überstehen. Kurz nach Beginn der Arbeiten hatte ein französischer Kohlefrachter den Trierer Hafen verlassen und war in Richtung Kabinenbahn gefahren. Die Wasserschutzpolizei versuchte noch, den Schiffsführer per Funk zu warnen, dieser reagierte jedoch nicht. Das Schiff passierte den Moselbereich zwischen Berg- und Talstation, bevor es von der Polizei gestoppt werden konnte. Glücklicherweise hingen alle Kabinenbahnseile zu diesem Zeitpunkt noch rund 20 Meter über der Mosel. Der Kapitän des Frachters muss nach Angaben der Wasserschutzpolizei dennoch mit einer Anzeige und einem Bußgeld rechnen.

Das Ablassen der Kabinenbahnseile ist eine Voraussetzung für den Abriss der Berg- und Talstation.