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Die Pendler werden die Verlierer sein

Parken

Zur Berichterstattung über das Parkreglement in Mertert-Wasserbillig (Luxemburg):

 

Die Gemeinde Mertert hat ab dem 1. Januar 2019 Parkgebühren im Ortsteil Wasserbillig eingeführt. Viele Pendler parken im Bereich um den Bahnhof Wasserbillig sowohl in der Ortsmitte als auch an der Mosel. Diese werden die Parkgebühren nicht bezahlen. Sie müssen sich Ausweichmöglichkeiten suchen, und der einzige Bahnhof links der Mosel befindet sich in Igel.

Schon bisher stieg die Zahl der Pendler am Bahnhof an, sie wird explodieren. Die zum Teil nur einspurigen Zufahrtswege, die gesamte veraltete Infrastruktur, der vollkommen heruntergekommene Bahnhof selbst (grasbewachsener Bahnsteig), die fehlenden Parkmöglichkeiten zwingen dann die Ortsgemeinde Igel, ebenfalls Parkreglements zu erlassen. Die Pendler werden die Verlierer sein.

Es ist nicht die erste luxemburgische Entscheidung, welche die Lasten der Pendlerströme auf die deutsche Seite verschieben will. Das nationale Busticket gilt seit einiger Zeit auch ab der ersten Haltestelle im benachbarten Ausland, sprich in diesem Fall in Igel. Warum nach Wasserbillig fahren, wenn man doch in Igel einsteigen kann? Es fehlt noch die Übertragung auf die Bahn, damit auch dort das finanzielle Argument wegfällt, um nach Wasserbillig zu fahren. Ob es sich auswirken wird, dass man in Luxemburg ab 2020 kostenfrei den ÖPNV nutzen kann, ist unklar.

Problematisch an der Entscheidung der sozialistischen Mehrheit im Gemeinderat Mertert ist vor allem der Zeitpunkt, da die Infrastruktur noch fehlt, um wohnortnah öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. 2022 soll die Reaktivierung der Westrasse starten, dann gibt es auch zusätzliche Bahnhaltepunkte auf der linken Moselseite. 2023 wird das Parkhaus in Wasserbillig am Bahnhof fertig, dann stehen vor Ort genügend Plätze zur Verfügung. Dies wäre der richtige Zeitpunkt für das Parkreglement.