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Sturm
Die Sturmbilanz: 50 Notfälle, 330 Einsatzkräfte

Im gesamten Raum Trier und Trier-Saarburg mussten die Feuerwehren umgestürzte Bäume wegräumen.
Im gesamten Raum Trier und Trier-Saarburg mussten die Feuerwehren umgestürzte Bäume wegräumen. FOTO: Trierischer Volksfreund / Florian Blaes
Trier/Trier-Saarburg. Die Aufräumarbeiten nach dem Unwetter im Landkreis und in Trier dauern an. Mehrere Menschen sind verletzt worden. Von Florian Blaes

  Mit Beginn der Alarmierungen gegen 15:30 Uhr im Kreis Trier-Saarburg hat die technische Einsatzleitung als Koordinierungsstelle im Feuerwehrgerätehaus in Konz ihre Arbeit aufgenommen. Kreisfeuerwehrinspekteur Christoph Winkler und sein Stellvertreter Christian Neuschwander waren vor Ort. Insgesamt kam es zu 50 Einsätzen in der Spitze, die von insgesamt 330 Kräften abgearbeitet wurden.

In den Verbandsgemeinden des Landkreises wurden präventiv alle Feuerwehreinsatzzentralen besetzt und die Wehrleiter informiert. Die Leitstelle Trier wurde auch durch die Freischicht verstärkt, um die Koordinierung der Einsätze in der Stadt zu übernehmen.

Es begann  am Mittag im Hochwald in der Verbandsgemeinde Kell am See. Gegen 15:40 Uhr brach in Schillingen ein großer, schwerer Ast von einem Baum und fiel auf ein fahrendes Auto. Dabei durchbohrte der Ast die Beifahrerseite der Windschutzscheibe. Der dort sitzende Passagier konnte von den Rettungskräften der Feuerwehr gerettet werden und kam mit Verletzungen in ein Krankenhaus. Die Fahrerin erlitt einen Schock. Die Feuerwehr räumte die Straße wieder, an dem Fahrzeug entstand erheblicher Sachschaden. Im Einsatz war hier die Feuerwehr Schillingen, das DRK Hermeskeil und der Notarzt aus Losheim.

Im Hochwald kam es zu mehreren zeitgleichen Feuerwehreinsätzen. In der Verbandsgemeinde Kell am See mussten umgestürzte Bäume auf der B 407 zwischen Kell am See und Waldweiler sowie auf der Kreisstraße 67 zwischen Kell und Grimburg weggeschnitten werden. Weiterhin blockierten zwei Bäume die Zufahrt zum Seehotel am Keller See komplett.

In Mandern musste die Feuerwehr Geröllmassen in der Ortsmitte von der Straße räumen. Auch in Lampaden bewegten sich  Schlammmassen aus der Bergstraße und mussten von den Einsatzkräften beseitigt werden.

Auf der B 268 Richtung Pellingen und auf der Kreisstraße 43 mussten Bäume von der Straße geschnitten werden. In der Verbandsgemeinde Hermeskeil mussten die Feuerwehren sechs umgestürzte Bäume, in Rascheid, Züsch, Neuhütten und Reinsfeld von Straßen sägen.

Während die Kräfte im Hochwald die Einsätze nach und nach abarbeiteten, ging es in den Verbandsgemeinden Konz und Saarburg mit dem Unwetter los. Auf der Bahnstrecke Trier-Perl fiel ein Baum bei Oberbillig auf die Oberleitung. Das gleiche Bild bei Wellen. Zwischen Konz und Saarburg fiel der Zugverkehr ebenfalls aus, weil bei Ockfen die Oberleitungen blockiert wurden.

Zahlreiche Bäume stürzten um und mussten von der Feuerwehr von Bundes- Land und Kreisstraßen beseitigt werden. Besonders betroffen war die B 268 zwischen Pellingen und Trier. Höhe Schießstand fielen mehrere Bäume um. Auf der alten B 51 zwischen Könen und Tawern stürzten ebenfalls Bäume um. Dort musste ein 23-jähriger Fahrer zwischen den Ortslagen Tawern und Könen wegen eines in die Fahrbahn ragenden Baumes stark abbremsen, so dass der nachfolgende Pkw auffuhr. Verletzt wurde niemand.

Auf der K 133 zwischen Wiltingen und Konz, 200 Meter vor der Wiltinger Kupp, kam es zu einem Verkehrsunfall mit einer leicht verletzten 30-jährigen Fahrerin. Sie geriet laut Mitteilung der Polizei auf regennasser Fahrbahn aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit ins Schleudern und kam von der Fahrbahn ab. Ihr Wagen kippte hierbei zur Seite, wobei die Fahrerin lediglich leicht verletzt und anschließend von Kräften des DRK zur medizinischen Versorgung in ein Trierer Krankenhaus verbracht wurde. Im Einsatz waren die Feuerwehren Konz und Wiltingen sowie das DRK Konz.

Die Wiltinger Kupp musste nach dem Starkregen durch die Straßenmeisterei Saarburg bis zum Montagvormittag voll gesperrt werden, da aufgrund einer größeren Geröllansammlung im Bereich eines dortigen Weinberges diese abzurutschen drohte. Gegen 9 Uhr war die Fahrbahn hier wieder befahrbar und die Vollsperrung aufgehoben.

Zu Behinderungen im Straßenverkehr und umgestürzten Bäumen wegen der orkanartigen Böen mussten die Feuerwehren in Saarburg und Beurig, auf der L 132 bei Kahren, B 419 Wincheringen und bei Wawern ausrücken. Weiterhin kam es in Freudenburg, Beurig, Ayl, Kruttweiler, Rehlinger-Hof und Irsch zu unwetterbedingten Einsätzen. Auch Keller mussten leergepumpt werden.

Auch in der Verbandsgemeinde Ruwer musste in Pluwig ein Keller nach dem Starkregen durch die Feuerwehr leergepumt werden. Auf der K 143 zwischen Pluwig und Hockweiler sowie in der Ortslage Gutweiler stürzten Bäume um und mussten von der Fahrbahn beseitigt werden. Hier waren die Feuerwehren Pluwig- Gusterath und Gutweiler im Einsatz.

Eher ruhig blieb es in den Verbandsgemeinden Schweich und Trier-Land. Die Feuerwehr Schweich musste hier lediglich auf der B53 zwischen Schweich und Trier-Ehrang einen umgestürzten Baum zerschneiden. In Zemmer und Kordel fiel auch ein Baum um.

In der Stadt Trier kam es  zu 35 unwetterbedingten Einsätzen der Feuerwehr. Keller mussten leergepumpt und umgestürzte Bäume beseitigt werden. In der Ostallee fiel ein Baum um und blockierte die Fahrbahn, ebenso in der Luxemburger Straße in Höhe des Stadtwerke-Geländes.

In der Böhmerstraße stürzte ein Baum über die komplette Fahrbahn, ebenso in den Straßen Im Kandelbach und Am Mariahof. Auch hier wurde die Feuerwehr tätig. Wegen der Wassermassen mussten an vielen Stellen in der Stadt die Kanalschächte geöffnet werden, um ein Abfließen zu gewährleisten.

Brisant wurde es im Trierer Stadtteil Tarforst. In der Karl- Carstens- Straße musste die Feuerwehr eine Baugrube hinter mehreren Mehrfamilienhäusern leerpumpen. Schweres Gerät kam hier zum Einsatz. Durch den starken Regen füllte sich die Grube rasant schnell mit Wasser und drohte, in darunter liegende Keller und Wohnräume in der Clemens- Wenzeslaus- Straße zu laufen. Die Anwohner hatten vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte mit Schaufeln und Brettern eine Wassersperre errichtet. In letzter Minute konnte hier Schlimmeres verhindert werden. Im Einsatz waren im Stadtgebiet die Berufsfeuerwehr Wache I und II, die Löschzüge Mitte, Olewig und Zewen.

Gegen Abend beruhigte sich das Wetter wieder, der Sturm zog weiter Richtung Süden.

In Schillingen (Verbandsgemeinde Kell am See) durchbohrte ein fallender Ast eine Windschutzscheibe. Der Beifahrer wurde dabei verletzt.
In Schillingen (Verbandsgemeinde Kell am See) durchbohrte ein fallender Ast eine Windschutzscheibe. Der Beifahrer wurde dabei verletzt. FOTO: Trierischer Volksfreund / Florian Blaes
Offenbar glimpflich davongekommen: Schäden im Trierer Palastgarten nach dem Sturm am Sonntagnachmittag.
Offenbar glimpflich davongekommen: Schäden im Trierer Palastgarten nach dem Sturm am Sonntagnachmittag. FOTO: TV / Roland Morgen