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Kolumne Viezjupp
Die Zeichen der Deppen

FOTO: TV / Werhan, Michael
Trier. Die Namen der Deppen stehen an allen Ecken, hieß es in meiner Kindheit. Besagte Deppen sind nicht ausgestorben, sie fühlen sich auch anno 2018 pudelwohl. Mit Farbsprühdosen oder Edding-Stiften bewaffnet, ziehen sie durch die Stadt und lassen ihrem Mitteilungsbedürfnis freien Lauf.

Inzwischen haben sie halb Trier verschmiert.   Nicht ist ihnen heilig. Weder Kirchen noch die mittelalterliche Stadtmauer im Palastgarten, weder Elektro-Schaltkästen noch Hauswände. Überall prangen die Tags (das kommt aus dem Englischen und steht für Signaturkürzel und Pseudonym). Jawoll, Pseudonym. Und anonym.

Bezeichnenderweise schlagen die Schmierer nachts zu, wenn sich geschädigte Bürger von ihrer Arbeit erholen, mit der sie das Geld für die Beseitigung der unerwünschten Hinterlassenschaften verdienen.

Stellt sich die Frage, was die Tagger treibt. Schwere Kindheit gehabt, Ritalin-Spätfolgen, sexuelle Frustration oder einfach nur das Bedürfnis, mal Aufmerksamkeit zu bekommen?

Keine Ahnung. Fest steht nur eines: Immer mehr nach Rache dürstende Trierer wünschen sich, dass die unbekannten Schmierer eine fürchterliche Strafe für ihre postpubertären und respektlosen Pseudo-Symbole erhalten. Lebenslanges Viez-Verbot zum Beispiel! Prost!